Mamminka
Hallo, mein Sohn (27M) akzeptiert für die meisten Sachen nur mich. Das sorgt dafür, dass ich die ganze Zeit am Kind bin u Papa außen vor ist. Er ist schon gekränkt u wirft mir vor, dass unser Sohn nicht normal sei u ich was falsch mache. Langsam verunsichert mich das. Was sagen Sie dazu? Wenn ich nicht da bin, klappt das super mit den beiden. Komme ich dazu, ist mein Mann so gut wie abgemeldet. Es ist sogar so, dass er nicht mit auf dem Sofa sitzen darf, wenn mein Sohn u ich darauf sitzen. Es wird ein Riesenaufstand gemacht, Papa ist "oll u soll "weg". Ist das noch altersgerecht oder zeichnet sich hier eine Loslöseproblematik ab? Ich bekomme leider von mehreren Stellen Kritik. Auch, weil mein Sohn noch nicht alleine einschläft und ich ihn dabei begleite. Wie wirkt das auf Sie? Liegt hier ein Problem vor? Vielen Dank!
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, Mütter und Väter sind oft für verschiedene Situationen wichtig und werden da gebraucht. So haben beide Elternteile ihre "Vorzugsbereiche". Das ist weder ungewöhnlich, noch muß es auf eine Fehlentwicklung hinweisen. An dieser Stelle hat das Kind noch die Möglichkeit mit zu entscheiden, mit wem es was lieber macht oder nicht. Ich glaube aber dass es auch wichtig ist, dass die Eltern das Verhalten nicht nur auf den Wunsch des Kindes abstellen. Das Kind sollte nicht den Eindruck bekommen, dass es entscheidet, ob der Vater auf dem Sofa sitzt oder nicht. Dieses scheinbare Entgegenkommen führt zu einer Erfahrung von "Macht", die völlig unrealistisch ist und dann irgendwann massiv begrenzt wird. Wenn man das schon früher und mit liebevoller Klarheit und spielerisch einführt, lässt sich diese Entwicklung eher vermeiden. Nochmal zu Ihrer Frage. Wo es möglich ist, sollten die Elternteile und das Kind positive Erfahrungen miteinander machen. Man sollte und kann sie nicht erzwingen und die Bereiche werden sich mit der Zeit immer wieder ändern. Und es hilft nicht, allein dem Kind dauernd die Entscheidung zu überlassen. Ob es sich um eine Loslöseproblematik handelt, ob die Triangulierung erschwert wird, lässt sich aus den Angaben und aus der Ferne nicht beurteilen. Und wenn Ihr Sohn (noch) nicht alleine einschläft, können Sie ihn selbstverständlich dabei begleiten. Dr.Ludger Nohr
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