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Linkshänder: Das machen wir mit links!

Linkshänder: Das machen wir mit links!

Was haben Angelina Jolie und Barack Obama gemeinsam? Richtig, sie sind beide Linkshänder. Ihrem Lebensweg hat das offensichtlich nicht geschadet. Was für Erwachsene keine große Sache mehr ist, sollte auch für Kinder und deren Eltern kein Problem darstellen.

Für ein linkshändiges Kind ist es wichtig, dass es genauso akzeptiert wird wie ein rechtshändiges Kind. Umlernen ist absolut tabu! Denn ob ein Mensch Linkshänder oder Rechtshänder ist, hängt von seiner Hirnstruktur ab, - und die lässt sich genauso wenig ändern oder "korrigieren" wie die persönliche Augenfarbe.

Links- oder Rechtshänder?

Das Dominieren einer Hirnhälfte kommt mit der Händigkeit am deutlichsten zum Ausdruck. Bei Linkshändern dominiert die rechte Gehirnhälfte. Ob ein Mensch die linke oder rechte Hand bevorzugt, ist absolut gleichwertig - nur nicht gleich häufig: Zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung benutzen für feinmotorische Aufgaben wie das Schreiben die linke Hand.

Wann erkennt man die Händigkeit?

Welche Hand das Kind bevorzugt, ist meistens bis zum dritten Lebensjahr klar. Ganz sicher sollte man sich spätestens dann sein, wenn das Kind eingeschult wird. Achtet man auf Tätigkeiten, die besonders die Feinmotorik ansprechen, kann man oft die Händigkeit selbst bestimmen. Kinder, die noch mit sechs Jahren häufig die Hand wechseln und bei denen noch keine eindeutig bevorzugte Seite zu erkennen ist, sollten einem Experten vorgestellt werden. Das ist wichtig, damit beim Schuleintritt die richtige Hand als Schreibhand trainiert wird.

Linkshänder - bitte nicht umtrainieren!

Außerdem zeigen Untersuchungen: Wenn ein Linkshänder umlernt und sich rechtshändige Bewegungen angewöhnt, wirkt sich das negativ auf die Abläufe im Gehirn aus - egal ob das Umlernen erzwungen wurde oder nicht. In manchen Fällen versuchen Kinder von sich aus, die Sachen mit rechts anzupacken. Kinder lernen in den ersten Jahren überwiegend durch Nachahmung. Wenn sie bei allen anderen Menschen in ihrer Umgebung sehen, dass man mit Rechts das Brötchen schmiert oder den Stift festhält, ahmen sie es häufig auch mit der rechten Hand nach. Für das Kind kann das aber negative Erscheinungen mit sich bringen: Konzentrationsschwäche, Sprachstörungen, Probleme mit der Rechtschreibung und Schwierigkeiten beim Ausführen von feinmotorischen Aufgaben können die Folge sein.

Linkshänder trainieren sich manchmal selbst um

Als Eltern sollten Sie deshalb darauf achten, dass Ihr Kind nicht selbst versucht, sich auf die rechte Hand umzutrainieren. Fördern Sie Ihr Kind dahingehend, seine bevorzugte Hand - also die linke Hand - beim Kleben, Malen und Basteln aber auch beim Essen und Spielen zu benutzen. Unterstützend wirken dabei auch kleine Helfer, wie z. B. ein Spitzer für Linkshänder, eine Linkshänderschere und natürlich Linkshänderstifte und Füller. In gut sortierten Schreibwarenläden oder in Spezialgeschäften für Linkshänder finden Sie diese Dinge, außerdem in Linkshänder-Shops im Internet.

Linkshänder unterstützen

Allerdings brauchen linkshändige Kinder meist etwas mehr Unterstützung, weil die Umwelt größtenteils auf Rechtshändigkeit ausgelegt ist. So ist beim Schreiben lernen manchmal eine besondere Hilfestellung nötig, damit das linkshändige Kind von Anfang an eine unverkrampfte und lockere Schreibhaltung erlernt. Sprechen Sie dazu mit der Grundschullehrerin oder dem Grundschullehrer. Die Pädagogen können Sie über eine optimale und entspannte Schreibhaltung informieren und zu Hause können Sie mit ihrem Kind in aller Ruhe üben. Grundsätzlich gilt, dass Linkshänder genauso lesbar, flüssig und schnell schreiben können wie Rechtshänder.

Aber: Machen Sie aus der Linkshändigkeit kein großes Thema. Das Kind sollte nicht den Eindruck bekommen, dass seine Linkshändigkeit ein Problem darstellt.

Tipps für Linkshänder in der Grundschule:

  • Linkshänderfüller helfen den Kleinen enorm. Leider kommt es bei Tintenfüllern aber immer wieder vor, dass die linke Hand das frisch Geschriebene verwischt. Manche Lehrer erlauben ihren Schülern daher, mit unterschiedlichen Arten von Kulis zu schreiben. Im Schreibwarenhandel gibt es sogar solche, die man wegradieren kann. Diese Stifte haben den Vorteil, dass die Schrift sofort trocknet und nicht verwischt wird. Am besten Sie lassen sich im Fachgeschäft beraten und das Kind kann gleich vor Ort testen, mit welchem Stift es am besten zurecht kommt.
  • In der Schulbank sitzen Linkshänder am besten links - dann kommen sie sich beim Schreiben nicht mit ihrem rechtshändigen Banknachbarn in die Quere.
  • Auch eine Linkshänderschere gehört ins Federmäppchen (am besten mit Namen versehen, damit sie nicht gleich verloren geht). Achten Sie auch darauf, wie das Kind ausschneidet: Linkshänder schneiden im Uhrzeigersinn, Rechtshänder entgegengesetzt.
  • Schreibunterlange zeigen Ihrem Kind beim Schreibenlernen wie man das Blatt vor sich richtig platziert. Fragen Sie die Grundschullehrerin danach, sie kennt diese Vorlagen sicherlich und hat wahrscheinlich eine in der Schublade. Ansonsten können Sie diese Unterlagen auch im Buchhandel oder im Internet bestellen. Zuhause können Sie auch mit Klebestreifen auf dem Kinderschreibtisch die richtige Blattposition markieren.
  • Damit das Kind das Geschriebene gut lesen kann, sollte die Lampe auf dem Schreibtisch rechts stehen, sonst wirft die Hand Schatten auf die Schrift.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: Februar 2015

   

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