Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Verhalten beim 10-monatigen Kind

Frage: Verhalten beim 10-monatigen Kind

Mitglied inaktiv

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Guten Morgen, drei Fragen habe ich. 1. Seit 4 Tagen schlägt sich mein 10 Monate alter Sohn ins Gesicht, obwohl er noch nie gesehen hat, wie jemand geschlagen wurde. Woran liegt das? Derzeit ignoriere ich das Verhalten. 2. Obwohl ich ihn konsequent und mit fester Stimme mit einem "Nein" immer wieder von "verbotenen" Dingen wegnehme, ignoriert er das vollkommen. Gibt es einen Tipp? 3. Gem. Bindungstheorie soll man auf Bedürfnisse sofort reagieren. Dennoch soll mein Sohn ja nicht immer und sofort seinen Willen bekommen. Und nun? Gruß und Dank im voraus Maltini


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Maltini(?), spontane, impulsgesteuerte Handlungen mit aggressiven Zügen gegen sich selbst sieht man häufig im beginnenden Widerstandsalter. Sie haben etwas mit der beginnenden Loslösung aus der primären Bindung zu tun, haben aber keinerlei zielgerichtet schädigenden Charakter. Die auslösenden Situationen eines solchen Verhaltens sind meist Momente von Untersagungen, resp. Verboten und von eigenem Ärger. Die Behinderung des eigenen Willens wird von Kind nicht als erzieherische Methode erkannt, sondern als Angriff gegen sich selbst. Dieser Angriff kommt meistens aber von der Person, die auch am meisten geliebt wird. Das Kind stürzt infolgedessen in einen Konflikt und reagiert mit Wut und Ärger. Was zunächst Wut ist, wird bei Fortbestand der Vorgänge bald zu Enttäuschung und schließlich Verzweiflung, eine unheilvolle Entwicklung. Mit dem ersten Willen des Kindes muß man sehr sorgfältig umgehen. Es ist ein drangvoller Wille ohne große Entscheidungsmöglichkeit. Was einmal als Wille gefaßt ist, drängt zwanghaft nach Ausführung. Wenn Sie die Handlung verhindern wollen, müssen Sie eine starke Ablenkung finden, oder eine Ersatzhandlung von hoher Attraktivität. Aber den Willen aus erzieherischen Gründen in Schranken zu weisen (Prinzip Grenzen setzen), ist genau der falsche Ansatz. Ein solches Vorgehen führt zum Aufbäumen des Kindes gegen diesen unerwarteten Widerstand, das Sie als Eltern dann mit Gewalt niederdrücken müssen. Es ist der Einstieg in eine das Selbst des Kindes beschneidende, autoritäre Erziehung. Das Leben mit einem Kind, dem man das Selbst beschnitten hat, wird auf Dauer schwierig! Unter dem Stichwort "Nein-sagen" gibt es viele Antworten zu Ihrer letzten Frage. Viele Grüße


Mitglied inaktiv

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liebe maltini, zu frage zwei und drei kannst du alles in dem kästchen "emotionales bewusstsein" über den forumsfragen nachlesen. mir scheint, du erwartest etwas viel von deinem 10 monate alten sohn... gruß von dschain


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