Maria987
Sehr geehrte Frau Henkes, ich bin im Moment mit dem Verhalten unseres Sohnes überfordert und brauche Rat. Unser Sohn ist 3 Jahre und 9 Monate, geht schon seit 3 Jahren in den Kindergarten bzw früher in die Krippe, was er auch an sich gerne tut. Natürlich möchte er ab und zu nicht, aber ich denke vollkommen im normalen Rahmen. Wir haben noch eine Tochter mit 6 Monaten. Zu seiner Schwester ist er super lieb, die zwei interagieren schön miteinander und er zeigt keine Eifersucht. Seit einigen Wochen gibt es täglich wieder extreme Wutanfälle. Auslöser kann alles mögliche sein, z.b. etwas gebautes geht kaputt, jemand fasst seine Sachen an etc. Oder er bekommt etwas nicht, Süßigkeiten, Spielzeug etc. Er schreit und schreit, beruhigen oder anfassen darf man ihn gar nicht. Meist schickt er uns auch aus dem Zimmer und man darf nicht mal mehr mit ihm sprechen. Was mir aber mehr Sorgen macht, sind Verhaltsweisen, die ich mir nur mit Verlustangst erklären kann. Ich soll Fotos von allem möglichen machen, sei es ein Stein oder Blatt oder was auch immer. Er hat riesige Angst, dass ein Dieb in unser Haus kommt und unsere Sachen klaut. Beim Standby-Licht vom Fernseher hat er Angst, dass das Haus zu brennen anfängt. Noch während er auf der Hüpfburg springt hat er Angst, dass jemand irgendwann die Luft wieder rauslässt. Alles muss für immer da bleiben. Anstatt einfach Spaß zu haben und Kind zu sein, macht er sich über aaaaalles Sorgen. Erschrocken hab ich mich am Spielplatz. Er wollte mit einem Sandspiegelzeug einen Marienkäfer platt fahren, hat ihn nicht erwischt. Ich habe ihn gefragt, warum er das machen wollte. "Dann ist er tot und kann nicht wegfliegen, dann ist er für immer da." Er hat keinen großen Verlust erlebt. Im Juni ist seine Uroma gestorben, zu ihr hatte er aber keine enge Beziehung und es war die letzten Monate auch kein Thema. Ansonsten gab es keine Veränderung für ihn außer der Schwester. Damit habe ich natürlich weniger Exklusivzeit für ihn, aber auch das hat die letzten Monate nicht gestört. Haben Sie einen Rat? Ich danke Ihnen herzlich! Viele Grüße Maria
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