Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Krippe Windel und co

Frage: Krippe Windel und co

Elia

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Kurze Zusammenfassung zu meiner Tochter (27 Monate): Meine Tochter ist grundsätzlich ein sehr selbstbewusstes, lebhaftes und kontaktfreudiges Kind. Seit Beginn der Krippe hat sie dort allerdings große Schwierigkeiten. Sie weint bzw. schreit inzwischen fast jeden Morgen sehr stark (papa, lass mich nicht oder bitte nimm mich mit etc. und das jeden Morgen, während die anderen Kinder ruhig alle abgegeben werden, und wir sind inzwischen im Monat neun. Die Eingewöhnung selbst ging bereits schon  zwölf Wochen - trotzdem ist sie morgens immer noch die lauteste, und es ist einfach inzwischen unangenehm, fast schon peinlich, weil alle auch gucken und auch die Erzieher, auch wenn diese bemüht sind, professionell zu wirken. Genervt sind) sagt, dass sie nicht in die Krippe möchte. Auffällig ist, dass sie dort deutlich zurückhaltender ist als zu Hause ja mit den Erziehern spielen möchte und zu den Kindern anscheinend überhaupt nicht findet. Ein weiteres Thema ist das Sauberwerden. Wir versuchen seit etwa 18 Monaten, sie windelfrei zu bekommen. Mit ca. 18 Monaten hat es zeitweise erstaunlich gut und teilweise zuverlässig funktioniert. Seitdem gibt es jedoch immer wieder Phasen, in denen es gut läuft, und dann wieder komplette Rückschritte. Aktuell sagt sie von sich aus praktisch gar nicht mehr Bescheid, wenn sie zur Toilette muss. Morgens klappt es noch zuverlässig. In der Krippe hat sie sich nie getraut, den Erzieherinnen Bescheid zu sagen, wodurch es dort immer nur mit Windel ging. Zu Hause war sie zeitweise komplett ohne Windel, und auch während eines dreiwöchigen Urlaubs hat es gut funktioniert. Nach der Rückkehr zur Krippe ist jedoch wieder alles durcheinandergeraten. Und da sie dort windel hat u. zu Hause nicht gerät das ganze System durcheinander. Ich bins ziemlich Leid. Zumal sie generell ein zwar sehr aufgewecktes Kind ist aber eben auch seit Geburt kaum Schlafbed. hat (auch nach zwei Schlafberatungen konnten wir Dad nicht ändern- ihr Wille ist sehr stark. Und ich bin ziemlich am Ende mit meinen Batterien)  Ich merke inzwischen, dass mich diese Themen nach vielen Monaten zunehmend belasten und ich unsicher bin ob ich einfach wieder die windel ganz einführen soll denn der Frust jedes Mal wenn sie einfach kurz davor die toilette verneint und es dann laufen lässt als wäre es das normalste der welt + sich nichz mal an der nassen hose stört kotzt micz an!


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, Kinder haben in der Regel erst mit drei Jahren Kontrolle über ihre Schließmuskel. Solange diese nicht entwickelt ist, können sie nicht sauber und trocken werden. Vorher handelt es sich um Zufallstreffer oder ein Kind wird sehr häufig aufs Töpfchen gesetzt. Ihre Tochter nässt nicht ein, um Sie zu ärgern, sondern weil sie über ihre Körperfunktionen noch keine Kontrolle haben kann. Sie können ihr also die Windel wieder geben. Das könnte die Situation in der Krippe entspannen und Ihnen den Ärger nehmen. Wenn bei Ihrer Tochter die nötigen Reifungsschritte erreicht sind, kann sie entspannt und ohne tägliche Konflikte sauber und trocken werden. Lassen Sie ihr diese Zeit, schon um dieses Thema nicht zu einem Konfliktthema in der anstehenden Trotzphase werden zu lassen. Auch wenn Ihre Tochter selbstbewusst wirkt, kann sie es noch nicht sein, weil Zweijährige noch kein Bewusstsein ihres Selbst haben. Kleinkinder, die scheinbar selbstbewusst wirken, haben es gelernt, ihren Willen durchzusetzen. Dies ist für die psychische Entwicklung in diesem Alter jedoch nicht hilfreich. Zweijährige benötigen noch die Führung und geduldige Begleitung durch die Eltern, die die notwendigen Vorgaben setzen. Das gibt Kleinkindern Halt und Sicherheit. Möglicherweise fällt Ihrer Tochter die Trennung von Ihnen noch so schwer, so dass sie mit dem Besuch der Krippe überfordert ist. Wenn sie sich morgens gegen die Trennung wehrt, wäre es wichtig zu wissen, ob sie sich nach erfolgter morgendlicher Trennung auf die Erzieher/innen einlassen kann und den Tag in der Krippe gut bewältigt. Es ist nicht schlimm, wenn sie sich auf die anderen Kinder zunächst noch nicht einlässt. Zweijährige spielen noch nicht wirklich miteinander. Ihre Tochter kann allmählich über den Kontakt zu den Erzieher/innen Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen. Kinder verhalten sich zu Hause immer anders als in der Betreuung. Das muss Sie nicht beunruhigen. Besprechen Sie mit den Erzieher/innen, wie Sie Ihrer Tochter den Besuch der Krippe bzw. die Trennung am Morgen erleichtern können. Diese kennen Ihre Tochter und deren Verhalten bereits eine Weile und können einschätzen, was hilfreich für sie wäre. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


Liz123

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Zur Sauberkeit: dein Kind ist nicht trocken. Punkt. Akzeptiere es und lass ihr die Windel, statt es weiterhin zu erzwingen, damit machst du weder dich, noch deine Tochter glücklich, wie du ja schon zu spüren bekommst. Und wenn du da den Druck endlich mal weglässt, läuft es in der KiTa sicherlich ganz von allein besser


SuJam

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Deiner Beschreibung nach orientierst du dich nicht an deiner Tochter, sondern am Außen "wie etwas zu sein hat", weil "andere ja schließlich auch." Dadurch entsteht Druck, dein Kind fühlt sich nicht gesehen, ... genau das, was du jetzt hast. Ein Kind muss mit 2 Jahren weder trocken sein noch mit anderen Kindern spielen wollen. Das wichtigste ist, dass du es annimmst wie es ist. Das ist der beste Nährboden. Und deine Brille "von wegen bei anderen läuft es besser" filtert immer genau das, was du sehen und glauben willst. Wenn du den Filter veränderst wirst du merken, dass es noch andere Kinder gibt, die nicht gern gehen. Vielleicht könnte euch helfen diese Fragestellung zu nutzen: Was könnte meinem Kind in den jeweiligen Situationen helfen? wohlmeinende Worte, Trost, Liebe, Verständnis, Ermutigung, etwas von daheim mitnehmen in die Kita, Windel,... wie sehen die Erzieher das Trockenwerden. Es macht Sinn am gleichen Strang zu ziehen. Bei uns hat keiner Druck ausgeübt. Der Wille zum groß werden hat alles selbst erledigt. Alles zu seiner Zeit.


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