Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Michael Radke:

Worauf sollten wir achten? - Blut im Stuhl und Morbus Crohn

Frage: Worauf sollten wir achten? - Blut im Stuhl und Morbus Crohn

I.Müller

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Sehr geehrter Herr Prof. Radke, ich melde mich bei Ihnen, weil meine Tochter (10 Monate) seit Februar vermehrt Blut im Stuhl hatte/hat und auf verschiedene Lebensmittel mit starken Blähungen sowie einmal bei Mandel mit Quaddeln reagierte, insgesamt also allergiegefährdet scheint.  Da ich allergisches Asthma und viele Allergien (Hausstaub, Katze, rohe Karotten, Haselnuss…) und mein Mann Morbus Crohn sowie geringen Heuschnupfen hat, wundert uns das nicht. Aktuell ist die Vermutung, dass die Ursache für das Blut eine FPIAP ist. Über ein Ernährungs- und Stuhltagebuch habe ich beobachtet, dass vor allem nach Apfel Blut auftaucht. Jetzt, da wir Apfel in Beikost wie auch in meiner Ernährung als Stillende weglassen und eine weitere Breimahlzeit eingeführt haben, sehen wir eigentlich fast gar kein Blut mehr im Stuhl. Zusätzlich hat eine Allergentestung gezeigt, dass Eiklar, Dorsch, Milch, Soja, Erdnuss und Weizen kein Problem sind. Gängige Keime/Viren sind negativ. Calprotectin im Stuhl lag in der Aktuphase bei 155 Mikrogramm pro Gramm, Eosinophile im Blut bei 7,5 % sowie Lymphozyten typisch bei 69,2 %. Die Ergebnisse zur Mandel und zu Nüssen stehen noch aus, der Ultraschall vom Darm war unauffällig und eine Darmspiegelung wurde nicht gemacht. Meine Fragen wären jetzt: 1. Wann sollte ich Apfel am besten wieder einführen? Und worauf sollte ich ggf. bei der Beikost z.B. in Bezug auf andere Lebensmittel achten, wenn Apfel ein Problem darstellt? 2. Da mein Mann im Zuge seiner Krankheitsgeschichte den Verdacht gehört hat, dass neben genetischen Faktoren bestimmte Bakterien in der Milch eine Ursache für Morbus Crohn sein könnten, habe ich Milch noch nicht in die Beikost integriert – kann ich das Ihrer Ansicht vor dem genannten Hintergrund nach tun? Falls ja, wie würden Sie uns die Einführung empfehlen? 3. Worauf sollten wir darüber hinaus ansonsten achten, wenn Morbus Crohn familiär bedingt im Raum steht und Blut im Stuhl beobachtet wurde?  Herzliche Grüße, I. Müller


Prof. Dr. med. Michael Radke

Prof. Dr. med. Michael Radke

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Ihre Beschreibung der medizinischen Situation Ihrer Tochter klingt sehr professionell! Zum Problem bzw. zu Ihren Fragen: 1. Mit dem Apfel lassen Sie sich besser noch Zeit, mindestens 6 Monate. Danach könnte eine Einführung am besten unter kontrollierten Bedingungen, z.B. durch einen Tagesaufenthalt in einer Kinderklinik erfolgen. Dort könnte zuerst etwas hitzedenaturierter Apfel, z.B. Apfelmus probiert werden. Danch ggf. roher Apfel, wobei hier ein Pricktest vorangehen könnte bzw. sollte. 2. Der Zusammenhang Milch/M. Crohn ist nach jetzigem Wissenstand nicht begründbar. Auch hier könnte man zunächst Milch nach Aufkochen (z.B. Pudding) probieren, u.U. auch kontrolliert (s. 1). Ihr Kind ist durch Sie und den Heuschnupfen Ihres Mannes (M. Crohn spielt hier weniger eine Rolle) genetisch bzgl. FPIAP doppelt belastet. Der geringe (für Säuglinge normale) Wert für Calprotectin spricht gegen eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die Eos im Blut sprechen für eine allergische Reaktion. 3. Es gibt zwar eine Familiarität bei M. Crohn, die aber sehr viel geringer ist, als bei allergischen Erkrankungen. Diesbzüglich brauchen Sie für Ihr Kind nichts weiter zu beachten. Es lohnt sich aber sicher in mehrmonatigen Abständen Calprotectin und Blut im Stuhl Ihres Kindes zu bestimmen, auch um Sie als Eltern zu "beruhigen".


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