Steffi1234567
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Radke, vielen Dank für die Möglichkeit hier Fragen an Sie zu stellen. Ich höre in der letzten Zeit viel über Diabetes Typ I und habe auch von der Früherkennungsstudie gelesen. In unserem Bundesland gibt es das nicht, aber ich wollte Sie gern nach Ihrer Meinung dazu fragen. Sollte man eine Früherkennung in Erwägung ziehen ohne Vorbelastung in der Familie? Bei uns gibt es niemanden mit Diabetes Typ I, aber weil man es so oft hört, mache ich mir trotzdem Sorgen um meine Kinder. Eine solche Erkrankung kann ja auch aus dem nichts heraus entstehen oder? Ich würde mich über Ihre Meinung dazu freuen. Vielen Dank und viele Grüße
Früherkennungen und Präventionen (Vorbeugen) von Krankheiten sind immer besser, als überrascht zu werden. Bei der Diabetes Früherkennung im Kindesalter geht es darum, die gefürchteten schlimmen Symptome eines Diabetes (sog. Ketoazidose) gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein Test auf Früherkennung wäre ratsam, wenn Diabetes-typische Symptome auftreten, d.h. starker Durst, Harndrang und häufiges Wasserlassen, (erneutes) nächtliches Wasserlassen oder sogar Einnässen, ständige Müdigkeit, Gewichtsabnahme, allgemeines Krankheitsgefühl. In diesem Fall wäre es in Absprache mit Ihrem Kinderarzt sinnvoll, einen Diabetes mellitus Typ 1 durch einen einfachen Bluttest auszuschließen. Das geht in allen Bundesländern außer in Schleswig-H., NRW, Saarland, Baden-Württemberg. Ein Test einfach "ins Blaue hinein" ist nicht ratsam. Konkret für Sie: Wenn Ihre Kinder keinerlei Symptome haben, ist ein Test nicht nötig. Mit ihm kann man ja nicht grundsätzlich klären, ob Ihr Kind jemals an Diabetes Typ 1 erkranken wird, sondern nur das Frühstadium einer Diabetes-Erkrankung. Das ist aber auch schon ein Fortschritt, da die o.g. schwerwiegenden Symptome dann vermeidbar sind. Der Diabetes Typ 1 wird zwar früher symptomatisch als Typ2, einige Wochen (mit den o.g. Symptomen) dauert es aber doch schon. In dieser Zeit würde dann der Test greifen. Viele Grüße!
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