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Grippe (Influenza)

Wenn heute jemand sagt "Ich hab die Grippe", meint er normalerweise einen harmlosen "grippalen Infekt". Als "echte Grippe" oder Influenza bezeichnet man aber eine hochansteckende Virusinfektion, die durch das Influenzavirus A, seltener auch B, ausgelöst wird. Sie ist um einiges gefährlicher als ein banaler grippaler Infekt und verläuft meist mit sehr heftigen Symptomen.

Das tückische am Grippe-Virus A ist, dass es in der Lage ist, sich zu verändern. Gegen das neue Virus haben die Menschen dann noch keine Abwehrkräfte. Deshalb kommt es alle 3 bis 5 Jahr - typischer Weise im Winter - zu einer regelrechten Grippe-Welle und etwa alle 30 Jahre zu Pandemien, die sich über die gesamte Welt ausbreiten. Entsprechend kann man die Grippe auch immer wieder bekommen, weil das Virus so wandlungsfähig ist. Wissenschaftler arbeiten an einem jedes Jahr aktualisierten Impfstoff, so dass man sich mit der Impfung sehr wirkungsvoll schützen kann. Die Virus-Grippe ist vor allem für kleine Kinder, Schwangere, bereits geschwächte Personen und ältere Menschen gefährlich. Für sie wird eine Impfung in jedem Fall empfohlen.

Ansteckung mit der Grippe

Das Grippe-Virus ist hochgradig ansteckend. Es wird über kleinste Tröpfchen übertragen (beim Husten, Sprechen, Niesen) und gelangt mit der eingeatmeten Luft tief in die Atemwege, wo es sich rasant ausbreitet. Die Infektion bricht meist 2 bis 3 Tage, oft sogar schon Stunden nach der Ansteckung aus (Inkubationszeit). Der Patient ist allerdings schon einen Tag, bevor er die ersten Symptome spürt, ansteckend und er bleibt dies für etwa 5 Tage, Kinder bis zu 7 Tage.

Symptome bei Grippe

- Sehr plötzlicher Krankheitsbeginn
- Hohes Fieber bis 40 Grad
- Starkes Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen und ausgeprägter Müdigkeit
- Schüttelfrost
- Trockener Husten
- Bei Kindern oft auch Magen-Darm-Beschwerden

Verlauf der Grippe

Eine echte Grippe (im Unterschied zu einem grippalen Infekt) erkennt man daran, dass sie sehr plötzlich beginnt. Innerhalb weniger Stunden fühlt sich der Patient "hundeelend", bekommt hohes Fieber (um die 40 Grad), Kopf- Glieder und Muskelschmerzen, Schüttelfrost und fühlt sich völlig erschöpft. Oft wird eine Grippe begleitet von Erkältungssymptomen wie verstopfter Nase, trockenem Husten und tränenden Augen (Bindehautentzündung). Kleinere Kinder leiden auch unter Übelkeit und Erbrechen. Die Virusgrippe dauert, wenn es zu keiner zusätzlichen Infektion kommt, meist etwa eine Woche, manchmal auch länger. Oft vergeht noch eine ganze Zeit, bis man sich wieder richtig fit fühlt.

Komplikationen bei Grippe

Das gefährliche an der Virusgrippe ist, dass sie den Körper so sehr schwächt. Dadurch haben Bakterien leichtes Spiel, die sich im Körper ansiedeln und sogenannte "Superinfektionen" auslösen. Besonders häufige Komplikationen sind Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mittelohrentzündungen (Otitis), Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und Gehirnentzündung (Enzephalitis). Am gefährlichsten ist die Lungenentzündung (Influenzapneumonie), die für die meisten Todesopfer in Folge einer Grippe verantwortlich ist. Besonders anfällig sind ältere Menschen, deshalb sollten Sie Ihr Kind mit Grippe sorgfältig von Oma und Opa fernhalten!

Behandlung von Grippe

Nachdem eine Influenza von Viren ausgelöst wird, sind Antibiotika unwirksam. Sie kommen lediglich bei den bakteriellen Folgeinfektionen zum Einsatz. Meistens genügt es, bei ansonsten gesunden, kräftigen Kindern die Symptome zu behandeln. Gegen das hohe Fieber und die Schmerzen verschreibt der Kinderarzt dem kleinen Patienten Paracetamol oder Ibuprofen. Aspirin darf bei Kindern unter 12 noch nicht angewendet werden. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genügend trinkt. Bei hohem Fieber trocknen Kinder sehr schnell aus! Ansonsten sollte Ihr Kind ein paar Tage im Bett bleiben, bis es sich wieder richtig fit fühlt.

In den ersten 48 Stunden nach Ausbruch kann man die Infektion recht wirkungsvoll mit einer antiviralen Therapie (z.B. Tamiflu) eindämmen. Das verkürzt die Dauer und verhindert lebensgefährliche Komplikationen. Vor allem sehr kleine oder bereits geschwächte Kinder oder Kinder und Jugendliche mit einer Immunschwäche sollten so behandelt werden. Die antivirale Therapie kann auch vorbeugend bei Verdacht auf Ansteckung erfolgen.

Schutz/Impfung gegen Grippe

Gerade zur kalten Jahreszeit fliegen die Grippe-Viren praktisch überall herum. Deshalb ist als vorbeugender Schutz eine Impfung sehr sinnvoll, vor allem bei Babys und Kleinkindern, bereits geschwächten Kindern und Jugendlichen, Schwangeren und älteren Menschen. Sie wird am besten im Oktober oder November durchgeführt, muss aber – weil sich das Virus permanent verändert – jedes Jahr aufs Neue aufgefrischt werden. Gegen die gängigen Erkältungsviren hilft die Grippe-Impfung aber leider nicht.

Grippe in der Schwangerschaft

Normalerweise wird das ungeborene Baby durch eine Grippe-Infektion nicht direkt beeinträchtigt. Komplikationen wie hohes Fieber oder Lungenentzündung können aber zu Fehl- oder Frühgeburten führen. Außerdem haben Mütter durch ihre geschwächten Abwehrkräfte ein höheres Risiko, an Grippe zu erkranken und bekommen auch öfter schwere Komplikationen. Deshalb wird mittlerweile allen Schwangeren empfohlen, sich routinemäßig gegen Grippe impfen zu lassen. Am besten nach der 14. Schwangerschaftswoche, wenn die Entwicklung des Babys weitgehend abgeschlossen ist. Nur bei besonderen Risiken wie Diabetes, Asthma oder Bluthochdruck sollte gleich zu Beginn geimpft werden. Die Grippe-Impfung ist für das Baby ungefährlich und hat den Vorteil, dass es auch für die ersten Wochen nach der Geburt einen gewissen Nestschutz mitbekommt.

Nachdem es für antivirale Mittel wie Tamiflu keine umfangreichen Tests in der Schwangerschaft gibt, sollten sie nur nach allerstrengster Risiko-Nutzen-Abwägung eingenommen werden. Fragen Sie hierzu bitte Ihren Frauenarzt.

Wenn Sie allgemeine Fragen zu diesem Thema haben, können Sie diese gern im kinderärztlichen Forum von Kinderarzt Dr. Busse stellen.

Bitte bedenken Sie: Die Gesundheits-Tipps von Rund-ums-Baby sollen Ihnen als Orientierungshilfe dienen. Die individuelle Beratung durch einen Arzt oder andere Fachleute können sie jedoch selbstverständlich nicht ersetzen.

 
von Maxi Christina Gohlke


   


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