Hebamme Martina Höfel

Hebamme

Martina Höfel

   

 

Verzweiflung beim Stillen

Liebe Frau Höfel,

ich habe ein folgendes Problem, welches mich langsam verzweifeln lässt. Meine Tochter kam am 14.04.2012 in der 37+1SSW gesund zur Welt. Sie ist sehr zart (bei der Geburt wog sie 2615gramm und war 47cm gross) und wiegt heute (gewogen vor einer Woche beim Impftermin) 3600gramm (inzwischen ist sie 54cm gross). Ich stille sie voll. Vor ca. 7 Wochen kam die Dreimonatskolik, welche ihr Trinkverhalten durcheinander brachte. Sie wird, verständlicher Weise, sehr unruhig und ungeduldig beim stillen, da der Bauch sich sofort meldet. Mitterweile sieht es so aus, dass sie zwischen der linken und der rechten Brust dauernd wechselt, die rechte Brust bevorzugt und ich stelle langsam fest, dass in der linken weniger Milch nachgebildet wird. Insesamt trinkt sie immer nur kurz, auf Raten, ich lege sie immer wieder mal an, immer mit dem selten Ergebnis: mal links, mal rechts, selten länger als 2-3min am Stück. Längere Pausen zwischen den Mahlzeiten haben nix geändert. Ich habe einfach das Gefühl, dass sie nicht satt wird. Zwar ist sie, wenn der Bauch sie in Ruhe lässt, entspannt, zufrieden, lächelt, beschäftigt sich wunderbar auf der Krabbeldecke mit den Spielzeugen, interagiert, sie sieht gesund aus (schöne Hautfarbe, pralle Bäckchen, der Kärper eher zart, aber nicht mager oder eingefallen) und entwickelt sich zeitgerecht, aber ich bin mir einfach nicht sicher, ob sie genug trinkt. (die Kinderärztin meinte neulich, als sie ihre Gewichtszunahme berechnete, dass diese schwach sei, bzw. unterste Grenze). Natürlich hat mich diese Äußerung sehr verunsichert. Es ist wahnsinng schwer für mich zu erkennen, ob die Trinkmenge, die sie zulässt, ausreichend ist. Wann wäre zufüttern (würde ich nur sehr ungern tun...) sinnvoll bzw. notwendig? Ich habe mit dem Abpumpen angefangen, um die Milchbildung zu unterstützen, aber das klappt noch nicht wirklich un ich fühle mich sehr unwohl mit diesem Gerät (einer Medela swing) an der Brust (dagegen liebe ich das Stillen! Und die ersten Wochen, bevor die Kolik kam, waren wundervoll! Meine Tochter hat von Anfang an gerne getrunken und wir hatten keine Kontaktprobleme oder andere Schwierigkeiten. Eben bis die Kolik kam...). Was kann ich tun, um meine Tochter beim trinken zu unterstützen? Und macht Zufüttern in unserem Fall Sinn?

Für ihre Antwort danke ich Ihnen im voraus sehr!

Liebe Grüße,

Dadunia mit Tochter

von dadunia am 06.06.2012, 19:33 Uhr

 

Antwort:

Verzweiflung beim Stillen

Liebe Dadunia,

nach Ihren Angaben ist das Kind heute 7 Wochen und vier Tage! Wie kann sie da erst ein paar Wochen ohne und dann seit 7 Wochen mit Koliken kämpfen?

Kann es sein, dass Sie sich veschrieben haben?

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 07.06.2012

Antwort:

Verzweiflung beim Stillen

Ah, wie peinlich! Meine Tochter ist am 14.03.2012 geboren. Im März und nicht im April und somit wird sie nächste Woche drei Monate alt. Sorry!

von dadunia am 07.06.2012

Antwort:

Verzweiflung beim Stillen

Liebe Dadunia,

so sieht die Sache schon anders aus! ;-)

Ihre Tochter ist tatsächlich an der unteren Grenze der Gewichtszunahme. Das kann daran liegen, dass Kinder manchmal erst nach dem eigentlichen ET mehr zunehmen.

