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Von der typischen („saisonalen“) Grippe, die meist durch das Grippevirus A oder B ausgelöst wird, unterscheiden wir den banalen grippalen Infekt. Unterschiedliche Krankheitssymptome und
Verläufe bei Grippe und grippalem Infekt
Die von den Grippeviren ausgehende Gefährdung ist auf ihre Fähigkeit zurückzuführen, sich ständig zu verändern und somit unangreifbar zu machen. Das Abwehrsystem des Menschen kann diesem Krankheitserreger nicht begegnen, wenn es mit ihm keine vorherige Auseinandersetzung gegeben hatte oder gegen diesen Erreger keine Impfung erfolgt ist. Aus diesem Grund gibt es jährlich einen neuen Grippeimpfstoff gegen die Grippeviren A + B, der diesen Veränderungen des Virus begegnet und damit die geimpften Personen schützt. Anders bei der Neuen Influenza. Hierbei handelt es sich um ein komplett anderes Virus, gegen das wir im Moment noch keinen Impfstoff haben.
Das Grippevirus überträgt sich von Mensch zu Mensch: Über Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen oder durch Berührung verunreinigter Oberflächen (zum Beispiel beim Händeschütteln). Es erkranken bei der neuen Influenza zwar auch immer wieder Schweine an „ihrer Schweine-Grippe“, aber die „normalen" Schweinegrippe-Viren werden nur sehr selten auf Menschen übertragen. Falls doch, dann verbreiten sie sich nachher nicht von Mensch zu Mensch weiter. Bei einer Infektion mit Grippeviren können Erkrankte bereits 24 Stunden vor – und drei bis fünf Tage nach – Ausbruch der Krankheit andere Personen anstecken. Erkrankte sollten frühzeitig ärztlichen Rat einholen, da sie selbst nicht in der Lage sind, den grippalen Infekt von der Grippe zu unterscheiden. Besonders gefährdet sind Neugeborene, Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke und Personen mit einer Lungen- oder Immunsystemerkrankung.
Spezielle Grippemedikamente, wie die Wirkstoffe Oseltamivir (Tamiflu®) und Zanamivir (Relenza®) kommen nur bei nachgewiesener Erkrankung nach ärztlicher Verordnung zum Einsatz. Eine rein prophylaktische Einnahme ist zurzeit nicht vorgesehen. Wegen des möglicherweise schweren Verlaufes einer Grippe stehen Maßnahmen zur Fiebersenkung und Verhinderung von Begleitkomplikationen im Vordergrund.
Im Gegensatz zur saisonalen Grippe (Erreger Grippevirus A oder B) gibt es gegen die neue Influenza noch keinen Impfstoff. Die Produktion dieses Impfstoffes ist angelaufen und er wird aller Voraussicht nach Ende 2009 erhältlich sein. Gegen die „saisonale Grippe“ wird am besten vor Beginn der Grippesaison geimpft, also etwa Anfang November. Aber, auch diese Impfung bietet keinen 100-prozentigen oder Jahre anhaltenden Schutz: Wegen der sich immer wieder verändernden Viren sollten gefährdete Menschen sich jedes Jahr erneut gegen Grippe impfen lassen. Gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem erkranken zum Glück meist nicht so schnell an der Grippe und – anders als so genannte Risikogruppen – sind sie auch nicht so sehr von Begleitkomplikationen bedroht.
Wegen der überwiegenden Erkrankung junger Menschen und des ausgeprägteren Krankheitsverlaufes bei Schwangeren, sprechen die zuständigen internationalen Gesundheitsorganisationen die Empfehlung aus, gegen diese Neue Grippe auch eine Impfung für Kinder, junge Erwachsene und Schwangere zu empfehlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Gesundheitsaufsichtsbehörde der Europäischen Union (EUHSC) und die Amerikanische Gesundheitsbehörde (CDC) hatten sich bereits klar dahingehend positioniert, dass auch alle Schwangeren gegen die Neue Grippe geimpft werden sollen. Nun hat auch die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Empfehlung zur Schutzimpfung gegen die Neue Grippe ("Schweinegrippe") ausgesprochen und speziell im Hinblick auf Schwangere konkretisiert: Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission sieht vor, dass Schwangere bis zum Vorliegen weiterer Daten mit nicht-adjuvantierten Spaltimpfstoffen geimpft werden sollen. Das bedeutet, dass in Deutschland der Impfstoff gegen die Neue Grippe ("Pandemrix") im Moment unter anderem so genannte Adjuvantien (Zusatzstoffe) enthält, die als eine Art Verstärker dienen, wie sie in bisherigen Grippeimpfstoffen nicht zum Einsatz kommen. Was die Unbedenklichkeit dieser neuen Zu-satzstoffe für Mutter und Kind angeht, so verfügen wir momentan noch nicht über ausreichende Daten. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Robert-Koch-Institut (RKI) weisen darauf hin, dass bis ein zugelassener nicht-adjuvantierter pandemischer H1N1-Impfstoff in Deutschland oder den EU-Mitgliedsstaaten zur Verfügung steht, die Anwendung von einer Erwachsenendosis "Pandemrix" auch bei Schwangeren im Rahmen einer sorgfältigen individuellen Nutzen-Risiko-Analyse sinnvoll sein kann. Wörtlich heißt es beim Paul-Ehrlich-Institut: "In eine angemessenen Nutzen-Risiko-Abwägung geht die epidemiologische Entwicklung der Neuen Influenza A(H1N1) innerhalb der nächsten Wochen ein, sowie das individuelle Risiko einer Schwangeren, insbesondere das erhöhte Risiko für eine schwer verlaufende A(H1N1) Erkrankung in Folge einer bereits vorbestehenden Grunderkrankung". Auch sollte ein mögliches erhöhtes Infektionsrisiko für eine Influenza A(H1N1)-Infektion z.B. durch (ein) weitere(s) Kind(er) im Haushalt, eine besondere berufliche Exposition und dergleichen berücksichtigt werden. Wenn eine Impfung für notwendig erachtet wird, dann ist die Anwendung von "Pandemrix" in der Schwangerschaft unter Berücksichtigung von offiziellen Empfehlungen von der Zulassung abgedeckt.
Der Impfstoff gegen die Neue Grippe kann nach Aussage des PEI auch stillenden
Frauen verabreicht werden. Die wissenschaftliche Datenlage wurde von
der europäischen Arzneimittelaufsicht (EMEA) als ausreichend erachtet,
um die Impfung von Schwangeren mit einem adjuvantierten Impfstoff zu
vertreten.
Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist immer noch das Händewaschen.
hilfreiche Informationen zu hygienischen Maßnahmen, die der Vorbeugung einer Virusinfektion dienen. Das Bundesgesundheitsministerium hat zusätzlich eine Hotline zur Neuen Influenza geschaltet. Die „Schweinegrippe-Hotline“ ist erreichbar unter der kostenpflichtigen Telefonnummer 01805- 99 66 19 Montag – Donnerstag: 8.00 – 12.00 Uhr, Freitag: 8.00 – 12.00 Uhr. Hier beantworten Experten des Bundesgesundheitsministeriums Fragen rund um die Neue Influenza.
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