Sylvia Ubbens

Wutausbrüche von 5-jähriger

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo,

ich habe ein Problem mit meiner Tochter die nächsten Monat 5 Jahre alt wird. An sich ist sie ein sehr ausgeglichenes und aufgewecktes Mädchen. Die Trotzphase verlief eher harmlos, mit wenigen heftigen Wutausbrüchen und war kurz. Jetzt habe ich seit einigen Wochen mit einer zweiten Trotzphase zu kämpfen. Die äussert sich sehr massiv mit heftigen Wutausbrüchen schlagen, treten, schreien, weinen. Kleinste Ereignisse können diese unglaubliche Wut auslösen. Normalerweise kann man mit ihr sehr gut reden ihr die Dinge erklären und sich auf dieser Ebene ihr nähern, aber jetzt funktioniert das gar nicht mehr. Auch trösten und in den Arm nehemn hat bislang gut funktioniert, jetzt schreit sie ich soll sie in Ruhe lassen soll weg gehen. Sie ist komplett in Ihren Emotionen gefangen.
Ich bin derzeit schwanger und zusätzlich kriselt es in der Partnerschaft, sicherlich trägt das zu dem Verhalten bei. Meine Nerven sind ebenfalls sehr angespannt und so werde auch ich nach 5- 10 Minuten guten Zuredens und Versuchen des Trösten und Schlichtens irgendwann ungehalten und schimpfe dann auch.
Dazu kommt, dass Sie oft in Situationen zu "bocken" beginnt, in denen wir es leider eilig haben, morgens vor dem Kindergarten blockiert sie mit Ihrem Verhalten den Abauf und wir kommen jeden Tag in letzter Sekunde an. Hinterher bereut sie es sehr und möchte es "wieder gut" machen. Sie sieht also sehr wohl ein, dass Ihr Verhalten nicht richtig ist.
Wie kann ich Ihr helfen aus diesen emotionalen Wutgefilden sicher herauszufinden. Ich möchte ihr so gerne eine Stütze sein, aber sie schlägt mich im wahrsten Sinne des Wortes weg. Und gleichzeitig will Sie dass ich da bin. Ich bin etwas ratlos.

In Ihrem Kindergarten hat sie eine Freundin die zu genau diesen Wutausbrüchen neigt. Manchmal habe ich das Gefühl ich habe diese Freundin vor mir wenn sie so austickt. Kann es sein, dass sie dieses Verhalten kopiert? Sie hat schon immer andere Verhaltensweisen kopiert, um auszuprobieren was dann passiert. Also wenn ein anderes Kind geweint hat um Dinge zu bekommen, hat sie das genau beobachtet und dann im Anschluß dasselbe versucht. Ich habe ihr dann erklärt (schon früh mit 2 Jahren) das Sie eben sie ist und nicht das andere Kind und dass das so nicht funktioniert. Sie hat es auch immer eingesehen und schnell gelassen weil sie damit nicht weitergekommen ist Aber jetzt habe ich das Gefühl mein Einfluß schwindet zunehmen weil sie älter wird, nicht mehr so viel Zeit daheim verbringt sich mehr am Papa orientiert usw. Jetzt will sie nicht mehr auf mich hören. Dabei will ich ihr doch nur helfen.

Wie kann ich in so einer Situation, in der auch Zeitdruck herrscht weil wir uns fertig machen müssen in der Früh, souverän reagieren und die Situation als Mutter vernünftig lenken.

Danke

von Drada am 17.03.2014, 10:32 Uhr

 

Antwort auf:

Wutausbrüche von 5-jähriger

Liebe Drada,

Ihre Tochter kopiert ihre Freundin nicht. Ihre Tochter hat keinen Nutzen davon, wenn sie die Wutausbrüche lenken könnte und sie darum einsetzt. Nein, diese Wutasubrüche überfallen sie spontan, sie kann es nicht verhindern. Ihre Tochter ist unzufrieden mit einer Situation und weiß sich nicht zu helfen. Ihr Ventil ist dann der Wutausbruch.

Sicherlich bekommt Ihre Tochter die Anspannung mit, die zwischen Ihnen und Ihrem Mann herrscht. Das macht sie feinfühliger und angreifbarer in ihren Emotionen.

Stehen Sie morgens 10 Minuten früher auf. Ihre Tochter wird sich in wenigen Tagen an das frühere Aufstehen gewöhnt haben und sie haben mehr Zeit, den Tag in Ruhe zu beginnen. Ihre Tochter spürt nämlich auch die morgendliche Hektik. Vielleicht können Sie Ihre Tochter auch abends 10 Minuten früher schlafen legen, so hat sie kein Schlafdefizit.

Kinder haben in Ihrer Wut i.d.R. nicht das Bedürfnis nach Nähe und die Worte anderer verstehen sie in dem Moment auch nicht. Lassen Sie Ihre Tochter ihre Wut alleine ausleben und nehmen sie anschließend beruhigend in den Arm, wenn Ihre Tochter dies wünscht. So ist der Wutausbruch nicht so lang anhaltend, weil sich Ihre Tochter nicht auch noch über Ihre Mühe und irgendwann Geschimpfe aufregen muss und Ihre Nerven werden auch geschont, wenn Sie die Situation so akzeptieren, wie sie zu dem Zeitpunkt gerade ist.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 18.03.2014

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