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10 Irrtümer zum Thema Allergien

Häufige Irrtümer zum Thema Allergien

Jedes fünfte Kind leidet unter einer Allergie - Tendenz steigend. Verständlich, dass Eltern versuchen, sich umfassend zu informieren. Man will möglichst alles richtig machen, um das Allergierisiko des eigenen Kindes zu minimieren. Doch es kursieren auch viele Halbwahrheiten und überholte Vorstellungen. Einige häufige Irrtümer zum Thema Allergie haben wir hier zusammengestellt.

Babys und Kleinkindern sollte man am besten vor potentiell Allergie auslösenden Lebensmitteln wie Fisch, Ei oder Kuhmilch schützen

Die Empfehlungen zur Allergievorbeugung haben sich in letzter Zeit geändert. In der Vergangenheit versuchte man, Babys lange vor möglichen Allergieauslösern wie Kuhmilch oder Fisch zu schützen. Heute geht man davon aus, dass ein langsames Gewöhnen an die Umwelt, z. B. über die richtige Beikosteinführung, schon im ersten Lebensjahr wichtig ist.

Langes Stillen schützt vor Allergien

Muttermilch ist die beste Nahrung für Babys - keine Frage. Aber auch langes Stillen schützt Kinder nicht generell vor Allergien. Auch voll gestillte Kinder können Allergien entwickeln. Richtig ist, dass das Immunsystem mancher Kinder auf das artfremde Eiweiß in Kuhmilch - Säuglingsnahrung wird auf Kuhmilchbasis hergestellt - empfindlich reagiert. Falls man Säuglingsmilch füttert, sollte man möglichst HA-Milch, also hypoallergene Milchnahrung verwenden. Um das Immunsystem des Kindes nicht unnötig zu provozieren, sind in ihr die langen Eiweißketten der Kuhmilch aufgespaltet.

Allergievorbeugung ist nur bei Kindern mit Allergierisiko nötig

Leider nein, denn jedes sechste bis siebte Kind, dessen Eltern und Geschwister nicht unter einer Allergie leiden, entwickelt trotzdem eine Allergie. Richtig ist jedoch, dass Allergien familiär gehäuft auftreten: Sind die Eltern Allergiker, werden die Kinder in 50 bis 70% der Fälle auch selbst unter einer Allergie leiden. Daher ist es für alle Kinder wichtig - egal ob sie unter einer familiären Belastung leiden oder nicht - dass sie eine Allergievorbeugung bekommen.

Einmal Allergiker, immer Allergiker

Interessanterweise trifft dies gerade bei Kindern nicht zu. Nur 30% aller Allergiker, die im Kindesalter an atopischer Neurodermitis litten, haben auch im Erwachsenenalter Probleme mit dieser Krankheit. Vielmehr stimmt der Satz: "Je älter man ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man seine Allergie nicht mehr los wird." In jüngeren Jahren ist eine spontane Toleranzentwicklung durchaus möglich. Warum das so ist, ist wissenschaftlich noch nicht erklärbar. Manche Frauen berichten jedoch, dass sie nach einer Schwangerschaft ihren Heuschnupfen oder ihre Hausstauballergie plötzlich los waren. Vor allem bei Nahrungsmittelallergien gibt es spontane Selbstheilungen: Jahrelang konnte man keine Tomaten oder Erdbeeren essen konnte, und auf einmal verträgt man sie wieder.

Mütter sollten in der Schwangerschaft auf bestimmte Lebensmittel verzichten

Heute weiß man, dass Schwangere zur Allergievorbeugung nicht auf bestimmte Lebensmittel wie Eier, Milch, Soja oder Fisch verzichten müssen. In der Schwangerschaft sollten Schwangere jedoch auf rohe Lebensmittel wie rohes Fleisch, rohe Eier und rohen Fisch verzichten. Aber nicht wegen der Allergiegefährdung des Kindes, sondern weil die Gefahr besteht, dass rohe Produkte mit Keimen wie z. B. Listerien verunreinigt sein könnten, die dem Baby schaden.

