Frage im Expertenforum Hebamme an Evi Bodman:

Heilung nach Kaiserschnitt

Frage: Heilung nach Kaiserschnitt

Trici97

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Hallo, ich hatte 2022 bereits einen primären Kaiserschnitt, nun bin ich in der 36. SSW und werde im Januar erneut aus diversen medizinischen Gründen per Kaiserschnitt entbinden. Nach dem ersten Kaiserschnitt ging es mir richtig schlecht. Ich bin 48 Stunden nach dem Kaiserschnitt aus dem Krankenhaus entlassen worden aufgrund von Bettenmangel und hatte Schüttelfrost und Fieber sowie massive Schmerzen (ich hielt es damals für normal).  Nun habe ich Angst, dass es mir wieder so schlecht gehen wird. Die Entlassung erfolgt dieses Mal (anderes Krankenhaus) erst nach 4 Tagen, aber ich mache mir Gedanken, ob ich irgendwie die Heilung unterstützen kann um schneller wieder fit zu sein.  Unser erstes Kind ist aufgrund einer Erkrankung körperlich behindert, kann nicht laufen, muss getragen werden und mein Mann ist zwar die erste Zeit zu Hause um zu unterstützen, aber er muss Mitte Februar wieder arbeiten gehen und bis dahin muss ich irgendwie wieder fit werden. Der voraussichtliche ET ist auch der Tag des Kaiserschnittes, am 20.01.26. Gibt es Tipps, um die Heilung zu fördern und schneller wieder fit zu werden? Vielen lieben Dank im Voraus für Ihre Antwort.


Evi Bodman

Evi Bodman

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Hallo liebe Trici97, vielen Dank für deine Frage! Ich kann gut verstehen, dass dich diese Situation beunruhigt. Vor allem nach der Erfahrung beim ersten Kaiserschnitt und mit der zusätzlichen Belastung durch euer erstes Kind. Deine Sorge ist absolut nachvollziehbar. (Entlassung nach 2 Tagen ist übrigens ein Unding - es tut mir total leid, dass du diese Erfahrung machen musstest) Ich teile mal ein paar GEdanken mit dir:  Erstmal super, dass du dieses mal in einer anderen Klinik bist und die Entlassung erst nach 4 Tagen stattfinden wird. Das ist deutlich realistischer. Schau am besten, dass ihr die U2 noch in der Klinik mitnehmen könnt, dann braucht ihr dafür nicht nochmal extra zu eurem Kinderarzt - das erspart etwas Stress und Unruhe in den ersten Tagen zu Hause. Falls das nicht geht habt ihr dafür bis zum 10.(!) Lebenstag Zeit - also nicht überstürzen. Ich hoffe, du hast eine Hebamme, die dich im Wochenbett betreut?  Am Anfang ist Ruhe einfach super wichtig und auch regelmäßige Einnahme von Schmerzmittel ist in Ordnung. Nur wichtig: Nehmen, damit es angenehmer für dich ist - nicht, damit du direkt den Haushalt schmeißt. Ruhe hat absolute Priorität.  Man wird dich ja im Krankenhaus bereits mobilisieren. Also aufstehen, lkeine Wege, sanfte Mobilisierung das ist in Ordnung. Aber bitte viel ruhen. Ausreichend trinken und essen. Und für eure Situation super wichtig: Jetzt schon Unterstützung organisieren und vorbereiten.  Einkäufe delegieren (Listen schreiben, klare Tage mit Freunden oder Familie absprechen)  Wer kann in der ersten Zeit konkret im Haushalt helfen? Oder mit dem älteren Kind? Was belastet dich am meisten? Was könnt ihr wie am besten umverteilen / abgeben / reduzieren.  Frühe Hilfen: Melde dich bei deiner Stadt / deinem Landkreis. Viele Kommunen haben Programme mit Familienhebammen oder sozialer Unterstützung - kostenfrei und sehr entlastend. Das sind unterschiedliche Angebote. Mach dich da mal schlau.  Haushaltshilfe über die Krankenkasse: Lass dir vor dem Kaiserschnitt von deiner Gyn ein Rezept ausstellen. Die Haushaltshilfe kann im Haushalt unterstützen und oft auch bei der Betreuung des Kindes helfen. Das ist gerade in eurer Situation sehr sinnvoll. Wird dann von der Krankenkasse bezahlt und kann im Umfang vom Gyn angegeben werden. (Das können übrigens auch Bekannte übernehmen, die dann dafür aber eine kleine Vergütung durch die KRankenkasse bekommen) Achtung: Meiner Erfahrung nach lehnen die Krankenkassen das fast immer ab. Dann muss man Widersprch einreichen und dann klappts. Schreckt aber viele ab und kostet natürlich (in einer denkbar ungünstigen Zeit) Nerven und Energie. Aber das kannst du durch den geplanten Kaiserschnitt gut vorbereiten. Schon im Vorfeld Kontakt mit der KK aufnehmen und das klären.   Sprich auch mit deiner Hebamme, wie oft sie zu dir kommen kann. Dann hast du für dich eine Orientierung. Kümmert euch einmal um Untersüttzung und Entlastung für die erste Zeit. Und dann ganz bewussta auch nochmal für die zeit, wenn er wieder arbeiten geht. Vielleicht kann da in der ersten Woche jeden Tag kurz eine Freundin vorbeikommen.  Wirklich viel Ruhe in den ersten 1-2 Wochen ist meiner Erfahrung nach die beste Version um fit zu werden. Nach dem Motto "Wenn du es eilig hast, mach langsam". Zu viel zu früh führt oft zu Probleme in der Wundheilung oder Wochenflussstau oder Milchstau - das dauert dann hintenraus um ein vielfaches läger und ist sehr unangehm. Ich hoffe, das hilft dir erstmla weiter. Meld dich sonst gerne nochmal. Lieben Gruß, Hebamme Evi Bodman 


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