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Meningokokken

Meningokokken sind Bakterien, die den Nasen-Rachenraum besiedeln. Sie können sehr schwere Infektionen wie Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Sepsis (umgangssprachlich „Blutvergiftung“) verursachen.

Weltweit gibt es 13 unterschiedliche Formen dieser Bakterien, in Deutschland treten aber fast ausschließlich die Typen B und C auf. In tropischen Gebieten in Afrika und Südamerika kommt es mitunter zu Epidemien mit dem Typ A - besonders dort, wo viele Menschen auf engem Raum unter schlechten hygienischen Bedingungen zusammen leben.

Meningokokken-Infektionen kommen vor allem bei kleinen Kindern im ersten und zweiten Lebensjahr und bei Teenagern vor. Hier ist es besonders wichtig, dass sie möglichst sofort mit Antibiotika behandelt werden. Nur dann stehen die Heilungschancen gut. Wenn die Behandlung zu spät begonnen wird, endet die Krankheit häufig tödlich.

Ansteckung mit Meningokokken

Meningokokken lassen sich auf den Schleimhäuten von Hals, Mund und Nase nieder. Beim Husten und Niesen werden sie weitergegeben (Tröpfcheninfektion). Etwa 10 Prozent aller Menschen tragen Meningokokken dauerhaft mit sich herum, ohne es zu bemerken und ohne deswegen krank zu werden. Sie können aber durchaus andere anstecken. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es vor allem beim ersten Kontakt mit dem Erreger oder wenn die Abwehr vorübergehend geschwächt ist. Die Inkubationszeit kann bis zu 10 Tage dauern, meistens bricht die Infektion aber schon 2 bis 4 Tage nach der Ansteckung aus.

Symptome einer Infektion mit Meningokokken

  • Plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes
  • Schweres Krankheitsgefühl mit heftigen Kopfschmerzen, Fieber und eventuell Nackensteife
  • Bei Säuglingen Krämpfe und vorgewölbte Fontanelle
  • Punktförmige Hautblutungen (Petechien)

Verlauf einer Infektion mit Meningokokken

Eine akute Infektion mit Meningokokken beginnt meist sehr plötzlich. Von jetzt auf gleich tritt ein starkes Krankheitsgefühl auf begleitet von hohem Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Erbrechen, Krämpfen und Bewusstseinsstörungen. Als typisch für die beginnende Hirnhautentzündung (Meningitis) gilt ein schmerzhafter steifer Nacken, der aber nicht immer vorhanden sein muss. Innerhalb weniger Stunden kann sich ein schweres, lebensbedrohliches Krankheitsbild entwickeln. Ein punktförmiger (petechialer) Ausschlag oder großflächigere Hauteinblutungen sind charakteristisch und vor allem bei septischen Verläufen ausgeprägt.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft weniger charakteristisch. Es können Fieber, Erbrechen, Reizbarkeit oder auch Schläfrigkeit, Krämpfe, Aufschreien sowie eine vorgewölbte oder harte Fontanelle auftreten. Die Nackensteifigkeit kann fehlen.

Nachdem es sehr darauf ankommt, wie schnell mit einer gezielten Behandlung begonnen wird, sollten Sie Ihren Kinderarzt oder den Notdienst sicherheitshalber sofort verständigen, wenn Ihr Baby hohes Fieber und Krämpfe bekommt, extrem unruhig und quengelig ist und beim Hochnehmen z.B. noch mehr schreit anstatt sich zu beruhigen.

Komplikationen bei einer Infektion mit Meningokokken

Die Erkrankung führt bei 10 bis 20 Prozent aller Betroffenen zu Komplikationen. Dabei kann es nach einer Meningitis zu Hirnnervenlähmungen, Halbseitenlähmung, Krampfanfällen, Hydrozephalus (umgangssprachlich auch Wasserkopf genannt), Einschränkungen der geistigen Entwicklung, Lernschwierigkeiten sowie Schädigungen des Innenohrs mit resultierender Taubheit kommen. Bei septischen Verlaufsformen können Komplikationen wie das Absterben einzelner Hautareale bis hin zum Absterben von Fingern, Zehen oder Gliedmaßen die Folge sein, die eine Amputation des befallenen Körperteils erforderlich machen können.

