Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Radke, unser vier Monate alter Sohn zeigt seit dem zweiten Lebensmonat Blutfäden und Schleim im Stuhl. Auf Anweisung unserer Kinderärztin haben wir zunächst auf Althéra umgestellt. Da sich das Blutbild jedoch nicht besserte, erhält er seit knapp vier Wochen ausschließlich Alfamino. Grundsätzlich haben sich die Bauchschmerzen gebessert, und auch die Stuhlfrequenz ist von zuvor 10–12 Mal täglich auf etwa 3–6 Mal pro Tag zurückgegangen. Leider tritt weiterhin gelegentlich Blut im Stuhl auf, etwa zwei- bis dreimal pro Woche in jeweils einer Windel. Er nimmt gut zu (bei 64 cm Körpergröße wiegt er 6420 g) und entwickelt sich altersgerecht. Es wurden bereits dreimal Blutuntersuchungen durchgeführt, die jeweils unauffällig waren – der Hb-Wert ist sogar kontinuierlich angestiegen. Zudem wurde er zweimal sonografisch von einem Gastroenterologen untersucht, wobei schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen werden konnten. Eine Stuhlprobe ergab ebenfalls keinen Hinweis auf eine Infektion. Daher wurde die Diagnose einer Kuhmilcheiweißallergie gestellt. Er erhält zudem dauerhaft eine prophylaktische Dosis Trimethoprim aufgrund eines Harntransportproblems (Grad II). Hierzu habe ich folgende Fragen: Wie ist es zu erklären, dass trotz ausschließlicher Ernährung mit Alfamino weiterhin Blut im Stuhl auftritt, obwohl diese Nahrung als nicht allergen gilt? Könnte möglicherweise etwas übersehen worden sein? Kann sich die Heilung der Darmschleimhaut durch die Antibiotikagabe verzögern, sodass der Heilungsprozess länger als vier Wochen dauert? Ist es möglich, dass der Darm dadurch nicht vollständig zur Ruhe kommt? Es wurde empfohlen, etwa ab dem 4,5. Lebensmonat mit der Beikost zu beginnen. Ist dies sinnvoll, obwohl weiterhin gelegentlich Blut im Stuhl auftritt? Ich danke Ihnen im Voraus herzlich für Ihre Einschätzung.