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Und nach der Schule? Freizeit...

Und nach der Schule? Freizeit...

Der Tag hat nur 24 Stunden - schon bei Schülern scheint das manchmal zu wenig zu sein: Neben Schule, Sporttraining, Musikunterricht und Nachhilfestunden bleibt kaum noch Freizeit, um sich mit Freunden zu treffen, zu spielen oder sich einfach mal zu langweilen.

Raum für Langeweile

Langeweile verstehen die meisten Erwachsenen als unproduktive, verschwendete Zeit, die man wirklich besser nutzen könnte. Für Kinder ist Langeweile aber unglaublich wichtig. Sie bietet Kindern Raum zum spontanen Spielen, fördert kreative Geistesblitze und bietet Zeit für deren Umsetzung. Nur so lernen Kinder, dass sie sich in ihrer Freizeit auch selbst beschäftigen und motivieren können.

Grundschüler in der Freizeit nicht verplanen

In der ersten Klasse sind Grundschüler am Nachmittag oft ziemlich müde: Neue Kinder, neuer Alltag, neue Anforderungen hinterlassen viele neue Eindrücke und das kostet Kraft. Damit neben Hausaufgaben auch noch genug Zeit zum Spielen bleibt, lieber nur ein oder zwei feste Termine für den Nachmittag einplanen. Außerdem müssen die Kleinen in der Schule die meiste Zeit still sitzen - gerade für lebhafte Jungs ist das schwer auszuhalten. Umso besser, wenn dann am Nachmittag noch genug Freizeit bleibt um mit Freunden zu toben.

Größere Grundschulkinder brauchen mindestens einen freien Nachmittag pro Woche, um ihren Alltag zu verarbeiten und auch mal spontan mit Freunden Verabredungen auszumachen.

Ferien = lernfreie Zeit?

Ferien sind für Schulkinder Urlaub von der Schule. Sie sollen sich entspannen, faulenzen, abschalten und die Schule auch mal vergessen können. Lernintervalle über die Ferien verteilt wirken daher eher demotivierend und erhöhen den Schulfrust. Deshalb sollte für Kinder klar sein: In den Ferien wird nicht gelernt. Eine Ausnahme gibt es aber: Falls das Kind während der Schulzeit längere Zeit krank war und große Wissenslücken hat, muss wichtiger Schulstoff nachgeholt werden. Aber auch hier gilt für die Sommerferien: Erst einmal zwei bis drei Wochen absolute Freizeit, damit der Lerndruck abfällt und dann gezielt Versäumtes nachholen.

Spielerisch Gelerntes wiederholen

Ohne ein Buch aufzuschlagen, kann man auch in der Freizeit ganz spielerisch Mathe, Deutsch und Heimat- und Sachunterricht lernen. Den Einkaufszettel schreiben lassen, im Kopf zusammenrechnen, wie viel das Brot und der Salat zusammen gekostet haben und beim nächsten Spaziergang versuchen, die Bäume anhand ihrer Nadeln oder Blätter zu bestimmen. Mit so kleinen Aufgaben wiederholt und festigt man im Alltag und ganz nebenbei den Grundschulstoff, ohne den Kindern die Freizeit zu verderben.

Wiedereinstieg nach den Ferien

Richtig ist aber auch, dass nach sechs Wochen Dauerentspannung das Schülerhirn so manchen Schulstoff ganz hinten einsortiert hat. In den letzten drei Tagen der großen Ferien einen Blick in die Hefte zu werfen, schadet der Erholung sicherlich nicht. Zumal an weiterführenden Schulen es schon mal vorkommt, dass Lehrer zu Beginn des neuen Schuljahres den Stoff des letzten Jahres kurz in einer Stehgreifaufgabe abfragen. Wer dann ein bisschen Freizeit geopfert hat und vorbereitet ist, muss so einen Test nicht fürchten.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: April 2015

   

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