Sie schreiben, dass Ihr KInd die rechte Brust bevorzugt! In Wiegehaltung?
Wenn Sie dann auf die linke Seite wechseln - legen Sie das Kind dann wieder in Wiegehaltung?

Liegt Ihr KInd generell lieber auf der rechten Seite?

Bekommt Ihr KInd Zymaflour?

Ist der Stuhl grün?

Liebe GRüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 07.06.2012

Antwort:

Verzweiflung beim Stillen

Liebe Frau Höfel!

Zuerst: vielen Dank für ihre Antwort!

Ich stillte sie meistens im liegen, wobei ich am Tag auch immer wieder mal im sitzen, in Wiegehaltung, sie anlege. Alles mit dem gleichen Ergebnis. Ich glaube, ich habe alle Positionen durch. Sie trinkt erst mal, schluckt laut und saugt sehr gut und dann hört sie abrupt auf und will die gleiche Brust nicht mehr nehmen. Das gleiche Spiel links und rechts, wobei sie die rechte Brust länger trinkt.
Sie lag Anfangs nur auf der rechten Seite, da sie durch die Saugglocke eine Kopfverletzung und Kopfschmerzen hatte. Mit etwa 4 Wochen fing ich an sie auch an die andere Seite zu gewöhnen, mit Erfolg. Beim stillen im liegen ligt sie lieber auf ihrer linken Seite, beim stillen in der Wiegehaltung auf der rechten. (wir waren auch schon beim Osteopathen: Blockaden hat sie keine).
Vitamin D bekommt sie in Tablettenform ohne Fluor und Vitamin K nach der holländischen Methode.

So sieht es aus... Ich bin permanent in Sorge und habe Rückenschmerzen von den unmöglichsten Stillpositionen, die ich immer wieder ausprobiere, damit sie etwas mehr trinkt.

Liebe Grüße!

Dadunia

von dadunia am 07.06.2012

Antwort:

Verzweiflung beim Stillen

p.s Der Stuhl ist nie grün, er ist gelb-orange, wie Mousse und heute war er zum ersten Mal nicht nur flüssig sondern auch etwas fester, so alt ob man eine, ich sage es mal einfach so, Wurstbildbdung erkennen konnte.
Bis zur Kolik hatte sie täglich Stuhl, aber seit dem die Kolik da ist, nur alle Paar Tage (alle 3 bis 5 tage, mit Hilfe von Kümmelzäpfchen von Wala, aber zuletzt hatte sie endlich auch ohne Zäpfchen Stuhlgang und das zwei Tage nacheinander)

LG,
Dadunia

von dadunia am 07.06.2012

Antwort:

Verzweiflung beim Stillen

Eins noch! Sie verschlingt regelrecht ihre Faust. Ich würde sagen, so seit 1,5 Wochen. Sie lutscht an den Fingern oder steckt sich fast die ganze Faust in den Mund und ist dabei sehr entspannt. Sie macht es auch in den Kolikphasen und beruhigt sich damit.

von dadunia am 07.06.2012

Antwort:

Verzweiflung beim Stillen

Liebe Dadunia,

okay, so wird das Bild klarer.

Kann es sein, dass das abrupte Unterbrechen des Stillrns, mit dem Einsetzen des Milchspendereflexes einsetzt? Das würde auch von Ihrer Zeitangabe her passen.

Manche Kinder wenden sich ab, wenn der Milchspendereflex ziemlich stark ist und sie kaum dagegen antrinken können. Bitte bieten Sie ihm pro Mahlzeit weiterhin nur eine Brust an und probieren Sie das Bergauf-Stillen (Sie liegen dabei fast auf dem Rücken und Ihr Kind auf Ihnen). Beim Bergaufstillen, muss das Kind gegen die Schwerkraft trinken und hat mit weniger Milch im Rachen zu kämpfen.

Noch ein Wort zu den anderen Stillpositionen: Rückenschmerzen gibt es dann, wenn Sie das Kind beim Stillen tragen müssen und/oder die Brust zum Kind bringen! Polstern Sie KInd, so dass es vor Ihnen liegt! Ein Stillkissen z.B. immer von der Seite (nicht von vorn!) umlegen!

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 09.06.2012

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