Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Schwierige Phase 2 Jahre 10 Monate

Frage: Schwierige Phase 2 Jahre 10 Monate

eralsa14

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Sehr geehrte Frau Henkes, ich habe eine Frage zu meinem Sohn ( 2Jahre und 10 Monate alt) Zu ihm: Er war schon immer ein eher weinerliches Kind, das auch des Öfteren Wutausbrüche hat, wenn etwas nicht passt - was relativ häufig der Fall ist (zumindest in schlimmen Phasen). Ich nenne jetzt in dem Fall nur die problematischen Eigenschaften. Manchmal fällt die Begleitung schwer, da man nicht weiß, wie man reagieren soll. Beispiel: Er ist extrem wählerisch und lehnt die meisten Klamotten ab, die man ihm anziehen will - mittlerweile Frage ich ihn und er sucht sie sich selber aus. Nun ist es so, dass es sein kann, dass er auch einen Wutausbruch kriegt, obwohl er sich die Kleidung ausgesucht hat.  Ich habe keine Zeit ihn mehrmals täglich entscheiden zu lassen und ich würde ihm auch gerne beibringen, dass man Entscheidungen treffen muss und sie nicht ständig zurückzieht. Er hängt auch generell und bindet sich an Kledung oder Spielen. Es ist teilweise sehr belastend, da er viel schreit  und wir nicht wissen, wie genau wir die Situation handhaben sollen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir diesbezüglich einen Ratschlag geben könnten. Vielen Dank schonmal


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, Ihr Sohn ist in einem typischen Konflikt dieses Alters. Er möchte autonomer sein und Entscheidungen selber treffen, ist damit jedoch noch deutlich überfordert. Das zeigen seine Wutanfälle. Das Treffen von Entscheidungen bedeutet immer, dass man sich für eine Sache und damit gegen eine andere entscheidet. Das ist in diesem Alter oft schwer erträglich. Daher benötigen Kinder die Unterstützung der Eltern. Dreijährige müssen noch nicht über die Auswahl der Kleidung bestimmen. Das entscheiden die Eltern. Dann kann Ihr Sohn sich über Sie ärgern. Das können Sie aushalten. Aber Sie vermeiden das überfordernde Entscheidungsdilemma. Sie können beim Anziehen so mit Ihrem Sohn sprechen, dass er sich einbezogen fühlt. Das Schreien Ihres Sohnes lässt vermuten, dass er in diesen Situationen Ihre Aufmerksamkeit braucht. Trösten und beruhigen Sie Ihren Sohn dann. Erklären Sie ihm, dass Sie ihm besser helfen können, wenn Sie wissen, warum er schreit. Der Übergang vom Schreien zu sprachlichen Erklärungen ist ein Prozess. Kinder müssen das erst lernen. Wenn es ausschließlich um Ihre Aufmerksamkeit geht, können Sie Ihrem Sohn sagen: "Du möchtest, dass ich mich um dich kümmere. Jetzt gerade geht das nicht so gut, weil ich ... Setz dich doch zu mir, bis ich fertig bin und Zeit für dich habe." Vielleicht kann Ihr Sohn Ihnen auch helfen, damit Sie schneller Zeit für ihn haben.  Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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