Sylvia Ubbens

aggressives Verhalten gegenüber kleiner Schwester u. Schlafprobleme

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo,

wir haben gleich mehrere Probleme: Mein Sohn ist 2 3/4 und bekam vor 10 Monaten eine kleine Schwester. Er hat sie von Anfang an akzeptiert und mittlerweile ist sie zu einem interessanten Spielgefährten geworden. Er will sie auch immer auf den Arm oder den Schoß nehmen und macht ganz oft von sich aus "ei" bei ihr und streichelt ihren Kopf. Trotzdem ist er ihr gegenüber immer öfter aggressiv. Er haut ihr mit der Faust oder der flachen Hand auf den Kopf, zieht ihr an den Haaren, kneift und beißt manchmal. Ich nehme dann immer beide auf den Schoß und sage ihm, dass ich das nicht möchte und dass es ihr weh tut, aber es kommt gar nicht bei ihm an. Auch dass sie weint, scheint ihn nicht zu interessieren.

Bei anderen Situationen habe ich auch das Gefühl, ich würde mit einer Wand reden. Selbst einfache Fragen werden nicht beantwortet (bist du satt? hast du Durst? musst du pipi?), er scheint immer in einer Parallelwelt zu sein, schaut mich auch nicht an (selbst, wenn ich ihn beim Ansprechen am Arm berühre). Dabei hat er einen großen Wortschatz und "plappert" den ganzen Tag.

Das bestätigt auch die Kita-Erzieherin. Er spielt viel allein und "brabbelt sich dabei was in den Bart". Wenn ein anderes Kind hinzukommt, verscheucht er es immer mit schubsen und hauen, weil er denkt, es will seinen Bagger wegnehmen. Auch hier reagiert er erst sehr spät auf Aufforderungen, was zum Problem werden kann, wenn er im September in den KiGa kommt, da hier eine Erzieherin mehr Kinder betreut, als in der Krippe. Es ist aber nicht so, dass er die Ansprachen nicht versteht. Wenn man ihn etwas fragt (kann auch geflüstert sein), was ihn bewegt, bekommt man promt eine Antwort (z. B. "Was macht denn der Bagger da?" - "Der buddelt ein großes Loch").

Das andere Problem ist das Schlafen. Er benötigt abends sehr lange zum Einschlafen. Er ist total müde, kann sich aber nicht fallen lassen und erzählt ganz viel, ist laut, schreit rum und stampft mit den Füßen auf den Boden oder gegen die Wand. Der Papa geht dann immer zu ihm rein und erklärt ihm, dass jetzt Schlafenszeit ist und seine Schwester aufwacht, wenn er weiter so laut ist. Das scheint für ihn eine Aufforderung zu sein noch lauter zu werden. Wenn es ganz schlimm ist, geht mein Partner mit ihm auf den Flur und sagt, wenn er noch spielen will, kann er es ja hier machen, aber das will er auch nicht. Dann fängt er meistens an zu weinen und will wieder in sein Bett, wo der ganze Spaß von vorne los geht. Meistens setzte ich mich dann neben sein Bett (wenn die Kleine wieder schläft) und halte seine Arme und Beine fest oder lege eine Hand auf seinen Rücken und singe in Endlos-Schleife "Schlaf Kindlein, schlaf". Gestern hat es trotzdem bis 23:30 gedauert bis er endlich eingeschlafen war. Er kommt manche Tage nur auf 9 bis 10 Stunden Schlaf. Wir haben auch schon probiert den Mittagsschlaf weg zu lassen,damit er abends müde ist, aber dann hängt er nachmittags total durch und ist abends sehr quengelig. Ich weiß, dass unser Verhalten bestimmt nicht richtig ist und dass er abends nochmal Aufmerksamkeit von uns beiden möchte. Aber ich spiele, schmuse und kuschel den ganzen Nachmittag mit ihm und abends bringt der Papa ihn ins Bett. Ich würde mich ihm ja abends auch mehr widmen, aber die Kleine wird abends noch gestillt und will dann nichts von Papa wissen. Ich würde mich manchmal gerne zerteilen um beiden Kindern gerecht zu werden und frage mich dann, wie das wohl wird, wenn ich in 2 Monaten wieder arbeiten gehen muss und abends noch der halbe Haushalt auf mich wartet. Ich weiß echt nicht mehr weiter.

Liebe Grüße

Ines

von bobobaby am 26.05.2014, 10:57 Uhr

 

Antwort auf:

aggressives Verhalten gegenüber kleiner Schwester u. Schlafprobleme

Liebe Ines,

die kleine Schwester ist für Ihren Sohn zu einem Spielgefährten geworden, aber auch gleichzeitig eine Konkurentin. Auf einmal spielt sie mit seinen Sachen und "liegt" nicht mehr nur daneben. Er muss sich behaupten und seine Sachen verteidigen. Einen adäquaten Weg hat er dafür noch nicht gefunden und zeigt sein aggressives Verhalten.

