Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Windeln

Frage: Windeln

Colibri_2811

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Guten Frau Henkes, unsere Tochter ist hochsensibel, benötigt viele Rituale, bekommt oft Gefühlsausbrüche zu Hause. Sie ist 6 Jahre alt und Anfang September in die Schule gekommen. In den Ferien fing es an, dass sie mit mir Baby spielen wollte und dafür Windeln ihrer großen Puppen angezogen hat, letztlich urinierte sie sogar hinein und ich sollte sie wickeln. Ihren Papa hat sie davon erzählt, aber er durfte keinesfalls ins Zimmer kommen und besser gar nicht da sein. Meiner Frage warum, erklärte sie mir, dass sie es schön findet wieder Baby zu sein, es vor Papa aber doch peinlich ist. Ich empfand es anfangs nicht schlimm, da der Umbruch Kindergarten/Schule kurz bevor stand und ich dachte nach der Einschulung hört es auf. Nun scheint es ihr immer noch so wichtig zu sein, Windeln im Spiel anzuziehen, dass sie nicht akzeptiert, dass wir keine neuem Windeln kaufen möchten. Einige Wochen geht es ja schon so. Plötzlich hegte sie den Gedanken auch ihren Stuhlgang in die Windel zu versuchen, was ich aber rigoros verneinte. Sie war mit 2 Jahren trocken und hat seitdem keine "Unfälle" auch nicht nachts. Wir wissen nun nicht, ob es "normal" ist und wir es akzeptieren sollten oder nun dieses Spiel verbieten?! Wie gehen wir damit um? Wir möchten sie nämlich nicht beschämen. Danke !


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, Sie müssen sich keine Sorgen über dieses Spiel Ihrer Tochter  machen. Es ist völlig in Ordnung, dass sie - gerade angesichts eines neuen Meilensteins der Entwicklung  - im Spiel regressives Verhalten zeigt. Ein Spiel ist eine "so tun als ob Situation". Das können Sie mit einer Sechsjährigen schon besprechen. Ihre Tochter spielt ja auch nur, dass sie noch nicht laufen kann und auf Ihrem Arm bleiben muss. Sie kann also so tun, als ob sie noch in die 'Windel macht. Sie sollte es jedoch nicht wirklich machen, denn das verändert das Spiel so, dass Sie nicht mehr mitspielen wollen. Möglicherweise testet Ihre Tochter mit diesem Spiel, wie weit Sie gehen kann, bis Sie ihr eine Grenze setzen. Sie müssen selbstverständlich keine Windeln kaufen. Für Rollenspiele muss man nichts kaufen. Ihre Tochter kann sich überlegen, was im Spiel eine Windel sein soll. Sie muss sich auch nicht ausziehen, wenn Sie sie wickeln sollen. Sie können mit Ihrer Tochter nach solchen Rollenspielen besprechen, dass Sie froh sind, dass sie jetzt schon so groß ist und selber laufen kann und keine Windeln mehr braucht. Sie fände es doch sicher auch gut, dass sie jetzt viel mehr Möglichkeiten habe als ein Baby. Das kann Ihrer Tochter die Vorteile eines altersgerechten Verhaltens anstelle einer Regression verdeutlichen. Mit zunehmender Sicherheit in der Schule wird Ihre Tochter genügend Selbstvertrauen haben, um sich den gestellten Entwicklungsaufgaben altersgerecht zu stellen. Sie wird dann nicht mehr unbewusst den Ausweg in der Regression suchen. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


Colibri_2811

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Ich danke Ihnen für Ihre Antwort. Das hilft uns ungemein weiter und stärkt uns auch als Eltern.  Liebe Grüße 


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