büromaus
Guten Morgen Herr Dr. Nohr, meine Tochter ist 2 Jahre und 3 Monate alt. 3 Monate nach der Geburt ging ich wieder arbeiten. Mein Mann ist bis August zu Hause. Ab September geht sie in den Kindergarten. Ich bin jeden Tag um 15 Uhr zu Hause und verbringe dann mit meiner Tochter Zeit bis zum Schlafengehen. Ebenso das ganze Wochenende. Da wir seit letzten Jahr umbauen ist mein Mann auch mal zwei oder 3 Tage am "umbauen" und unsere Tochter wird von Oma und Opa betreut (wohnen im gleichen Haus). Mir ist schon länger aufgefallen, dass meine Tochter sich nicht freut, wenn ich nach Hause komme. Ich habe irgendwie den Eindruck es ist ihr egal. Sobald aber Papa kommt, wird auf ihn zugelaufen und sie freut sich. Ich bin dann immer irgendwie traurig. Wenn wir beide zu Hause sind und sie sich z.B. stößt, dann will sie auch von Papa getröstet werden und nicht von mir. Grüße
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, es könnte sein, dass sich Ihre Tochter psychisch etwas von Ihnen zurückgezogen hat, da Sie nicht so verfügbar waren und sind. Drei Monate nach der Geburt sind eine zu kurze Zeit um eine sichere Bindung aufzubauen. Der Rückzug hat eine selbstschützende Funktion, um nicht immer wieder durch die Trennung und den Abschied verletzt zu werden/traurig zu sein. In der Wahrnehmung Ihrer Tochter fällt ja nicht die Zeit auf in der Sie da sind, sondern die Zeit, in der Sie weg sind. Das macht die Vorsicht Ihrer Tochter verständlich. Das muß nicht so bleiben, aber erstmal sollten Sie die Haltung Ihrer Tochter respektieren. Und mit zunehmendem Alter können Sie ihr auch ein bißchen erklären, z.B. dass auch Sie es Schade finden, so viel weg sein zu müssen usw.. Sie müssen Ihr Beziehungsangebot aufrecht erhalten, gerade weil Sie mit der jetzigen Situation auch unzufrieden sind. Erst wenn Ihre Tochter Sie als sicher erlebt/besser mit der Trennung umgehen kann, wird sie Sie wieder mehr in die Nähe holen.Eigentlich ein nachvollziehbares Verhalten. Mit diesem Hintergrund sollten Sie die Beziehung gestalten, da sein, darauf vertrauen, dass dann wieder mehr befriedigender Kontakt entstehen kann. Dr.Ludger Nohr
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