Frage im Expertenforum Erziehung an Dipl.-Soz.päd Sylvia Ubbens:

Wenn Oma da ist, werde ich von meinem Sohn verstoßen

Dipl.-Soz.päd Sylvia Ubbens

Dipl.-Soz.päd Sylvia Ubbens
Diplom Sozialpädagogin

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Frage: Wenn Oma da ist, werde ich von meinem Sohn verstoßen

Franny123

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Liebe Frau Ubbens, Ich beschreibe kurz unsere Situation: Die Oma‘s meines Sohnes (gerade 2Jahre alt geworden) wohnen beide leider weit weg. Meine Mutter sogar 5 Stunden weit weg. Die andere 2 Stunden. Nun ist es so, dass wenn meine Mutter kommt Sie immer ein paar Tage länger bleibt, da sie sich dies beruflich so einrichten kann. Der Opa muss meist schon Sonntags wieder weg. Bis jetzt war es immer so, dass sobald sie da waren ich und mein Mann absolute Luft waren und wir sogar von unserem Sohn angebrüllt wurden sobald wir auch nur gucken kamen was unser Sohn denn mit Oma macht. Ich bemerke kurz: wir brauchen uns hier nur zu nähern und das Geschrei geht schon los. Keiner von uns macht dabei den Mund auf. Das ist natürlich weder für den Papa noch für mich eine schöne Situation. Sehen es aber an sich als Phase an. Nun war die Oma wieder für ein paar Tage da und es war noch schlimmer: Oma musste alles machen.... ich durfte ihn nicht ins Bett bringen nix. Und auch nachdem ich 3 Stunden weg war und zurück kam hat er mich mit den Worten: Mama weg‘ empfangen. Das schmerzt im Mutterherz. Die Oma ist heute wieder gefahren und bis jetzt war es immer so, dass er sich dann gefreut hat mit mir mal wieder zu spielen, diesmal hatte ich nicht das Gefühl. Wir haben die Oma im Zug bis zum Flughafen begleitet und sind dann wieder zurück. 10 Minuten hat er immer wieder bitterlich geweint und nach „Omi Arm“ gerufen. Erst mit Nuckel und im Zug hat er sich etwas beruhigt. Hat aber nachmittags immer wieder Anfälle von Wut mit Weinen bekommen, ohne erkennbaren Grund. Geendet hat es immer damit das er nach Omi gefragt hat. Was soll ich nur tun?! Ich komme mir vor als ob ich nur noch der letzte Dreck für Ihn bin. Als er heute nach dem Abschied so geweint hat, kam ich mir unglaublich schlecht vor. Sein Weinen war so herzzereissend, als ob man einem Kind seine Mama weg nimmt. Ich fürchte es wird immer schlimmer werden bei jedem Besuch. Was sollen wir tun?! Sollten wir es umdrehen und die Strecke zu meinen Eltern fahren? So halte ich es auf jeden Fall nicht aus. Denn 5 Tage am Stück vollkommene Luft zu sein und sogar das eigentlich selbst die Anwesenheit von mir ihm zu viel ist, bricht mein Herz in 1000 Stücke Vielen Dank für Ihre Zeit und für Ihre Antwort


Sylvia Ubbens

Sylvia Ubbens

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Liebe Franny123, ich kann mich den Worten meiner Vorrednerinnen anschließen und werde diese entsprechend nicht wiederholen. Freuen Sie sich, dass sich Kind und Oma so gut verstehen. Nehmen Sie ihn liebevoll in den Arm, wenn er traurig ist, weil die Oma nach Hause fahren musste. Um eine Veränderung herbeizuführen, müssen Sie nichts am jetzigen "System" ändern und regelmäßiger zur Oma fahren o.ä.. Wenn Ihr Sohn ein wenig älter ist, wird er verstanden haben, dass die Oma ihn ja wieder besuchen kommt und dass es nicht so ist, dass sie ihn nie wieder besucht (seine heutige Befürchtung). Viele Grüße Sylvia


3wildehühner

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Freu dich doch, dass dein Kind seine Oma so liebt!!!! Wer weiß, wie lange die beiden noch voneinander haben! So eine enge Beziehung zu den Großeltern ist etwas ganz wertvolles! Und leider kann dein Kind die Oma ja nur selten sehen. DU bist eine ERWACHSENE Frau! Wie kommst du auf die Idee, du seist “Dreck” und ungeliebt? Kleinkinder denken so nicht!!! Ich verstehe nie, warum Eltern immer direkt glauben, die Kinder würden sie nicht so stark lieben wie eine andere Person, nur weil sie gerne mit dieser zusammen sind. Es werde mn im weiteren Leben noch so einige Menschen in das Leben deines Kindes treten, aufgrund derer das Kind nicht mit dir zusammen sein möchte. Aber nur, weil es andere Menschen auch liebt, heißt das doch nicht, dass es dich weniger liebt!! Ich finde, das ist kein Erziehungsproblem, sondern ALLEIN DEIN Problem. DU solltest da an dir arbeiten!


