Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Michael Radke:

Kuhmilcheiweißintoleranz, Blut im Stuhl hört nicht auf

Frage: Kuhmilcheiweißintoleranz, Blut im Stuhl hört nicht auf

HLL

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Sehr geehrter Dr. Radke, Mein Sohn ist heute 6 Monate alt und hat seit ca 4 Monaten Blut im Stuhl. Ich verzichte seit 11 Wochen auf Milchprodukte mit versehentlicher Provokation vor 5 Wochen. Ihm geht es seither sehr gut, aber das Blut will einfach nicht vollständig verschwinden. Seine übrigen Symptome (starke Bauchschmerzen,  Trinkverweigerung, grüner Stuhlgang, weiße Klümpchen im Stuhlgang) sind relativ schnell verschwunden. Wir warten nun schon seit 6 Wochen auf einen Termin bei einem Kindergastroentrologen und aus der Verzweiflung versuche ich hier mein Glück. Ich ernähre mich jetzt seit 2 Wochen vegan, glutenfrei, nussfrei und frei von allen ausweisungspflichtigen Allergene. Ich dachte zuerst eins davon muss sein Problem sein,  weil es jetzt eine Woche nur noch sehr wenig Blut war.  Heute wieder schlimmer und ich weiß absolut nicht was ich noch machen soll und möchte diese extreme Diät auch nicht ewig machen. Haben sie von der Ferne noch eine Idee an was das liegen könnte? Wie ist Ihre Meinung zu Beikost trotz des gereizten Darms? Unser Kinderarzt hat mich gedrängt trotzdem zu beginnen, das habe ich vor 3 Tagen mit Kürbis. Mein Sohn findet es toll. Wie ist Ihre Meinung zu Probiotika? Wir haben eine Stuhlanalyse machen lassen die ein Mangel an 3 von 4 untersuchten säurebildenden Bakterien und zu viele e-coli Bakterien zeigt. Außerdem ist der ph Wert zu hoch.  Herzlichen Dank und mit freundlichen Grüßen  Lina


Prof. Dr. med. Michael Radke

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Ich gehe gern auf Ihre Problematik der Reihe nach ein: Zunächst: Sie haben 6 Monate gestillt und damit den großen Vorteil der Muttermilch für Ihren Sohn genutzt. Der physiologische Wert der Muttermilch ist insbesondere in den ersten Lebenswochen sehr wichtig, im zweiten Lebenshalbjahr deutlich weniger. Wenn die Blutungen weiter gehen, kehrt sich der Vorteil allerdings u.U. in einen Nachteil um, da Ihr Kind ja weiterhin einen ständig allergisch entzündeten Darm hat, der zu Blut- und auch Eiweißverlusten führt. Zudem laufen Sie selbst Gefahr, daß Sie aufgrund des Weglassens wichtiger Eiweiß- und Nährwert in ein Defizit rutschen. Hinzu kommt, daß man wahrscheinlich nicht das oder die verantwortlichen Eiweiße in der Muttermilch identifizieren kann, die für die allergische Entzündung bei Muttermilch-induzierter Enterokolitis verantwortlich sind. Meine Empfehlungen: - Starten Sie umgehend mit Beikost (Gemüse-Fleisch- oder/und Getreidebreie) wie von Ihrem Kinderarzt empfohlen. - Sie sollten abstillen und können dann sich dann sofort auch wieder normal ernähren.  - Wenn der Termin in der Kindergastro-Ambulanz noch weit entfernt liegt, kann Ihnen Ihr Kinderarzt eine sog. therapeutsche Hydrolysatnahrung rezeptieren. Mit dieser können Sie Ihr Kind bedarfsgerecht ernähren. - Probiotika werden nicht helfen, darauf können Sie verzichten. Wenn Sie diese Empfehlungen befolgen, wird Ihr Kind in wenigen Tagen kein Blut mehr im Stuhl haben und Sie können sich wieder normal ernähren. Good luck!


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