Sehr geehrte Frau Henkes, meine gerade sechsjährige Tochter ist sehr regelbewusst. Im Kindergarten hält sie sich nahezu ausnahmslos an die Regeln der Erzieherinnen, zu Hause ist das nicht immer so, aber das ist für uns auch ok. Wenn es ganz wichtig ist, kann man sich auf sie verlassen (z.B. nicht die Autotür während der Fahrt öffnen, in der Spielstraße auf die Seite gehen, wenn ein Auto kommt), wenn sie in anderen Situationen mal nicht auf uns hört oder Quatsch macht, finden wir das normal und freuen uns eher, da wir manchmal Sorge haben, dass sie zu angepasst ist. Wir erleben allerdings, und da würde ich Sie um eine Einschätzung bitten, dass sie auch sehr stark darauf bedacht ist, dass sich auch alle anderen an die Regeln halten und ein “Fehlverhalten” andere Kinder immer gleich bei den Erzieherinnen und/oder den Eltern meldet. Ich habe ihre Erzieherinnen darauf angesprochen, die sagten, dass das in dem Alter einige Kinder täten, da sie dabei seien, Regeln und deren Befolgung zu verinnerlichen und dieses Verhalten dazu gehören könne. Das hat mich erstmal beruhigt. Allerdings gab es gestern eine Situation, die mich veranlasst, bei Ihnen nochmal nachzufragen: Wir waren in einer Gruppe aus Kindern und Erwachsenen im Trampolinpark. Ich habe, da ich nicht hüpfen wollte, keinen Eintritt bezahlt und die Kinder so beaufsichtigt. Dann bin ich einmal ganz kurz für einen Moment aufs Trampolin gegangen und zweimal gesprungen, als ich die Kinder holen wollte. Meine Tochter hat das gesehen und wollte, dass ich aufhöre, da ich ja nicht bezahlt habe. Das habe ich auch sofort gemacht. Sodann wollte sie zu der Aufsicht gehen und mich “verpetzen”. Das hat mich dann doch etwas schockiert, dass Regeln offenbar so wichtig sind und dass sie sogar ihre Mutter melden würde. Können Sie das Verhalten einschätzen? Herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung!