Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Wie viel Macht / Mitbestimmung für einen 8-jährigen

Frage: Wie viel Macht / Mitbestimmung für einen 8-jährigen

KielSprotte

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Guten Tag Frau Henkes, ich stelle diese Frage für ein befreundetes Paar aus Österreich: Paar, seit rd. 25 Jahren beisammen, 1 Kind/Sohn 8 Jahre alt. Nun hat der Mann endlich einen Heiratsantrag gemacht und geplant war für den Spätsommer ein rauschendes Fest (Frau/Braut/Mutter hat schon immer davon geträumt). Nun stellt sich der Sohn allerdings total quer: er will keine Hochzeit seiner Eltern, findet er peinlich, er will nicht den Namen des Vaters (jetzt Mutter/Sohn ein Name, Mann/Vater ein Name) - und ganz schlimm: nachher küsst sich das Brautpaar auch noch vor aller Augen- igitt! Nun sind die Beiden soweit, dass sie heimlich in Österreich standesamtlich heiraten wollen (quasi durch die Hintertür ins Standesamt rein und raus), statt fröhlichem Sektempfang vor der Tür etc. Statt einer kirchlichen Hochzeit im Heimatdorf der Braut, eine freie Trauung in Italien (draussen auf einem Weingut), damit daheim auch ja niemand etwas sieht/merkt/dabei ist. Statt das Frau und Sohn den Namen des Mannes annehmen, soll dann der Mann den Namen der Frau annehmen, damit auch ja niemand in der Schule etwas merkt. Wir finden, dass dem Kind! damit viel zuviel Macht zugesprochen wird. Kompromiss - Feierlichkeiten wie geplant in Österreich mit jedermann, dafür wird der Name der Frau Ehename (damit sich für den Sohn in dieser Hinsicht nichts ändert). Würde das Brautpaar auch gerne so machen, aber trauen sich nicht, dieses gegenüber dem Sohn durchzusetzen, da sie einen missmutigen / wütenden Sohn auf der Hochzeit fürchten. Bekommt das Kind damit nicht viel zuviel Macht über die Eltern/die Familie? Wie beurteilen Sie die Situation? Vielen Dank für Ihre Einschätzung!


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, ich teile Ihre Meinung, dass ein Achtjähriger damit zu viel Macht über die Eltern bekommt. Eine Hochzeit ist ein Ereignis, das ausschließlich die Eltern als Paar betrifft. Der Sohn steht aber außerhalb des Paares. Das löst in der komplexen Dreiersituation mit Eltern und Kind vermutlich große Eifersucht in ihm aus. Es handelt sich jedoch um eine Entwicklungsaufgabe von Kindern, zu akzeptieren, dass Eltern nicht nur ihre Eltern sind, sondern auch noch ein Leben als Paar haben, zu dem das Kind keinen Zugang hat. In der beschriebenen Situation wird mit der Hochzeit der Eltern schließlich ganz klar, dass die frühe Kinderphantasie, die Mutter zu heiraten, nicht mehr in Erfüllung gehen kann. Ihre Freunde sollten ihr Vorhaben zu heiraten, offensiv angehen. Sie können dem Sohn erklären, dass es ihn nur gibt, weil sie sich lieben und das besiegeln möchten. Sie können dem Sohn entgegenkommen, was den Namen angeht oder ihm auch freistellen, an der Hochzeit teilzunehmen.  Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


Gast2023

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Wenn man sich von seinem Kind(!!!) Seine Hochzeit diktieren lässt, braucht man gar nicht erst heiraten. Wie bekloppt muss man sein, seinen Sohn über die Hochzeit bestimmen zu lassen, dann kann die Liebe des Paares nicht groß genug sein, wenn man den Tag nicht trotzdem so gestaltet, wie man es sich wünscht 


bea+Michelle

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Da ist ja wohl mächtig was schief gelaufen, bei den Freunden ...


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