Astrid

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Ich wollte gern auch ein paar Gedankenanstöße dazu geben, wenn ich darf. Vielleicht tröstet es ja ein bisschen. - Die heute Kleinfamilie aus Mama-Papa-Kind ist für Kinder nicht natürlich. Kinder waren es zu allen Zeiten und in allen Kulturen gewohnt, dass sie viele Bezugspersonen hatten: Tanten, andere Mütter der Nachbarschaft, Großmütter - viele Personen schauten nach dem Kind, liebten und verwöhnten es. - Kinder vermissen das. Sie lieben es sehr, mehr Bezugspersonen zu haben als „nur“ die Mama (der Papa ist ja oft tagsüber auch nicht da). Das ist bei meinen Kindern genauso. - Omas haben außerdem den „Großeltern-Bonus“: Sie brauchen das Kind nicht zu erziehen, weil es nicht ihre eigenes ist. Sie dürfen es stattdessen nach Strich und Faden verwöhnen. Sie haben mehr Abstand und bessere Nerven, sie schimpfen nie und sind sehr geduldig. Mama dagegen ist im Alltag „fürs Grobe“ zuständig, sie ist oft müde, genervt, überlastet. Sie ist für ALLES zuständig, nicht nur für die Schokoladenseiten mit Kind. Das ist normal. Und klar ist es für ein Kind deshalb schön, von der Oma verwöhnt zu werden. - Es ist fürs Kind eine riesige Bereicherung, eine enge Verbindung auch zur Oma herzustellen. Nicht nur gibt es von ihr eine Extraportion Liebe, sondern sie ist auch anders als Mama. Das ist reizvoll fürs Kind und es lernt, wie andere Erwachsene ticken. Das ist wichtig. - Die Liebe der Omas entlastet und Eltenr ja auch. Denn als Eltern macht man immer auch mal Fehler, ist mal lieblos, ungeduldig, gereizt. Solche kleinen, normalen Defizite werden perfekt ausgeglichen durch die Liebe der Großeltern. Kein Kind kann zuviel Liebe bekommen. - Die Beziehung zur Oma bereichert das ganze Leben. Ich selbst hatte zwei unglaublich liebe Omas. Ich denke oft an sie und ich glaube, sie haben mir ein sattes Extra-Paket an Liebe mitgegeben, das mich bis heute prägt. Natürlich liebe ich meine Mutter noch mehr, aber wenn ich bei den Omas war, war auch sie scheinbar (!) abgemeldet. Ich wollte die Omas einfach genießen. Übrigens war auch meine Mutter ziemlich eifersüchtig - aber total grundlos. Ich habe das schon als Kind nie verstanden. Wusste sie denn nicht, dass sie die Basis war, auf der ich stand...? Klar fühlst Du Dich abgemeldet und zurückgewiesen, wenn Dein Sohn so extrem an der Oma hängt. Das ist menschlich. Aber Dich hat er immer, die Oma nur recht selten. Sie ist dann einfach mal der Superstar. Versuche vielleicht mal, das innerlich zuzulassen. Freue Dich mit Deinem Sohn, dass er so liebe Omas hat. Viele Kinder haben gar keine Großeltern mehr, oder sie sind zu alt und zu krank, um sich zu kümmern. Lehne Dich zurück und lass zu, wie die Oma Deinen Sohn verwöhnt und ihm etwas schenkt, das ihm noch auf Jahrzehnte hinaus gut tun wird. LG


Franny123

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Liebe Astrid vielen Dank für deine netten Worte. Ich mache mir mittlerweile einfach große Sorgen um meinen Sohn. Die Besuche sind halt sehr unregelmäßig (auch auf die Dauer eines Besuches bezogen). Ich weiß einfach nicht ob das so gut ist. Ich würde ihm niemals die Oma wegnehmen und freue mich ja auch immer ihn so glücklich zu sehen. Nur darf ich noch nicht mal eine Frage stellen, wie zum Beispiel: Hast du Hunger.... Er schreit mich sofort an Ich habe letzte Nacht viel nachgedacht. Vielleicht hat er Angst das ich ihn dann wegnehme, obwohl ich das noch nie gemacht hab! Er gehört immer ganz der Oma, wenn Sie da ist. Daher die Überlegung vielleicht mehr Regelmäßigkeit reinzubringen. Vielleicht alle x Wochen und dann auch mal öfters bei Oma. Da weiß er ja dann auch das Oma da nicht einfach fahren kann.... Und doch irgendwie weiß man das man selbst die Basis ist, nur es ändert nichts daran das man nach 5 Tagen sich freuen würde auch mal ein Buch vorlesen zu dürfen. Eigentlich vermisst man sein Kind einfach nur. Ich war gestern Abend sehr emotional, dass ist heute schon besser


Julla

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Liebe Franny, ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, weil ich in einer sehr ähnlichen bin bzw. war. Es wurde zum Glück besser. Die einen Großeltern wohnen bei uns knapp drei Stunden entfernt, die anderen sechs. Und wenn sie dann da sind, meist für einige Tage. Mein Sohn liebt meine Mutter auch über alles. Es ging schon ziemlich früh los, dass er in ihrer Gegenwart total auf sie fixiert war. Alles musste die Oma machen, die Eltern wurden oft des Raumes verwiesen. Schlafen nur mit Oma, spielen, wickeln, essen... Und wenn sie abreisen musste, hat er oft stundenlang immer wieder furchtbar geweint. Ja, man sollte da souverän sein und sich über die gute Beziehung der beiden freuen. Aber ich kann dich gut verstehen, mich hat das auch sehr traurig gemacht. Ich war manchmal echt verzweifelt und konnte mich nur noch halbherzig auf die Besuche freuen. Und plötzlich, ich weiß gar nicht mehr wann genau, war es vorbei. Er ist jetzt drei Jahre und ich glaube es war so knapp vor dem dritten Geburtstag. Er verbringt immer noch am liebsten Zeit mit der Oma wenn sie da ist. Will aber meistens sogar lieber von mir ins Bett gebracht werden. Und ist total entspannt wenn sie geht. Ich hoffe ganz fest für dich, dass es bei dir auch bald etwas weniger extrem wird. Auf jeden Fall bist du damit nicht allein. Liebe Grüße


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