Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Michael Radke:

Diabetes Früherkennung

Frage: Diabetes Früherkennung

Steffi1234567

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Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Radke, vielen Dank für die Möglichkeit hier Fragen an Sie zu stellen.  Ich höre in der letzten Zeit viel über Diabetes Typ I und habe auch von der Früherkennungsstudie gelesen. In unserem Bundesland gibt es das nicht, aber ich wollte Sie gern nach Ihrer Meinung dazu fragen. Sollte man eine Früherkennung in Erwägung ziehen ohne Vorbelastung in der Familie? Bei uns gibt es niemanden mit Diabetes Typ I, aber weil man es so oft hört, mache ich mir trotzdem Sorgen um meine Kinder. Eine solche Erkrankung kann ja auch aus dem nichts heraus entstehen oder? Ich würde mich über Ihre Meinung dazu freuen. Vielen Dank und viele Grüße 


Prof. Dr. med. Michael Radke

Prof. Dr. med. Michael Radke

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Früherkennungen und Präventionen (Vorbeugen) von Krankheiten sind immer besser, als überrascht zu werden. Bei der Diabetes Früherkennung im Kindesalter geht es darum, die gefürchteten schlimmen Symptome eines Diabetes (sog. Ketoazidose) gar nicht erst entstehen zu lassen.   Ein Test auf Früherkennung wäre ratsam, wenn Diabetes-typische Symptome auftreten, d.h. starker Durst, Harndrang und häufiges Wasserlassen, (erneutes) nächtliches Wasserlassen oder sogar Einnässen, ständige Müdigkeit, Gewichtsabnahme, allgemeines Krankheitsgefühl. In diesem Fall wäre es in Absprache mit Ihrem Kinderarzt sinnvoll, einen Diabetes mellitus Typ 1 durch einen einfachen Bluttest auszuschließen. Das geht in allen Bundesländern außer in Schleswig-H., NRW, Saarland, Baden-Württemberg. Ein Test einfach "ins Blaue hinein" ist nicht ratsam. Konkret für Sie: Wenn Ihre Kinder keinerlei Symptome haben, ist ein Test nicht nötig. Mit ihm kann man ja nicht grundsätzlich klären, ob Ihr Kind jemals an Diabetes Typ 1 erkranken wird, sondern nur das Frühstadium einer Diabetes-Erkrankung. Das ist aber auch schon ein Fortschritt, da die o.g. schwerwiegenden Symptome dann vermeidbar sind.  Der Diabetes Typ 1 wird zwar früher symptomatisch als Typ2, einige Wochen (mit den o.g. Symptomen) dauert es aber doch schon. In dieser Zeit würde dann der Test greifen. Viele Grüße!


Dr. med. Andreas Busse

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Lieber Kollege Radke, liebe Fragende, jetzt muss ich mich doch mal einmischen und Ihre Antwort ergänzen und ein wenig korrigieren. Es kann sinnvoll sein, auch ohne Hinweise aus  der Familiengeschichte oder ohne dass ein Kind "Frühsymptome" eines Diabetes mellitus hat, einen Vorsorgetest durchzuführen. Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter ist. In Deutschland ist etwa 1 von 250 Kindern und Jugendlichen davon betroffen. Fast 90 Prozent der erkrankten Kinder haben keine nahen Verwandten mit Typ-1-Diabetes. Das heißt, die Erkrankung kann jedes Kind treffen. Das Problem bei Typ-1-Diabetes ist, dass man ihn meist erst erkennt, wenn es bereits zu schweren und zum Teil auch lebensbedrohlichen Symptomen gekommen ist. Hier setzt die Fr1da-Studie an und bietet allen Familien in Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen die Möglichkeit, mit ihren Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren an der Typ-1-Diabetes-Früherkennung teilzunehmen: Dank eines einfachen und kostenlosen Bluttests kann die Erkrankung bereits in einem frühen Stadium festgestellt und früh behandelt werden. Anhand weniger Blutstropfen Ihres Kindes lässt sich feststellen, ob sogenannte Inselautoantikörper vorhanden sind. Inselautoantikörper sind Zeichen einer Entzündung der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse; sie können bereits Jahre bevor es zu einem Insulinmangel und zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommt im Blut nachgewiesen werden. Alles Gute!


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