Karotten sollte man Kindern im ersten Lebensjahr nicht geben.

Diese Annahme stammt wahrscheinlich daher, dass Karotten oft als Kreuzallergene vorkommen. Gerade Pollenallergiker, die auf Birkenpollen und Gräserpollen allergisch reagieren, vertragen häufig keine rohen Karotten. Das kommt daher, weil das Immunsystem erkennt, dass die enthaltenen Eiweiße von bestimmten Pollen denen der Karotte ähneln. Doch Babys bekommen Karotten nie roh serviert, sondern immer als Brei in gekochter Form. Durch erhitzen verlieren Karotten ihre allergene Wirkung. Das gilt auch für alle anderen Lebensmittelunverträglichkeiten: Obst und Gemüse, auf das man roh allergisch reagiert, können viele Allergiker in gekochtem Zustand essen.

Ziegen- und Stutenmilch schützt Babys vor Allergien

Als Vorbeugung von Allergien sind Ziegen- und Stutenmilch ungeeignet, zumal die Zusammensetzung dieser Milch nicht den Bedürfnissen eines Babys entspricht. Auch Säuglingsnahrung auf Sojabasis ist nicht zu empfehlen, da Soja eine östrogenartige Wirkung hat. Außerdem werden Mineralstoffe aus Sojanahrung nur schlecht aufgenommen.

Wenn in einer Familie schon Allergien bekannt sind, ist Muttermilch das Beste. Falls das Kind nicht gestillt werden kann, ist eine HA-Milch (hypoallergene Nahrung) der beste Ersatz für Muttermilch. Sollte ein Baby nach dem Abstillen auf Kuhmilch allergisch reagieren, wird der Kinderarzt eine Spezialnahrung verschreiben, die es nur in Apotheken gibt.

Auf felltragende Haustiere verzichten

Es ist nicht nötig gleich Hund und Katze abzuschaffen, weil ein Baby unterwegs ist. Eine Untersuchung hat sogar gezeigt, dass Bauernkinder, die bereits als Säuglinge mit in den Stall genommen werden, nachweislich seltener unter Allergien leiden als Kinder, die ohne Tiere aufgewachsen. Dieses Ergebnis unterstützt auch die Hygienehypothese, die davon ausgeht, dass unsere heutige Umwelt zu sauber für unser Immunsystem ist. Das gelangweilte Immunsystem schießt sich deshalb auf harmlose Dinge ein, wie Pollen, Tierhaare und Soja. Leider haben Untersuchungen aber auch gezeigt, dass nicht alle Fellträger unproblematisch sind: Allergiegefährdete Babys entwickeln in einer katzenfreien Umgebung seltener Tierhaarallergien, Hunde gelten jedoch als nicht problematisch.

Impfen kann bei Kindern Allergien auslösen

Es gibt Meinungen, die gehen davon aus, dass das Immunsystem eines Säuglings durch Impfungen überlastet ist und dadurch Allergien ausgelöst würden. Studien haben gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Auch für allergiegefährdete Säuglinge ist ein Impfschutz sehr wichtig. Falls Sie Bedenken hinsichtlich einer Impfung haben, sollten Sie Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt halten. Er kann sie eingehend zu diesem Thema informieren.

Passivrauchen hat kaum Einfluss auf die Allergieneigung von Kindern

Oh doch! Kinder die in der Wohnung, im Auto oder bei anderen Gelegenheiten Rauch ausgesetzt sind, können dadurch gesundheitlichen Schäden davontragen. Auch ist ihr Allergierisiko signifikant erhöht. Gerade in den ersten Lebensjahren haben sie öfter Bronchitis, Asthma, Lungenentzündungen oder Mittelohrergüsse. Um seinem Kind dies zu ersparen ist der einzige Weg, das Rauchen in der Wohnung und im Beisein der Kinder zu unterlassen.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: Juli 2015

   

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