k_ristina
Guten Tag Frau Henkes! Mein Sohn ist 3 Jahre und 4 Monate alt. Mir ist aufgefallen, dass er seit ein paar Wochen ein ziemlich anstrengendes und grauenhaftes Verhalten aufweist und ich nicht mehr weiß, wie ich noch darauf reagieren soll. Mir ist bewusst, dass er mit seinen Gefühlen noch nicht umgehen kann, dass er selbtständiger werden möchte und auch die Grenzen testet. Tagsüber gibt es Phasen wo er einfach gar nicht gehorcht, Sachen absichtlich macht, die mein Mann und ich nicht mögen oder er uns haut. Zum Beispiel schüttet er Wasser aus, will es aber nicht wegwischen (auch nicht mit uns zusammen); Isst etwas Süßes, obwohl ich es nicht erlaube; Wirft Sachen die Treppe hinunter, obwohl er weiß, dass wir das zu Hause nicht machen, da es jemanden vl. auf den Kopf trifft oder die Sache kaputt wird; Nimmt seinem Bruder (7 Monate alt) die Spielsachen aus der Hand oder umarmt ihn absichtlich sehr fest oder klopft ihm fester auf den Kopf, sodass der Kleine weint.; Wirft Sachen hinter die Couch, sodass wir die Couch immer wieder wegschieben müssen um die Sachen zu holen. Wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht, dann wird er wütend bzw. wirft Sachen um sich herum. Wenn etwas nicht klappt, dann will er zwar Hilfe haben, aber es darf ihm keiner helfen. Manchmal haut er uns einfach so oder weil ihm etwas nicht passt und ich sage zu ihm, dass er aufhören soll, da es uns weh tut, aber er steigert sich dann noch mehr hinein und haut weiter. Ich weiß nicht mehr, wie wir auf sein Verhalten reagieren sollen bzw. was wir sagen sollen, da er uns in diesen Momenten nicht wahrnimmt und ihm alles egal ist. Wir sagen es ihm ein paar Mal ganz normal, erklären es ihm und setzten auch Grenzen, aber irgendwann erreichen auch wir den Punkt wo wir lauter werden und eigentlich drohen müssen, da alles andere nichts bringt, obwohl wir es nicht auf diese Art und Weise klären wollen. Mein Sohn antwortet zwar immer nur mit NEIN und lächelt uns an oder er geht weg und wenn wir dann drohen, dann fängt er an zu weinen. Wenn er zB. etwas die Treppe runter wirf, dann biete ich ihm etwas Anderes zum Werfen an, aber das möchte er nicht, denn er möchte diese bestimmte Sache die Treppe runter werfen. Gestern hat er einen Deckel von einer Schüssel nicht zumachen können und hat mich dann geschlagen. Ich habe ihm gesagt, dass er bestimmt wütend ist, weil er es nicht zumachen konnte und ich möchte, dass er mich nicht haut, da mir das weh tut, aber er hat weiter gemacht. Was können wir noch machen/sagen? Danke. LG Kristina
Guten Tag, Ihr Sohn scheint gerade in einer intensiven Trotzphase zu sein. Das kann für Kind und Eltern eine schwierige Zeit sein. Dreijährige entdecken ihren Willen und wollen ihn erproben. Das ist für die psychische Entwicklung notwendig, da Kinder so selbständiger werden und sich aus der großen Abhängigkeit von den Eltern mehr und mehr lösen können. Wenn Kinder an dieser Willensausübung gehindert werden, sind sie verständlicherweise wütend und frustriert. Mit dieser Frustration können sie jedoch noch nicht umgehen. Frustrationstoleranz müssen sie erst lernen. Dazu benötigt Ihr Sohn Ihre Unterstützung. Zeigen Sie ihm Ihr Verständnis, wie Sie es hier beschrieben haben, und trösten Sie ihn. Begrenzen Sie ihn jedoch da wirksam, wo er Sie körperlich attackiert. Sie können einen Dreijährigen festhalten oder ihn aus Ihrer (oder des kleinen Bruders) Nähe entfernen, damit er keinem mehr schaden kann. Das ist auch für Ihren Sohn wichtig, da er Ihnen sicher nicht schaden möchte, und Sie das auf diese Weise verhindern. Nehmen Sie ihm das Wasser weg, bevor er es ausschüttet. Verstauen Sie Süßigkeiten grundsätzlich so, dass er nicht an sie herankommt. Lassen Sie für eine Weile die Sachen hinter der Couch liegen. Sie können Sie holen, wenn er nicht dabei ist. Dann verliert sein Verhalten vermutlich die große Bedeutung. Ihr Sohn kann merken, dass Sie sein Verhalten gelassen ertragen und er Sie nicht mehr damit provozieren kann. Helfen Sie ihm, sozial akzeptierte Möglichkeiten zu finden, um Frustrationen besser zu ertragen. Bieten Sie ihm jedoch möglichst nichts Verwirrendes an. Wenn er nichts die Treppe herunterwerfen darf, gibt es dafür auch keine erlaubte Alternative. Das kann ein Dreijähriger noch nicht verstehen. Sie werden vermutlich Ihren Sohn eine Weile sehr gut im Auge behalten müssen, um ihn selbst vor den Folgen seiner Wut zu schützen. Kinder erwarten von ihren Eltern, dass diese stärker sind als sie. Sie spüren, dass es noch nicht durchgängig nach ihrem Willen gehen kann. Sie sind klein und schwach und brauchen starke Eltern, die ihnen gewachsen sind, die Richtung weisen und Schutz bieten. Möglicherweise spielt beim Verhalten Ihres Sohnes auch die Geschwisterrivalität noch eine große Rolle. Ihr Sohn hat Angst, Ihre Zuwendung und Aufmerksamkeit an den Bruder zu verlieren und sichert sich durch sein provokatives Verhalten Ihre Aufmerksamkeit in besonderem Maße. Auch diesbezüglich brauchen Sie Geduld. Zeigen Sie Ihrem Sohn, dass Sie ihn so weiterlieben wie zuvor. Geben Sie ihm möglichst viele Gelegenheiten, in denen er Selbstwertgefühl erwerben kann. So kann er Ihnen helfen oder bei Aktivitäten mitmachen, bei denen er stolz und zufrieden mit sich sein kann (und Sie auch). Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
Ähnliche Fragen
Guten Morgen Frau Dr. Henkes, ich bin Mama eines 2 Jahre und 2 Monate alten Jungen und mache mir momentan einige Sorgen um seine Entwicklung. Er hatte beidseitige Paukenergüsse, die vermutlich über längere Zeit bestanden. Diese scheinen mittlerweile abgeheilt zu sein – laut Pädaudiologin und HNO hört er aktuell wieder gut, auf einem Ohr war ...
