k_ristina
Guten Abend Frau Henkes! Mein Sohn ist 5 1/2 Jahre alt und hat noch einen kleinen Bruder (2,9 Jahre). In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass der Große ständig wütend und schlecht gelaunt ist. Er darf wütend sein, aber die Art wie er dann mit uns umgeht, wie und was er sagt, dass gefällt mir gar nicht. Vormittags ist er im Kindergarten, wenn er dann zu Hause ist und ihm etwas nicht passt oder jemand etwas "falsches" sagt, dann wird er wütend und schreit uns Eltern an. Es sind aber Kleinigkeiten über welche er sich aufregt, zum Beispiel sage ich, dass wir (beide Kinder und ich) raus gehen und ein bisschen spazieren werden. Und dann sagt er: " Ach nein, wieso schon wieder spazieren. Ich will nicht spazieren, das ist so langweilig, ich bleibe zu Hause. Immer muss immer das machen, was du sagst und nie kann ich selber entscheiden, du bist so gemein." Ich antworte dann, dass er gerne Hause bleiben kann, aber dann ist er eben alleine zu Hause. Er kann mit dem Fahrrad auch fahren, wenn er will und ich verstehe, dass er gerade keine Lust hat. Heute war ich mit den Kindern im Kinderturnen und auch hier war das gleiche Theater. Eigentlich ist das Kinderturnen nur für den Kleinen gedacht, aber der Große Sohn geht auch mit, weil er auch mitturnen möchte. Nach ein paar Minuten kam er zu mir und meinte:"Ich will nach Hause, Kinderturnen ist blöd, das macht keinen Spaß." Ich habe ihm gesagt, dass er gerne in der Garderobe warten kann, wenn er heute keine Lust hat, aber das hat ihn nicht interessiert, denn laut seiner Aussage, bin ich so gemein und kenne mich nicht aus. Wenn ich ihm manchmal etwas erzähle und er es falsch versteht oder es schlecht gehört hat, dann wiederhole ich das Gesagte noch einmal bzw. erkläre es ihm, wenn ich merke, dass er nicht weiß, was ich meine, aber auch hier wird er wütend und schreit mich an, sodass es dann besser ist nichts mehr zu sagen. Wenn ich wissen würde was ihn wütend macht, dann würde ich zB. darüber nicht sprechen oder würde es nicht machen, aber bei ihm kann es von einer Sekunde auf die andere alles mögliche sein. Wenn er etwas nicht machen darf oder zB. nichts Süßes essen darf, dann finde ich es logisch, dass er wütend wird. Aber er wird wütend, wenn er sich in der Früh zB. für den Kindergarten anziehen muss oder er zu wenig Marmelade auf seinem Brot hat. Ich begleite und versuche ihn auch zu verstehen, wenn er wütend ist und sage auch, dass ich es verstehe, dass er gerade keine Lust hat sich anzuziehen oder spazieren zu gehen und versuche auch eine Lösung zu finden, aber manchmal geht es einfach anders nicht und er lässt dann mit sich in so einer Situation auch nicht reden. In jeder seiner Wutsituation bin ich eigentlich gemeim und kenne mich nicht aus und alles ist blöd - natürlich nehme ich das nicht persönlich und es ist mir egal, wenn er das sagt, aber sobald er dann anfängt mit mir/uns zu schreien, dann sag ich zu ihm, dass er so nicht reden kann und "normal" sprechen soll. Ist das eine Phase, denn dieses Verhalten hatte er vorher nie und wie soll ich reagieren und was soll ich sagen? Vielen Dank. LG Kristina
Guten Tag, Ihr Sohn ist in einer Entwicklungsphase, in der das Selbstwertgefühl zunimmt. Kinder entwickeln vorübergehend ein Größenselbst, weil sie merken, dass sie schon viel können und autonomer sind. Vermutlich will Ihr Sohn sich damit auch von dem jüngeren, "kleinen" Bruder absetzen. Für Kinder in dieser Phase ist es schwer erträglich, zu erkennen, dass sie nicht alles bestimmen können und auf die Eltern hören müssen. Das kann sie in Wut versetzen, weil sie sich - zur psychischen Aufwertung - groß und mächtig fühlen. Für Ihren Sohn ist es wichtig, dass Sie zum einen seine "Größe" und seine Fähigkeiten anerkennen. Zum anderen muss er lernen, dass dennoch seine Eltern die Bestimmer sind und er auf sie hören muss. Das kann man Kindern in diesem Alter auch deutlich sagen. Sie können Ihrem Sohn helfen, indem Sie ihm mehr Verantwortung für sich übertragen. So kann er überlegen, was er während des Spaziergangs machen möchte. Vielleicht mag er etwas sammeln oder einen Weg aussuchen o.ä.. Das wertet ihn auf, während er sich gleichzeitig trotzdem Ihren Vorgaben anpasst. So kann er sich auch zum Turnkurs eine Beschäftigung für "Große" mitnehmen. Auf sein Marmeladenbrot kann er sich selber mehr Marmelade streichen. Für Ihren Sohn ist es wichtig, dass Sie seine Beschwerden nicht persönlich nehmen, sondern gelassen damit umgehen. Signalisieren Sie ihm in solchen Situationen Ihre Erwartungen. "So kannst du nicht mit mir reden" hilft nicht, weil er es ja kann. "Ich will nicht, dass du so mit mir redest." zeigt ihm Ihre Ich-Botschaft. Er lernt, dass es nicht nur um seine Wut geht. Er löst mit seinem Verhalten bei Ihnen etwas aus und das muss geklärt werden, bevor es weitergeht. Bei einem Fünfjährigen können Sie dabei großzügig bleiben und auch kleine Reaktionen schon als Einlenken akzeptieren. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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