Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

3-Jährige lehnt Mama ab

Frage: 3-Jährige lehnt Mama ab

Mutter22

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Sehr geehrte Frau Henkes, ich habe ein Anliegen, was mich doch mehr beschäftigt als ich es gern hätte. Mein Sohn, 3 1/2 Jahre alt, verbringt seit dem Sommer deutlich mehr Zeit mit seinem Papa (wir leben zusammen). Grund dafür ist mein Positionswechsel, was mit deutlich mehr Zeit auf Arbeit inkl. 24-h-Diensten (6-8 monatlich) verbunden ist, währenddessen mein Mann nur an 4 Tagen in der Woche normale Arbeitszeit (9-17h) hat. Seitdem ist er fast immer derjenige, der den Kleinen morgens weckt und zur KiTa fährt (ich bin da schon längst auf Arbeit) und sie sind auch an Abenden bze Wochenenden zu 2 , wenn ich Beteitschaftadienst habe. Früher gab es Phasen, in denen der Kleine seinen Papa stark ablehnte ("gehe weg", "ich will nur mit Mama spielen/kuscheln", " nur Mama darf helfen"). Jetzt passiert es immer heufiger, dass er mich ablehnt mit genau denselben Sätzen. Auch heute z.B. wollte er nur Papa (beide Männer waren zu Hause wegen Erkältung). Ich wurde nicht nur nicht beachtet, sondern aktiv weggeschickt und abgelehnt, obwohl ich mich aktiv mit meinem Sohm beschäftigen /spielen wollte und dies auch tat. Das hat er halbherzig mitgemacht, und zwar nur weil der Papa ihm es so gesagt hat (mein Mann wollte kochen und etwas kindfrei haben). Imsgesamt würde ich die Beziehung zum Kind als sicher und harmonisch bezeichnen. Allerdings passiert immer häufiger, dass er mich beim Abholen von der KiTa nur anguckt und weiterspielt und nicht zu mir kommen möchte, sondern weiterspielen will. Und das obwohl er spät abgeholt wird. Das alles fühlt sich sehr schmerzhaft an, und ich weiß nicht, ob es normale Entwicklungsschritte sind (Abnabelung von der Mama hin zum männlichen Elternteil, mit dem er sich identifiziert) oder eine reale Entfremdung. Kuscheln tut er immer wieder, aber zeitbedingt auch mehr mit Papa. Ich weiß nicht was ich tun wie ich mich verhalten soll. Den Job kann ich jedenfalls nicht so einfach wechseln....


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, was Sie beschreiben, sind ganz normale Entwicklungsschritte. Sie sind bei Ihrem Sohn vielleicht etwas deutlicher ausgeprägt als bei anderen Kindern. Kinder bevorzugen immer mal einen Elternteil. Wie Sie bereits erlebt haben, wechseln diese Bevorzugungen. Ihrem Sohn gelingt die Triangulierung noch nicht ausreichend. Das ist in diesem Alter normal. Er erlebt die Familie noch nicht als Dreiergemeinschaft, sondern als Zweiergemeinschaft, in der er sich einem der Eltern stärker verbunden fühlt. Die dritte Person erlebt er als störend, wie Sie oft von ihm hören. Innerpsychisch geht es jedoch nicht um Ablehnung, sondern darum, dass Ihr Sohn den schwierigen Wechsel von der Zweier- zur Dreiergemeinschaft noch vollziehen muss. Sie müssen sich von Ihrem Sohn nicht wegschicken lassen. Er muss nicht mit Ihnen spielen, wenn er das nicht will. Aber Sie gehören dazu und bleiben. Das können Sie ihm vermitteln. Für eine gelingende Triangulierung ist es wichtig, dass beide Eltern sie dem Kind vermitteln. Es ist hilfreich, dass Ihr Mann Sie unterstützt. Er sollte darauf bestehen, dass Sie dableiben, weil er Ihre Gesellschaft möchte und die Dreierkonstellation genießt. Ich kann nachvollziehen, dass sich manches für Sie schmerzlich anfühlt. Das sollte Ihr Sohn jedoch nicht wahrnehmen. Machen Sie sich klar, dass es keinerlei Grund gibt, Sie abzulehnen. Sie sind eine gute Mutter, die ihren Sohn liebt und sich gut um ihn kümmert. Mit Ihrem zeitintensiven Beruf leisten Sie einen wichtigen Beitrag für die Familie, auch wenn Sie dadurch weniger Zeit für die Kinderbetreuung zur Verfügung haben. Dafür erlebt Ihr Sohn einen aktiven Vater, was für seine Entwicklung günstig ist. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


Mutter22

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Vielen lieben Dank für Ihre Antwort, Ihre Worte haben mich wirklich beruhigt und etwas aufgebaut. Ihnen auch alles Gute, Sie leisten eine unglaubliche Arbeit hier!


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