Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Ludger Nohr:

OP kurz nach Geburt - Bindung?

Frage: OP kurz nach Geburt - Bindung?

Herbstkind11

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Lieber Dr. Nohr, unser Baby (jetzt 2 Monate alt) musste am vierten Lebenstag notoperiert werden. Darauf folgten zwei Nächte auf der Intensivstation & acht weitere auf der Säuglingsstation. Dort hatten wir zum Glück ein Mutter-Kind-Zimmer, durch die Kabel & Schläuche konnten wir aber nur mit Hilfe & auch nur eingeschränkt kuscheln. Stillen konnte ich erst nach dem Klinikaufenthalt. Erst wurde intravenös, dann streng nach Plan per Flasche ernährt (um den Darm an die Muttermilch zu gewöhnen). Mir hängt es sehr nach, dass ich in dieser Zeit nicht Stillen konnte, das Baby auch nicht immer dann Milch bekam, wenn es danach verlangte & wir ihm nicht so viel und innig Nähe geben konnten, wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe. Inzwischen geht es dem Kind zum Glück gesundheitlich sehr gut. Ich stille bedarfsgerecht & das Kind bekommt viel Nähe von meinem Mann und mir. Ich frage mich nur trotzdem, wie stark diese zehn Tage beim Baby langfristig nachwirken und was wir tun können, um das ggf. aufzufangen. Vielen Dank


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Hallo, diese Erfahrung gehört zum Leben Ihres Kindes und hat seine Wirkung. Daran ist nichts zu ändern und man kann auch nicht sagen, wie sich das später auswirkt. Wir wissen aber, dass auch traumatische, lebensbedrohliche Erlebnisse durch spätere gute Erfahrungen eingebunden werden können, sodass Auswirkungen später nicht erkennbar waren. Das bedeutet, dass Sie durch gute Bindungsentwicklung das Geschehene in seinen Auswirkungen mindern können. Gute Bindungsentwicklung heißt nicht verwöhnen oder verzärteln (was eine Gefahr bei Kindern mit solchen Erfahrungen ist), sondern bezogen und einstimmend die Eigenbewegung des Kindes fördern. Falsch wäre der Umkehrschluss, dass, wenn das Kind später doch Auswirkungen zeigt, Sie nicht genügend getan hätten. Manches können wir nicht beeinflussen, auch wenn wir das uns mögliche tun. Ich wünsche Ihnen eine ausreichend gelassene Haltung der liebevollen Klarheit dabei. Dr.Ludger Nohr


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