Dido A.
Guten Abend. Mein Sohn ist jetzt 14 Monate alt. Ich arbeite seit 1 Monat wieder Teilzeit von zuhause, in der Zwischenzeit wird er von meiner Schwiegermutter betreut. Wenn sie morgens kommt weint er nicht mehr so wie am Anfang, aber sobald er mich sieht will er zu mir. Ich kann ihn aber nicht immer nehmen oder mit ihm spielen weil ich wirklich arbeiten muss. Manchmal muss ich ihn wirklich „stehen lassen“. Ich versuche ihn zu erklären, das ich arbeiten muss und später Feierabend habe aber trotzdem weint er dann ein bisschen. Die Schwiegermutter beruhigt ihn auch aber ich habe ein total schlechtes Gewissen und habe Angst das der kleine denkt, das ich nicht für ihn da bin und wir vielleicht eine schlechte Bindung bekommen. Zum anderen wird er von mir noch in den Schlaf gestillt. Ich wollte eigentlich langsam damit aufhören, aber er schläft bei mir anders nicht ein.
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, das ist leider für viele Mütter (und Kinder) eine sehr unangenehme Situation, dass die Mutter da und doch nicht verfügbar ist. Die Kinder können das nicht verstehen und beide müssen mit der Trennung klarkommen. Es gibt aber auch einige vorteilhafte Möglichkeiten der Situation. So kann die Oma b.Bed. auch immer mal wieder für eine Minute vorbeikommen und zeigen, dass die Mama da ist, oder insgesamt kürzere Trennungsintervalle einbauen. Dies kann hilfreich sein, da die sog. Objektkonstanz in diesem Alter noch nicht gefestigt ist (allerdings reagieren manche Kinder auf häufigere "frustrane" Kontakte eher negativ, dann sollte man das lassen.) Bindung/Beziehung hat auch immer was mit den realen Möglichkeiten (persönlich und faktisch) zu tun. Jede Situation/Erfahrung beeinflusst und man kann es nur so gut machen, wie die reale Situation es zulässt. Das ist das, was Winnicott mit "hinreichend gut" beschrieb, damit die Eltern keine Schuldgefühle haben mussten, wenn es nicht ideal war. Ihr Kind ist gut versorgt und Sie tun was möglich ist. Mehr geht nicht. Dr.Ludger Nohr
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