Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Ludger Nohr:

Bindung zur Mutter

Frage: Bindung zur Mutter

Lucky2018

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Hallo Hr. Dr. Nohr, meine Tochter ist 11 Monate alt, wird gestillt und schläft im Familienbett. Mein Mann ist Hausmann und ich bin bis Ende August noch in Elternzeit. Leider muss ich danach wieder anfangen zu arbeiten (20 Std./Woche), sonst hätten wir kein finanzielles Auskommen. Unsere Tochter wird hauptsächlich von mir betreut, hat aber auch zu ihrem Vater ein inniges Verhältnis. Er wird sie alleine betreuen, während ich arbeiten bin. Ich hoffe, dass mein Arbeitgeber mir eine Fünf-Tage-Woche ermöglicht und ich somit täglich nicht zu lange von meiner Tochter getrennt bin. Nun Frage ich mich schon länger, ob das für ihre Bindung negative Folgen haben kann und ihr Urvertrauen gestört wird. Wie schätzen Sie unsere Situation ein? Muss ich sie jetzt schon an meine Abwesenheit gewöhnen? Was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, da sie ja nicht fremdbetreut wird. Gelegentlich war ich auch schon für 1-1,5 Std. alleine ausser Haus, da hat sie schon nach mir gesucht, sich aber gut von ihrem Vater ablenken lassen und sich gefreut mich wiederzusehen. Am liebsten würde ich bei ihr bleiben, aber wir haben keine andere Wahl. Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort und Danke für Ihre tolle Arbeit in diesem Forum! LG Lucky


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Hallo, Sie haben Recht, dass wir uns die reale Situation oft nicht aussuchen können. Dann besteht unsere Aufgabe darin, das Beste draus zu machen. Natürlich wird Ihre Beziehung zu Ihrer Tochter durch Ihre Abwesenheit verändert, genauso wie die zum Vater. Sie kann verunsichert sein, fremdeln, den Vater suchen usw.. Aber da sie im Kontakt zu einer sicheren Person ist, sind die Auswirkungen auf das Vertrauen geringer. Es macht Sinn, die Länge der täglichen Trennung kurz zu halten. Und nach einer Zeit wird Ihre Tochter realisieren, dass die Trennung immer wieder aufgehoben wird und sie bis dahin gut versorgt ist. Dann wird eher wieder die Freude über den Kontakt überwiegen. Ich würde das nicht vorher "üben", aber ab und zu den Vater die geplante Zeit mit der Tochter lassen, während Sie unsichtbar in der Nähe sind, kann den Übergang erleichtern. Wird schon klappen. Dr.Ludger Nohr


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