Lieber Herr Dr. Enniger! Meine Tochter ist 4,5 Monate alt, wird voll gestillt, nimmt gut zu und ist fröhlich und aktiv. Trotzdem bin ich langsam am verzweifeln. Seit ca. 6,5 Wochen hat sie ausschließlich Schleimstuhl und teilweise mit kleinen Blutpünktchen/Schlieren im Schleim. Davor hatte sie eher breiigen Muttermilchstuhl mit gelegentlichen Schleimfäden, aber kein Blut. Die Beschwerden begannen etwa eine Woche nach der 2. Rotavirusimpfung. Seitdem riecht der Stuhl auch deutlich anders („scharf“/unangenehm). Eine Stuhluntersuchung war unauffällig, bis auf ein leicht erhöhtes Calprotectin. Die Kinderärztin empfahl zunächst Beobachtung und Verzicht auf Milchprodukte. Wegen Verdacht auf Kuhmilcheiweißallergie verzichte ich nun seit 6 Wochen komplett auf Milchprodukte, seit 3 Wochen zusätzlich auf Produkte mit „Spuren von Milch“ und auf  Sojaprodukte. Eine klare Besserung sehe ich bisher nicht. Es gibt aber Schwankungen. Meine Tochter hat zirka 6 Stuhlwindeln am Tag und davon sind zirka zwei mit Blutbeimengungen (meistens nur bei genauem Hinschauen erkennbar). Vor wenigen Tagen musste ich wegen einer Brustentzündung Clavamox Antibiotika nehmen. Seitdem ist ihr Stuhl noch dünner geworden. Direkt vor Beginn des Antibiotikums hatte sie außerdem einmal einen Tag Durchfall. Gestern hatte sie erstmals deutlich mehr Blut in einer Windel als sonst. Es war auf den ersten Blick erkennbar (ca. Teelöffelgroßer Glibber mit Blutschlieren durchsetzt. Heute waren die ersten 3 Windeln wieder unauffällig, in der 4. Windel sind wieder mehrere kleine Blutspuren. Sie wirkt weiterhin völlig normal, trinkt gut und hat nasse Windeln. Die Tage davor und gestern habe ich viel Zitronenschale (Muffins) und Saft gegessen, ansonsten habe ich nichts ungewöhnliches gegessen. Meine Fragen: Passt der Verlauf noch zu einer allergischen Proktokolitis durch Kuhmilcheiweiß? Wie lange sollte man bei einer Eliminationsdiät eine Besserung erwarten? Ich nehme es wirklich sehr genau (backe mein Brot selbst, nimm auf Feiern einen eigenen Kuchen mit, lese bei jedem Produkt die Spurenangabe,...) Könnten auch andere Auslöser eine Rolle spielen? Könnte das Antibiotika oder die Zitrone Schuld sein? Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl es könnte vielleicht weggehen (nur ein kleines Blutpünktchen am Tag).  Mein Bruder hat Colitis Ulcerosa, meine Kinderärztin meinte aber das sei unwahrscheinlich. Durch meinen Mann ist unsere Tochter eine bisher symptomfreie Trägerin des Glycogenosetyps 9a. Das hat aber laut Kinderärztin auch nichts damit zu tun. Ich traue mich schon kaum mehr etwas zu essen, können Sie mir weiterhelfen?  P.S.: Ich gebe ihr regelmäßig Omnibiotic Pandatropfen für ihre Darmflora. Sie ist schon immer ein Baby das viel spuckt. Schöne Grüße Anja mit Fina