Hallo, mein Kind ist 5,5 Jahre alt und seit genau 2 Wochen geht sie plötzlich super ungerne zur Kita. Sie schreit dort so, dass ich sie schon 2 mal abholen musste. Grund dafür ist nur, dass sie nachhause will sagt sie. Desweiteren sagt sie seit dem ständig dass ihr etwas weh tut. Der Kopf, der Bauch, der Fuß, die Nase, der Zahn etc. Das geht durch ...
Hallo, vielen Dank, dass wir uns an Sie wenden können! Aktuell weiß ich wirklich nicht mehr weiter. Unser Sohn ist 4, geht seit einem Jahr in den Kindergarten und ist dort sehr glücklich! Er ist weit für sein Alter was Sprache etc angeht und ist bei vielen schon sehr selbstständig. Er ist ein sehr willensstarkes, phantasievolles Kind und wir ...
Guten Abend, wir machen uns aktuell Sorgen um unsere Tochter (2 1/2 Jahre alt). Zum einen fremdelt sie ganz plötzlich...da hatten wir eigentlich noch nie so doll Probleme mit. Aber letzte Woche wollte sie z.B. nichtmal bei meiner Mutter ins Haus rein...sie wollte nur auf meinen Arm und hat weder auf Oma noch auf Opa reagiert. Obwohl sie da h ...
Guten Tag! Under Sohn (5,5 Jahre alt) war immer in sehr gesprächiges, aufgedrehtes und fröhliches Kind. Seit ungefähr 1 Monat ist aber auffällig, dass er zwar zu Hauee noch immer so ist wie oben beschrieben, aber auswärts ganz ruhig und zurückgezogen wurde. ZB bei den Großeltern, die er 1-2 mal pro Woche Seit Geburt sieht, also sehr gut v ...
Liebe Frau Henkes Wir hatten gestern ein Gespräch in der Kita und ich habe am Abend zufällig einen Beitrag über PDA-Kinder gesehen. Ich erkenne einige Muster bei meiner Tochter und mache mir nun grosse Sorgen. Wir haben immer Mühe mit Anziehen (sie rennt weg oder fängt an etwas anderes zu tun), Zähneputzen und Frühstücken. Man muss sie immer ...
Sehr geehrte Frau Henkes, erst einmal danke für Ihre Arbeit in diesem Forum. Ich sorge mich um meine beiden Töchter (fünfeinhalb Jahre alt und 13 Monate alt). Meine große Tochter hatte schon immer einen starken Willen und ihren eigenen Kopf. 4 Jahre lang war sie Einzelkind, seit ihre Schwester auf der Welt ist, ist es nochmal anstrengend ...
Guten Tag Frau Henkes, unser Sohn, knapp 5,5 Jahre alt, zeigt derzeit folgendes Verhalten: Er hat sich vor Kurzem sehr für Vulkane interessiert und alles mögliche an Wissen darüber gesammelt. Dieses verursacht ihm nun leider die Angst vor einem Ausbruch bei uns zu Hause oder auch in der Kita. Er traut sich nicht mehr alleine in einen anderen Raum ...
Guten Morgen Frau Henkes. Unsere Tochter wird im Frühjahr 7 und wurde im August letzten Jahres eingeschult. Sie war bis dato ein sehr angepasstes (für unseren Geschmack immer zu angepasst) Kind und hat sich in der Kita konsequent unterbuttern lassen. Das ist auch den Erzieherinnen aufgefallen. Wir haben vor allem vor Schuleintritt alle zusammen ga ...
Sehr geehrte Frau Henkes, wir hatten heute ein Gespräch zur Vertragsunterzeichnung bei einem Kindergarten. Mein Sohn war anwesend. Als sich die Tür schloss wollte mein Sohn wieder raus laufen. Als wir das nicht zuließen entdeckte er den ganzen Raum, also Schubladen auf, alles anschauen was da so rum liegt und ließ sich auch sehr schlecht eingrenz ...
Die letzten 10 Beiträge
- Geschlecht interessant
- Kind stellt unzählige Fragen
- 3,5 jährige schläft nicht in ihrem Bett
- Kind 9 hat viele gedanken und stellt viele "Angst" fragen
- Kindergarten lehnt meinen Sohn aufgrund von "auffälligem Verhalten" ab
- Kita - Kind will nicht gehen
- Kind fast 4 wird nicht trocken
- Kita
- 6jähriger Junge zunehmend gemein
- Soziale Kontakte anbahnen