Malou85
Liebe Frau Henkes, unser mittleres Kind (4,5) ist seit 2-3 Wochen in der Kita provokant anderen Kindern gegenüber, wirft mit Sand, haut oder schubst und hat wohl auch andere Jungs angestiftet, eine Erzieherin mit dem Wägelchen anzufahren. er darf daher nicht mehr ohne Aufsicht spielen, nicht auf Ausflügen oder im Musikgarten teilnehmen. Zudem haben sie uns zum Elterngespräch einbestellt und die frühberatjngsstelle um einen Besuch in der Kita gebeten. wir sind total überrumpelt, da es jetzt keine langfristige Auffälligkeit war. Zuhause hatten wir eine "körperliche Phase", aber diese hat sich nun extrem gebessert. Er und sein großer Bruder streiten viel, genauso spielen sie aber auch 1-2h ungestört schön miteinander und vermissen sich schnell, sobald einer mal nicht da ist. Wir vermuten eher eine Krise bei ihm (Bruder wurde eingeschult, mein Mann hatte diesen Sommer Krebs und war nicht verfügbar). Sehen Sie anhand der Beschreibjng eine Auffälligkeit im Sinne von ADHS oder Autismus? Die Erzieherin deutete sowas an. vielen Dank für Ihre Einschätzung. Malou
Guten Tag, Ihre Frage ist aus der Distanz schwer zu beantworten. Das aggressive Verhalten Ihres Sohnes tritt erst seit Kurzem auf. Er hatte in der letzten Zeit einige schwierige Dinge zu bewältigen. Einem Vierjährigen fehlen dafür noch Bewältigungsstrategien. Es kann also sein, dass er mit der familiären Situation verbundene Gefühle im Kiga aggressiv abwehrt. Autismus oder ADHS hätten Sie und die Erzieher/innen sicherlich bereits früher beobachtet. Mir scheint es verständlich, dass die Erzieher/innen Sie zu einem Gespräch einladen. Auch das Hinzuziehen von Fachleuten aus der Frühberatungsstelle ist sicherlich in Ordnung. Sie beobachten ein Kind ja neutral. Sie werden mit dieser Fachkraft sicherlich auch sprechen und Ihren Sohn aus Ihrer Sicht beschreiben und die aktuelle Situation erklären können. Im Gespräch mit den Erzieher/innen können Sie die vorgenommenen Strafen für Ihren Sohn ansprechen. Diese scheinen mir für einen Vierjährigen unangemessen und tragen nicht dazu bei, dass Ihr Sohn sein Verhalten ändern kann. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes