Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Dr. med. Axel Enninger:

Seit 3 Monaten Blut im Stuhl

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Frage: Seit 3 Monaten Blut im Stuhl

Lara111

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Guten Tag,  meine Tochter ist mittlerweile 8,5 Monate alt, seit Anfang Juni hat sie annähernd täglich Blutfäden und Schleim im Stuhl. Außerdem hat sie da angefangen häufigeren Stuhlgang zu haben (vorher 1-2/Tag, danach 4-5x/Tag) und dieser wurde grün. Zu dem Zeitpunkt wurde sie noch voll gestillt. Mittlerweile bekommt sie auch Beikost, dadurch ist der Stuhl nicht mehr so flüssig und auch nicht mehr jedes Mal grün. Der KIA vermutete eine Kuhmilchallergie. Daraufhin habe ich auf Milchprodukte verzichtet wodurch es zwischendurch besser wurde. Dann habe ich versehentlich am 05.07. einen Löffel mit Joghurtresten abgeleckt, seitdem hat sie täglich Blut im Stuhl, obwohl ich weiter sehr strikt auf Milchprodukte verzichte. Stuhlprobe schloss Infektionen und Viren aus. Der Kia verordnete Neocate/ Althera was die Kleine aufgrund des schrecklichen Geschmacks nicht annimmt. Seit über einem Monat verzichte ich zusätzlich auf Soja, Eier, Nüsse und Fisch und esse auswärts nichts. Ich habe den Eindruck, dass das Blut minimal weniger geworden ist, jedoch ist weiterhin fast täglich welches in der Windel. Letzte Woche wurde ein Blutbild und Allergietest gemacht, Entzündungswerte und Nierenwerte unauffällig, beim Allergietest alles negativ außer eine leichte Unverträglichkeit bei Soja. Ich bin so langsam verzweifelt und ratlos. Der Kleinen geht es an sich gut, aber warum hört das Bluten nicht auf. Was vielleicht noch wichtig ist: sie hatte einen Knick in der Gewichtszunahme seitdem. Aktuell wiegt sie ca. 7200gr. Und die Blutfäden sind nie im ersten Stuhlgang des Tages dabei, sondern meist ab dem 3. Stuhlgang. Als nächstes möchte ich zur Gastroenterologin oder ins Krankenhaus. Was würden Sie raten zu tun? Ich möchte ungerne abstillen ohne wirklich eine Diagnose zu haben. Bzw. möchte ich die Kleine nicht mit dieser Spezialmilch quälen, da sie die strikt verweigert, ohne das es wirklich unbedingt nötig ist.  Außerdem mache ich mir Gedanken ob Sie genug mit Nährstoffen versorgt wird, da wir auch bei der Beikost auf die Allergene aktuell noch verzichten. Was ist ihre Expertenmeinung zu diesen Fall, wie sollten wir weiter vorgehen? Welche Untersuchungen wären weiter wichtig und worauf sollten wir bei der Beikost achten?    Vielen Dank im Voraus.


Dr. med. Enninger

Dr. med. Enninger

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Das klingt nach mehr Aufregung und Beunruhigung als nötig ist. Das Ganze ist harmlos und hört von alleine wieder auf. Es nennt sich Nahrungsmittel induzierte Proktokolitis und ist eine Reaktion auf irgendein Eiweiß, das Ihr Kind über die Muttermilch oder direkt erhält. Das ist keine IgE vermittelte Reaktion und deswegen sind auch die Allergietests erwartungsgemäß normal. Strikte Ausschlussdiäten für Mutter und Kind haben wir früher empfohlen, mittlerweile weiß man, dass alles auch spontan verschwindet. Weitere Diagnostik ist weder notwendig noch sinnvoll. Die Zeit spielt für sie, denn spätestens am Ende des 1. Lebensjahres ist alles vorbei. Weiter stillen, Beikost einführen (zunächst unter Verzicht auf Kuhmilch, sonst ganz normal nach Plan), sonst nichts tun. Auch eine Vorstellung bei der Kindergastroenterologin würde ich aktuell nicht für notwendig erachten. Kuhmilch gegen Ende des ersten Jahres in kleinen Mengen wieder einführen.


Lara111

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Vielen Dank für Ihre Antwort Dr. Enninger. Das ist beruhigend. Ich frage mich nur, wie das sein kann, dass weiterhin Blut im Stuhl ist obwohl ich schon seit 1-2 Monat absolut strikt auf Milchprodukte verzichte. Ich esse auch nichts wo Spurenhinweise sind.  Also erstmal weitermachen mit Verzicht auf Milchprodukte von Mutter und Kind und sonst erstmal nichts weglassen?  Vielen Dank! 


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