Die Sterblichkeit liegt bei einer Meningokokken-Meningitis in Deutschland bei ca. 1 Prozent, bei einer Sepsis bei ca. 13 Prozent und bei Sepsis mit Waterhouse-Friderichsen-Syndrom (einer besonders schweren Form mit Ausfall der Nebennieren) bei ca. 33 Prozent. Als „Sepsis“ bezeichnet man eine Überschwemmung des Körpers mit Bakterien, umgangssprachlich auch „Blutvergiftung“ genannt. Sie zeigt sich mit punktförmigen Blutungen an der Hautoberfläche (ähnlich blauen Flecken) und kann letztendlich zum Organversagen führen.

Behandlung von Infektionen mit Meningokokken

Entscheidend ist die frühest mögliche Behandlung. Bei Verdacht auf Meningokokken-Infektion muss Ihr Kind sofort in eine Klinik eingewiesen werden und dort mit Antibiotika behandelt werden. Ob und wie gut die Behandlung anschlägt, hängt in erster Linie davon ab, wie viel Zeit bereits vergangen ist. Deshalb sollten Sie nicht zögern, bei jeder wirklich schweren akuten Erkrankung mit oben genannten Anzeichen sofort den Kinderarzt anzurufen.

Vorsorge / Impfung bei einer Infektion mit Meningokokken

Gegen Meningokokken-Infektionen mit dem Typ C, der besonders schwere Folgeschäden verursacht, gibt es einen auch für Säuglinge hoch wirksamen und gut verträglichen Impfstoff. Er wird von der STIKO (ständige Impfkommission) für alle Kinder im zweiten Lebensjahr empfohlen. Gegen den besonders häufigen Typ B steht inzwischen ebenfalls ein Impfstoff zur Verfügung. Leider gibt es für diese Impfung von der STIKO bisher keine allgemeine Impfempfehlung. Erfreulicherweise wird sie trotzdem von immer mehr Krankenkassen bezahlt.

In letzter Zeit sind in vielen europäischen Staaten wie in Großbritannien, Irland, Spanien, Niederlande, Belgien und Griechenland wieder vermehrt Infektionen mit dem Typ A zu verzeichnen. Deshalb sollten Sie bei einem längeren Aufenthalt in diesen Ländern – und in jedem Fall bei Reisen in die Tropen - über einen geeigneten Impfschutz ihres Kindes nachdenken. Eine Impfung gegen die gängigen Typen A, C, W135 und Y ist für Kinder ab 1 Jahr möglich.

Hatten Sie oder Ihr Kind engen Kontakt mit einem Erkrankten, wird eine Chemoprophylaxe mit einem Antibiotikum (z.B. Rifampicin) empfohlen. Bei sehr engem Kontakt – beispielsweise innerhalb der Familie – kann zusätzlich auch noch im Nachhinein eine Impfung erfolgen, sofern gegen den auslösenden Bakterientyp der Meningitis eine Impfung zur Verfügung steht.

Schwangerschaft und Meningokokken-Infektion

Auch bei Schwangeren ist eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika möglich, wobei ein in der Schwangerschaft verträgliches Antibiotikum (Ceftriaxon) eingesetzt wird. Eine Impfung während Schwangerschaft und Stillzeit gegen Meningokokken ist grundsätzlich möglich, Ihr Hausarzt oder Ihr Frauenarzt kann sie individuell beraten.

Wenn Sie allgemeine Fragen zu diesem Thema haben, können Sie diese gern im kinderärztlichen Forum von Kinderarzt Dr. Busse stellen.

Bitte bedenken Sie: Die Gesundheits-Tipps von Rund-ums-Baby sollen Ihnen als Orientierungshilfe dienen. Die individuelle Beratung durch einen Arzt oder andere Fachleute können sie jedoch selbstverständlich nicht ersetzen.

 
von Maxi Christina Gohlke


   


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