Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Ludger Nohr:

Bindung

Frage: Bindung

Efeu1889

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Hallo Herr Nohr, meine Kleine ist vor 3.5 Wochen per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. Ich hardere allerdings ein wenig mit der Geburt und der Zeit danach... Geplant war ein KS (BEL) mit Spinalanästhesie, da ich aber während der OP noch sehr viel gespürt habe (das schneiden und reißen etc., es war sehr gruselig und schmerzhaft) habe ich doch noch eine Vollnarkose bekommen. Die Geburt war um 3 Uhr nachts nach Blasensprung, wach geworden bin ich erst gegen 8 Uhr, mir (und auch der Kleinen) ging es aber sehr schlecht, ich musste mich übergeben (die Kleine auch weil viel Blut geschluckt hat), war noch völlig weggetreten, etc. Im Endeffekt konnte ich sie erst gegen Mittag auf den Arm nehmen.Da war sie aber natürlich auch schon komplett angezogen und gewaschen. Ich hab jetzt Sorge das wir das so wichtige Bonding verpasst haben. :( Seit dem ich sie das erste Mal auf dem Arm hatte, habe ich sie kaum noch abgelegt, nur nachts schläft sie im Beistellbett neben mir und tagsüber lege ich sie nur kurz weg wenn ich etwas esse oder Dusche. Ab und an will der Papa sie natürlich auch mal haben, da muss ich dann auch verzichten;). Ich rede viel mit ihr, Stille sie nach Startschwierigkeiten inzwischen voll, trage sie, wie gesagt, sehr viel, kuschel mit ihr und versuche immer da zu sein. Glauben sie das kann das verpasste Bonding am Anfang wieder ein bisschen gut machen? Was kann ich tun um unsere Bindung zu 'retten'? Danke!


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Hallo, da sollten Sie sich keine Sorgen machen. Bindung entsteht über lange Zeit und es ist sehr gut möglich, eine sichere Bindung trotz schwierigerer Startbedingungen miteinander zu erreichen. All das was Sie schon tun ist richtig. Aber wenn Ihr Mann das Kind hat, ist das auch wichtig für die beiden, und da sollte nicht Ihr Verzicht im Mittelpunkt stehen. Und Sie sollten auch nicht aus "schlechtem Gewissen" überreagieren und meinen, Sie müssten jetzt alles schnell aufholen. Das führt manchmal zu einem überbehütenden Verhalten. Das füge ich nur als Möglichkeit an, die man im Blick haben sollte. Denn dass Sie jetzt die Nähe miteinander erstmal geniessen ist verständlich und gut so. Dr.Ludger Nohr


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