Hallo Frau Henkes, mein Sohn ist 26 Monate alt. Meine Frage ist: wie viel kann ich ihm mittlerweile zumuten, wenn es darum geht, auf die Bedürfnisse von anderen Rücksicht zu nehmen? Und wann versteht er es beispielsweise, wenn ich ihm sage, dass ich wütend bin, weil ich Ruhe brauche, und ihn darum bitte, ob er ruhig nach Dingen fragen kann? Er hatte neulich sehr häufig an mehreren Tagen nacheinander scheinbar "ohne Grund" heftig geweint, ließ sich kaum beruhigen, als er etwas haben wollte (z.B. ein bestimmtes Spielzeug), ohne, dass er vorher danach gefragt oder ich nein gesagt hätte. Da war ich ziemlich genervt, auch weil es vorher ohne Probleme mit Fragen ging. Oder wenn ich so etwas sage, wie, dass es mir wichtig ist, dass Dinge heile bleiben, und dass ich deswegen Frust fühle, wenn er Gegenstände umherwirft. Ich gebe ihm natürlich vorher Einfühlung, spiegle ihm, was er fühlt und braucht, und warte, bis er ruhiger ist, bevor ich von meiner Seite erzähle. Es ist mir wichtig, Ich-Botschaften zu senden, statt zu sagen, dieses oder jenes Verhalten ist falsch oder richtig. Ich kann nur nicht einschätzen, ab wann er sowas wie oben geschrieben versteht. Ich habe die Befürchtung, dass er denkt, er ist für meine negativen Gefühle verantwortlich. Natürlich ist es meine Aufgabe, mich darum zu kümmern. Aber ich will, dass er lernt, dass sein Verhalten Auswirkungen auf andere hat und wir alle irgendwie Kompromisse finden müssen, er z.B. auf ein Kissen boxen kann. Er kannte schon sehr früh Gefühlsbegriffe und konnte Gefühle auch schon früh bei sich und anderen erkennen und benennen. Bei der U7 hatte der Arzt gesagt, dass er sprachlich weit dem voraus ist, was bei dem Alter zu erwarten ist. Er spricht seit er 24 Monate alt ist 10-Wort-Sätze. Mit 23 Monaten hatte er schon einige Male "ich" über sich gesagt, aber es schien ihm nicht ganz geheuer, jetzt sagt er wieder seinen Namen oder "du" über sich.  Freundliche Grüße Susanne