Nehmen Sie in den Situationen nicht beide auf den Schoß, sondern trösten erst Ihre Tochter und setzen sich dann mit Ihrem Sohn an die Seite. Er darf eine kleine Auszeit nehmen, in der Sie ihm in kurzen Sätzen erklären, dass er nicht hauen, beißen etc. darf.

Altersgemäß antwortet er nicht auf, aus seiner Sicht, "überflüssige" Fragen, wie "Bist du satt" oder "Musst du Pipi". Er sagt, doch, wenn er etwas essen möchte oder auf die Toilette muss. Warum also auf Ihre Fragen reagieren? Ein ganz normales alterstypisches Verhalten.

Das Verhalten im Kindergarten kann von der Entwicklung zu Hause herrühren. Er verteidigt sein Spielzeug. Zu Hause "muss" er neuerdings mit seiner Schwester teilen. Das möchte er nicht auch noch in der Kita. Auch hier hat er noch keine adäquaten Worte gefunden. Diese können Sie in kleinen Rollenspielen mit Legomännchen o.ä. spielerisch üben.

Können Sie die Geschwister weit genug von einander entfernen, wenn es um´s Schlafen geht, damit die Kleine nicht wach wird, wenn der Große so laut ist? Sie sollten als Argument, warum er nicht so laut sein soll, nicht die kleine Schwester nehmen. Wegen der Schwester muss er schon seine Eltern teilen, das Spielzeug und abends auch noch leise sein?! Er sollte schlafen lernen, weil Sie als Eltern es so wollen, aber nicht, weil er damit die Schwester beim Schlafen stört.

Achten Sie darauf, dass Ihr Sohn müde, aber nicht übermüdet am Abend ist. Begrenzen Sie das Abendritual und halten seinen Protest ein paar Tage aus. Nehmen Sie ihn vor allen Dingen nicht wieder aus dem Bett raus. Seine Rebellion hat dann Erfolg gehabt und er wird sein Handeln entsprechend nicht einstellen.

Legen Sie ihn abends in sein Bett, lesen ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vor und sagen Gute Nacht. Erklären Sie ihm, dass Sie nun möchten, dass er ruhig liegen bleibt und schläft. Verlassen Sie das Zimmer. Macht er Geschrei, dann gehen Sie nach 5 Minuten zu ihm rein und sagen ihm noch einmal, dass er jetzt schlafen soll. Das wiederholen Sie solange, bis er schläft. Nach einigen Tagen wird er merken, dass Sie konsequent bleiben und sein Schreien nichts bewirkt. Sie singen nicht noch mal, sie lesen nicht, sie sitzen nicht an seinem Bett, sie nehmen ihn vor allem nicht noch einmal hoch.

Möchten Sie nicht, dass er bei seinem "Kampf" ums Schlafen alleine ist, dann können Sie sich natürlich gerne daneben setzen. Wichtig ist, dass Sie immer in der gleichen Form handeln, so dass Ihr Sohn das neue Einschlafen verinnerlichen kann.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 27.05.2014

Antwort auf:

aggressives Verhalten gegenüber kleiner Schwester u. Schlafprobleme

Hallo
ich habe hier gerade fast die gleiche Situation. Sohn, 2,5 Jahre alt und Tochter 11 Monate alt. DEine Aufzählungen könnten von mir stammen. Aus diesem Grund bin ich gerade mit unserem Sohn zur MKK. Damit wir beide Abstand haben und beide durchatmen können. Ich hole mir auch gerade Tipps bei der Familienberatung. WEil ich auch schenll laut und gereizt werde. Eine richtige Lösung ahbe ich auch nich nicht. Auch ich bin oft verzweifelt.Kannst du vielelicht doch noch etwas zuhause bleiben? Arbeitest du dann wider vollzeit?

von sternchen1410 am 26.05.2014

Antwort auf:

aggressives Verhalten gegenüber kleiner Schwester u. Schlafprobleme

Hallo,

ich hatte vor, erst mal Teilzeit zu arbeiten. 30 Stunden wären schön gewesen, aber unsere finanzielle Lage hat sich inzwischen verändert, so dass ich Vollzeit arbeiten werde. Aber es ist ja interessant, dass du in der gleichen Situation bist. Du schreibst, du bist gerade auf MKK. Allein mit deinem Sohn? War es nicht schwer die Kleine allein zu lassen?

von bobobaby am 26.05.2014

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