Krümelchen2017
Hallo Herr Dr. Nohr, unser Sohn ist ein Jahr alt. In letzter Zeit fällt mir immer mehr auf, das er vor fremden keine Angst hat. Er ist ein sehr offenes und aufgeschlossenes Kind. Wird er mal von Oma oder Tante betreut, gibt es keine Tränen und auch wenn ich zurück komme, bekomme ich ein kurzes Lächeln, aber es wird weiter gespielt. Dies find ich jetzt nicht besonders besorgniserregend. Doch es gibt manche Situationen, in denen er die Personen nicht kennt z.b Ich bin mit meinem Sohn im Schwimmbad und treffe eine Bekannte ( mein Sohn kennt sie nicht ) auch mit ihrem Kind. Keine zwei Minuten später, Sitz er der Bekannten auf dem Schoß und ich bin uninteressant. Oder wenn jemand bekanntes zu Besuch kommt, streckt er sofort nach dem Besuch und es gab auch schon Tränen, wenn der Besuch wieder geht. Wenn ich gehe, kam dies noch nie vor. Zeigen diese Beispiele eine schlechte Bindung zu mir ? Vielen Dank
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, das fremdeln entsteht ja aus der wachsenden Erkenntnis, dass nicht alle Menschen vertraut oder bekannt sind und hat in der Entwicklungsgeschichte den realen Sinn zu verhindern, dass das Kind in falsche Hände gerät. In den ersten Lebensmonaten erlebt das Kind sich noch eins mit der Umwelt, den primären Bezugspersonen. Bekannt und fremd werden dann neue Kategorien und lösen oft Zurückhaltung bis Angst aus. Das muß aber nicht ausgeprägt sein und es ist auch möglich, dass sich Ihr Kind in Ihrer Anwesenheit so sicher fühlt, dass die Neugier die Angst überwiegt. Dann ist das eher Ausdruck einer sicheren Bindung. Sie sind dann nicht uninteressant, sondern die notwendige Sicherheit im Hintergrund. Dr.Ludger Nohr
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