Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Schadet Vollzeit arbeiten unserer Bindung?

Frage: Schadet Vollzeit arbeiten unserer Bindung?

Mamaente

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Liebe Frau Henkes, ich betreue mein Baby aktuell in Elternzeit zuhause, muss aber für 2 Monate wieder Vollzeit arbeiten gehen, wenn unsere Tochter 1 Jahr alt wird. In diesen 2 Monaten übernimmt mein Mann die Betreuung zuhause(er ist derzeit voll berufstätig, aber kümmert sich sonst viel um unsere Tochter) und danach nehme ich wieder Elternzeit. Wenn ich arbeiten bin, werde ich unsere Tochter nur mehr am späten Nachmittag und am Wochenende sehen. Morgens wenn ich zur Arbeit fahre, wird sie noch schlafen.  Nun mache ich mir Sorgen wie sich das Vollzeit arbeiten auf die Bindung zu meinem Baby auswirkt? Vor allem wenn sie morgens aufwacht und ich einfach nicht da bin, könnte sie das Vertrauen in mich verlieren oder sich im Stich gelassen fühlen? Wird sich unsere Bindung verschlechtern, wenn ich so viele Stunden am Tag abwesend bin? Und wenn ja, was könnte ich dagegen tun? Dankeschön für Ihre Hilfe!


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass die Bindung Ihrer Tochter an Sie leidet, wenn Sie eine Weile nicht vorwiegend von Ihnen betreut wird. Zum einen ist die Bindung nach dem ersten intensiven Jahr recht stabil. Zum anderen wird Ihre Tochter in Ihrer Abwesenheit von der zweiten wichtigen Bezugsperson in ihrem Leben betreut. In Ihrer Abwesenheit kümmert sich der Vater um die Bedürfnisse der Tochter. Einjährige können noch nicht vermuten, dass sie im Stich gelassen werden. Für Ihre Tochter ist wichtig, dass ihre Bedürfnisse gut befriedigt werden. Ein wichtiges Bedürfnis ist, von einer vertrauten Person umsorgt zu sein. Das bietet der Vater seiner Tochter. Möglicherweise wird Ihre Tochter zunächst ein wenig irritiert sein, wenn Sie morgens nicht wie gewohnt anwesend sind. Vielleicht ist sie dann nachmittags etwas anhänglicher an Sie. Das ist jedoch völlig in Ordnung und kein Anzeichen einer sich verschlechternden Beziehung. Durch die veränderte Betreuung wird sich die Beziehung zum Vater intensivieren, was für Ihre Tochter positiv ist, weil ihr dann zwei gleich wichtige Bezugspersonen zur Verfügung stehen. Für eine Mutter ist es nach dem intensiven ersten gemeinsamen Jahr nicht leicht, die Verantwortung für ein Kind jemand anderem zu übertragen. Vielleicht hilft es Ihnen, sich bewusst zu machen, dass die Beziehung zwischen Tochter und Vater so gestärkt wird. Außerdem ermöglicht das auf Dauer auch Ihnen wieder größere Freiräume. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


Mamaente

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Liebe Frau Henkes, vielen lieben Dank für Ihre einfühlsame und ausführliche Antwort! Sie haben mir sehr geholfen und mir geht es jetzt viel besser mit der Situation! 


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