Sehr geehrter Herr Dr. med. Enninger, unsere 9 Monate alte Tochter wird gestillt und erhält zusätzlich selbst zubereitete Beikost. Seit ihrer Geburt hat sie überwiegend eher dünne/breiige Stuhlgänge mit wiederkehrenden Blutbeimengungen. Aktuell hat sie etwa 1–2 Stuhlgänge täglich. Bei fast jedem Stuhlgang sind hellrote, fadenförmige Blutstreifen sowie Schleim sichtbar. Das Blut befindet sich dabei überwiegend auf dem Stuhl und nicht separat in der Windel. Bei einer allergologischen Blutuntersuchung im Juli 2026 zeigte sich eine Sensibilisierung gegenüber Kuhmilcheiweiß der Klasse 2 von 6. Bei den bisherigen U-Untersuchungen lagen Gewicht und Körpergröße stets im oberen Bereich. Es wurde bereits ein Ultraschall des Bauchraums durchgeführt; hierbei wurden uns keine Auffälligkeiten mitgeteilt. Bisherige Werte aus den Stuhlproben: Stuhlprobe (06/2026): Pankreaselastase 157 µg/g Calprotectin (06/2026): 65 µg/g Stuhlprobe (07/2026): Pankreaselastase < 50 µg/g sowie  Calprotectin (07/2026): 128 µg/g Eine erneute Kontroll-Stuhlprobe haben wir am 13.08.2026 abgegeben; das Ergebnis steht derzeit noch aus. Unser Kinderarzt hat außerdem einen Schweißtest angesprochen, der zu einem späteren Zeitpunkt in einer Klinik durchgeführt werden soll. Unsere Tochter wirkt nach dem Aufwachen häufig noch müde. Tagsüber schläft sie derzeit meist nur einmal für etwa 40 Minuten und hat Schwierigkeiten beim Einschlafen. Nach dem Stillen schreit sie nicht und zieht auch nicht auffällig die Beine an. Aktuell erhält sie zur Unterstützung des Stuhlgangswegen ein Kümmelzäpfchen, gelegentlich auch zwei, da sie ansonsten Schwierigkeiten hat, zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen. Aufgrund der wiederholt deutlich erniedrigten Pankreaselastase und insbesondere des letzten Wertes von < 50 µg/g machen wir uns Sorgen hinsichtlich einer möglichen exokrinen Pankreasinsuffizienz. Hierzu hätten wir folgende Fragen: Ab welchem Pankreaselastase-Wert bzw. unter welchen Voraussetzungen sollte bei einem Säugling eine Therapie mit Pankreasenzymen begonnen werden? Sollte eine Enzymtherapie gegebenenfalls bereits begonnen werden, bevor die Ursache einer möglichen exokrinen Pankreasinsuffizienz abschließend geklärt ist? Ist es möglich, dass grundsätzlich ausreichend Pankreasenzyme produziert werden, diese jedoch aufgrund einer Verengung bzw. Abflussstörung der Pankreasgänge nicht ausreichend in den Darm gelangen? Falls ja, welche Untersuchungen wären zur Abklärung sinnvoll? Sollte zusätzlich eine Blutuntersuchung hinsichtlich des Zuckerstoffwechsels bzw. eines Diabetes erfolgen? Wie aussagekräftig sind die genannten Pankreaselastase-Werte bei überwiegend dünnem/breiigem Stuhl (nicht wässrigem)? Könnte insbesondere der Wert < 50 µg/g durch die Stuhlkonsistenz verfälscht sein? Welche weiterführende Diagnostik würden Sie bei dieser Konstellation empfehlen? Können Sie uns eine spezialisierte Kinderklinik bzw. ein pädiatrisch-gastroenterologisches Zentrum mit besonderer Erfahrung bei Pankreasfunktionsstörungen und Pankreaserkrankungen im Säuglingsalter empfehlen? Vielen herzlichen Dank für Ihre Einschätzung und Ihre Zeit. Mit freundlichen Grüßen