Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Frage zu unsicher-ambivalent...

Frage: Frage zu unsicher-ambivalent...

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Hallo Dr. Posth, ich habe sehr interessiert ihre Texte über das emotionale Bewusstsein gelesen. Daraus ergibt sich, dass meine Tochter und ich eine unsicher-ambivalent gebundene Beziehung haben. Das erschreckt mich ehrlich gesagt. Meine Tochter, die fast 2 Jahre alt ist, war immer sehr fordernd. Sie weinte immer viel. Von unserem Kinderarzt wurde das Kiss-Syndrom festgestellt und auch behandelt und danach ging es ihr auch viel besser. Trotzdem ist ihre Anhänglichkeit unverändert. Ich habe ihre Bedürfnisse, nach meinen Möglichkeiten, immer erfüllt und sie niemals weinen lassen. Fast 24h täglich war sie im direkten Körperkontakt, meistens mit mir, sonst weinte sie. Wenn ich heute den Raum verlasse oder nur ihre grosse Schwester auf den Arm nehme, wird sie hysterisch und schreit und weint. Selbst wenn sich der Papa ihr widmet. Mir wird oft vorgeworfen, dass ich sie verwöhnt habe(ich halte das für Quatsch). Jetzt weiss ich aber nicht wie ich meiner Tochter helfen kann. Vielleicht habe ich ihre weiteren Ausführungen nicht richtig verstanden, aber ich habe es für mich nicht rauslesen können. Auch die Suchmaschine hat mir nicht geholfen. Soll ich einfach so weiter machen wie bisher und darauf hoffen, dass sie mehr Sicherheit gewinnt? Vielen Dank für ihre Mühen in diesem Forum! Verena


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Verena, die Kriterien zur Beurteilung, ob es sich bei einem Kind um ein sicher oder unsicher gebundenes handelt, gelten streng genommen nur für das Zeitfenster so um 1 jahr herum. Handelt es sich in der Beurteilung um ein 2jähriges oder schon 3jähriges Kind, muß man viele zusätzliche veränderbare Fakten mit hineinrechnen. Ihre Tochter befindet sich also schon mitten in der Loslösungphase und deutlichen Trotzerscheinungen. die sind aber normal und treten auch bei sicher gebundenen Kindern auf! Die Frage ist nur, wie weit geht der Trotz. Und dann ist immer auch gleich die Frage zu stellen, wie läuft es denn mit der Loslösung. Z.B. Geschwistereifersucht und Rivalität sind völlig natürliche Erscheinungen in Familien mit mehreren Kindern und sind nur sehr bedingt als Kriterium für sichere oder unsichere Gebundenheit heranzuziehen. Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage zufriedenstellend beantworten. Viele Grüße


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