Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, habe schon viele Ihrer Antworten mit großem Interesse hier gelesen. Ich bin zwar erst schwanger, aber mit dem Thema meiner eigenen Kindheit sehr beschäftigt. Ich habe gelesen (nicht hier), dass nicht sicher gebundene Kinder auch später ihren eigenen Kindern keine Basis für eine sichere Bindung bieten können. Diese Aussage macht mir Angst, denn sie erscheint mir so fatalistisch, gleichsam wie ein von Generation zu Generation weitergegebenes Schicksal. Ich möchte als Mutter meinem Kind aber eine andere Weltsicht oder Grundeinstellung vermitteln als ich sie selbst mitbekommen habe, eine vertrauensvolle und positive, keine überängstliche. Aber in der Kindheit eingepflanzte Ängste sind hartnäckig. Was kann ich tun? Oder bin ich diesem "Schicksal" ohnmächtig ausgeliefert? Werde ich auch mein Kind mit der Hypothek einer lebenslangen Ängstlichkeit beschweren? Mit Dank für Ihre Antwort im Voraus, ich hoffe, Sie können mir raten. Eva
Liebe Eva, Sie haben recht. Diese Aussage ist fatalistisch und sicher auch in dieser Form nicht zu halten. Andererseits erkennen Sie richtig, dass in der Kindheit eingepflanzte Ängste oder andere, das Leben beeinträchtigende Gefühle, sehr hartnäckig und tief in der Seele drin strecken. Der erste Schritt, dem Schicksal nicht "ohnmächtig ausgeliefert" zu sein, ist die Bereitschaft, sich selbst zu ergründen. Das ist das Wichtigste überhaupt. Das ist manchmal ein sehr schmerzlicher Prozess und viele Erkenntnisse über ein selbst sind mehrfach verstellt durch rationale "Überarbeitungsprozesse". Anderes ist verschütt gegangen und man erfährt es -wenn überhaupt- nur durch gezielte Rückfragen. Aber diese Arbeit muss man auf sich nehmen. Sie ist ein Stück Befreiung für sich selbst und der beste Weg dahin, es bei seinem Kind doch ganz anders und fast immer auch viel besser zu machen. Lassen Sie sich also nicht entmutigen. Es ist genau das Richtige, was Sie tun. Viele Grüße
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