Sehr geehrte Frau Henkes, meine Tochter wird diesen Mai 6 Jahre alt und kommt im Herbst in die Schule. Seit ca. 1,5 Jahren klappt es, dass sie in der Kita auf die Toilette geht. Sie macht das weitestgehend alleine und es geht auch so gut wie nie was daneben. Es beschränkt sich allerdings auf das Wasserlassen, Stuhlgang macht sie keinen. Wir hatten um Ostern 2025 herum schonmal einen Windelfrei-Versuch gestartet aber nachdem sie 5 Tage keinen Stuhlgang hatte wieder abgebrochen, aus Sorge vor Verstopfung. Wir haben nun seit letzten Sonntag keine Windeln mehr im Haus und hatten ihr auch schon weit vor den Weihnachtsfeiertagen angekündigt, dass es Anfang des neuen Jahres dann keine Windeln mehr gibt.  Seitdem haben wir eine sehr unschöne Situation, sobald sie den Drang hat, Wasser oder Stuhlgang zu lassen. Sie läuft in einer Tour im Haus herum, oft um den Tisch oder vom Wohnzimmer in die Küche und immer so weiter. Sie will weder essen, trinken noch spielen und ist auch extrem gereizt wenn man sie anspricht. Mein Mann und ich haben ihr mehrfach angeboten sie zur Toilette zu begleiten. Sie darf völlig frei entscheiden ob und wer sie begleitet oder ob sie alleine gehen mag. Ihr steht frei die Toilette zu wählen (es sind insgesamt 3 im Haus vorhanden), oder das Töpfchen zu benutzen.  Jede Toilette ist mit einem Sitzverkleinerer ausgestattet, wir haben Hocker und Kinderseife. Meiner Meinung nach fehlt es an nichts und auch wenn man fragt, ob noch was fehlt oder was denn verändert werden muss, damit sie daheim aufs Klo geht, verneint sie. Sobald sie es nicht mehr halten kann, fängt sie bitterlich an zu weinen, wird regelrecht hysterisch wenn man sie anspricht und antwortet auch nicht auf Fragen. Sie nässt sich dann ein. Ich dusche sie danach ab und ziehe sie um, alles ohne schimpfen. Erst heute hatte sie dann seit 4 Tagen wieder Stuhlgang, das hatte sie dann in die Dusche gemacht, die Toilette direkt daneben. Auch hier habe ich nicht geschimpft, aber immer wieder angeboten, die Toilette zu nutzen.  Die Erzieherinnen meinten, wenn wir nur klar genug wären in unserer Entscheidung, würde es keine 2 Tage dauern, ähnlich äußerte sich der Psychologe bei der Beratungsstelle. Wir wurden auch aufgefordert, das zu machen, sobald wir dazu bereit sind, denn sie könne es. Auch medizinisch liegt kein Problem vor. Ich frage mich, warum sie sich so wehrt, ob sie Angst hat oder ob es mal einen problematischen Zwischenfall auf der Toilette gab, das alles verneint sie.  Ich habe sie auch gefragt, ob sie jemand mal im Intimbereich berührt hat oder Ähnliches, ich habe tatsächlich die Sorge, dass ihr wehgetan wurde. Das verneint sie aber und sie weiß auch, dass sie da niemand anfassen darf, außer zum Saubermachen. Wenn ich jetzt einen Rückzieher mache und ihr die Windeln wieder gewähre, mache ich mich doch unglaubwürdig. Gleichzeitig macht es mich fertig, sie so aufgelöst und offensichtlich hilflos zu sehen, zumal auch der komplette Ablauf in unserer Familie dann kippt, an Kochen oder Abendessen ist z. B. nicht mehr zu denken. Sie hat noch eine kleine Schwester mit 15 Monaten, könnte hier der Grund liegen? Haben Sie Tipps, wie wir vorgehen sollten? Könnte es sein, dass wir als Eltern etwas falsch gemacht haben? Braucht sie tatsächlich einfach noch mehr Zeit und sollen wir sie tatsächlich alleine den Zeitpunkt entscheiden lassen? Auch bei oder mit den Großeltern möchte sie nicht zur Toilette. Ich bedanke mich für Ihre Rückmeldung. Viele Grüße, Nana