AmG87
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Costa, bisher habe ich fast täglich hier im Forum nur still mitgelesen und fand Ihre Antworten sehr beruhigend. Herzlichen Dank, dass Sie so ein geduldiger Ansprechpartner für uns Schwangere sind! Ich bin in der 32. Woche schwanger und verzweifle fast aus Angst vor Listerien. In meiner ersten Schwangerschaft wusste ich noch nicht so viel zu diesem Thema und war zwar auch ängstlich, aber nicht so sehr. Ich achte penibelst auf die Einhaltung aller Hygienevorschriften und esse nur erlaubte Lebensmittel. Auswärts zu essen ist für mich unvorstellbar. Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen sind jetzt gerade zu Hause drei Vorfälle passiert, zu denen ich gerne Ihre Einschätzung wüsste (ob davon ein Risiko für eine Listerieninfektion entstanden ist). 1.) Ich trau mich Müsli nur einen Tag lang zu essen. Es erschien mir bisher sicher, ein frisch geöffnetes Müsli zu essen. Leider ist es mir schon zweimal hintereinander passiert, dass in meinem Müsli plötzlich ein 2 cm blauer Faden (haarbreit bzw. dick wie ein einzelnes Haar)geschwommen ist. Ich vermute, er muss schon bei der Produktion reingekommen sein, weil die Verpackung jedesmal intakt war. Leider habe ich die Fäden immer erst bemerkt, als ich schon die Hälfte meines Müslis gegessen hatte. 2.) Ich hatte vor 1,5 oder 2 Wochen das Gefühl, dass der frisch geöffnete Apfelsaft sauer bzw. saurer schmeckt. Da ich aber zuvor immer eine andere Marke Apfelsaft hatte, bin ich davon ausgegangen, dass es sich vermutlich einfach um eine andere Sorte Äpfel handelt. Meine Tochter und ich hatten keinerlei Beschwerden nach dem Konsum. 2 Tage später hat mein Mann einen neuen TetraPack geöffnet, den ich zusammen mit meinem TetraPack gekauft hatte und meinte, der Apfelsaft schmeckt irgendwie komisch und ich solle ihn lieber nicht mehr trinken. Beide Male war die Verpackung intakt und nicht aufgebläht. 3.) Da ich immer wieder in Unterzucker falle, benötige ich von Zeit zu Zeit Traubenzucker. Ich kaufe immer die Traubenzucker aus der Drogerie. Diese sind einzeln verpackt und noch einmal in einem großen Beutel drin. Ich öffne den großen Beutel und lege die einzelnen Traubenzucker auf einen sauberen Teller in einen Schrank unserer Vorratskammer. Ich habe in der letzten Woche an einem Tag 4 Traubenzucker gegessen. Gestern wollte ich wieder einen essen und habe festgestellt, dass dreiviertel der einzeln verpackten Traubenzucker einen Schlitz in der Verpackung hatten, diese also schon geöffnet waren. Der Rest war vorbildlich verschlossen. Auch hier sieht es so aus, als handle es sich um einen Produktionsfehler, da der Schlitz bei allen an derselben Stelle ist. Ob meine 4 verspeisten Traubenzucker auch geöffnet waren, kann ich nicht mehr sagen, da es mir wegen des Unterzuckers so schwindelig war. Ich frage mich nun, ob einer dieser Vorfälle zu einer Infektion führen könnte. Leider teilte mir mein Hausarzt gestern mit, dass meine Leukozyten zur Zeit zu nieder sind (Ursache unklar) und ich eher anfällig für Infekte bin. Bis auf einen Tag leichtes Halskratzen hatte ich aber keinerlei Beschwerden und dachte, die Schluckbeschwerden kämen, weil ich viel gesprochen und wenig getrunken habe. Gesetzt den Fall, ich hätte mich infiziert und mein Kind würde sich anstecken, hätte es denn eine Chance, das Ganze zu überleben oder kommt eine Totgeburt in so einem Fall häufiger vor? Vielen herzlichen Dank für Ihre Geduld, das alles zu lesen. Liebe Grüße Deine Schwangerschaftswoche: 32
Danke für die netten Worte, es freut mich, dass Sie dieses Forum schätzen. Zu Ihren Fragen bzw. Sorgen: Dass Sie "penibelst auf die Einhaltung aller Hygienevorschriften achten und nur erlaubte Lebensmittel" essen, ist wunderbar. Mehr müssen Sie eigentlich beim Essen nicht beachten... 1.) Ein Haar in einem Müsli kommt mir sehr ungewöhnlich vor. Eine größere Gefahr sehe ich hier nicht. Ich nehme an, Sie haben das Haar nicht mitgegessen... 2.) Wenn ein Apfelsaft in einem Tetra-Pak säuerlich schmeckt, darf man das als Hinweis auf eine zumindest beginnende Gärung interpretieren, die wiederum durch eingedrungene Luft hervorgerufen wurde. In so einem Fall schmeckt der Saft "komisch" und man sollte ihn nicht trinken. Dass die Gärung nicht fortgeschritten war, erkennt man daran, dass die Packung nicht aufgebläht war. Da Ihre ganze Familie keine Beschwerden danach hatte, bedeutet, dass ... nichts passiert ist. 3.) Die niedrigen Blutzuckerwerte bekämpft man ja am besten damit, dass man mehrere Mahlzeiten, also mindestens 5 zu sich nimmt - haben Sie das schon mal versucht ? Da Sie nach dem Verzehr von Traubenzhucker keinerlei Beschwerden hatten, sollten Sie davon ausgehen, dass Sie keine Infektion haben. Zwar kann eine Listeriose auch ohne bemerkbare Symptome auftreten, aber das bedeutet ja nicht, dass alle Menschen ohne Symptome an einer Listeriose leiden... Das wäre absurd, würde ich sagen. Machen Sie sich bitte keine Sorgen und achten Sie weiterhin darauf, dass die Lebensmittel in Ordnung sind, also auch richtig verpackt.
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