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PISA-Test - Wo stehen deutsche Schüler heute?

PISA-Test - Wo stehen deutsche Schüler heute?

PISA ist in hierzulande ein heikler Begriff. Seit Deutschland beim ersten großen PISA-Test im Jahr 2000 abgeschlagen im letzten Drittel landete, ist PISA (das Programme for International Student Assessment), zum Synonym für die Misere im deutschen Bildungswesen geworden.

PISA-Test - Wo stehen deutsche Schüler heute?

Mittlerweile greifen die neuen Bildungsansätze. Wenn es um mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen geht, haben sich unsere Schüler im internationalen Vergleich auf die Plätze 9 und 10 vorgebüffelt. Nur mit dem Lesen will es nicht so recht klappen: Da liegen wir auf Platz 16. Deutsche 15-jährige lesen demnach etwas schlechter als amerikanische Schüler und etwas besser als französische Kinder im selben Alter.

Sinn und Zweck der PISA-Studie

Initiiert wurde der PISA-Test von der "Organization for Economic Co-Operation and Development" (OECD). Einer globalen Organisation, deren Ziel es ist, die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Mitgliedsstaaten zu fördern. Alle drei Jahre wird der erreichte Kenntnisstand von 15-jährigen Schülerinnen und Schüler getestet, die zufällig ausgewählt werden. 15-jährige deshalb, weil sie offiziell nach neun Schuljahren ihre Pflichtschulzeit beendet haben und von der Schule in eine Berufsausbildung wechseln könnten.

Die PISA-Studie will die Wissensbasis von gleichaltrigen Schülern von Norwegen bis Neuseeland, von Kanada bis Chile vergleichbar machen. Mittlerweile lassen 68 Staaten ihre Schüler durch PISA testen. Jeder PISA-Test besteht aus zwei Teilen: Dem eigentlichen Kompetenztest und einem persönlichen Fragebogen, der Auskunft über den familiären Hintergrund der Kinder geben soll. Dadurch kann man bei der Auswertung Zusammenhänge zwischen Bildungsniveau und sozialem Hintergrund der Familien untersuchen.

Positiver PISA-Schock

Drei große Bereiche werden mit unterschiedlichen Schwerpunkten beim PISA-Test alle drei Jahre abgefragt: Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und naturwissenschaftliche Grundbildung. Als im Jahr 2000 zum ersten Mal deutsche Schüler diesen international einheitlichen Test absolvierten, war das Ersetzen über ihr unterdurchschnittliches Abschneiden groß. Die deutschen Schülerinnen und Schüler kamen bei damals 32 teilnehmenden Staaten auf die Plätze 20 in Sachen Mathematik und Naturwissenschaften. Beim Lesen lagen sie auf Platz 21. Vergleichsländer wie Österreich, Japan oder gar der internationale Primus Finnland schnitten deutlich besser als Deutschland.

Wie konnte es sein, dass Deutschland als führende Nation in Sachen Entwicklung, Export und Technik schulisch so schlecht aufgestellt war?

Konsequenzen aus der PISA-Studie

Der PISA-Test rüttelte damals die deutsche Bildungslandschaft wach. Kompetenzvermittlung rückte in den Fokus der Kulturministerien, Reformen wurden angestoßen. Die wichtigsten davon sind auf nationaler Ebene die Einführung von Bildungsstandards und deren Überprüfung durch Vergleichsarbeiten. Neue Bildungspläne wurden erarbeitet, es gab Qualifizierungsinitiativen und Veröffentlichungen von Bildungsberichten.

Da Bildung Ländersache ist, entschlossen sich manche Bundesländer dazu, Kindergärten stärker ins Bildungssystem zu integrieren. Auch Kindergartenprojekte wurden angestoßen, die sicherstellen sollen, dass Kinder die nötige Schulreife besitzen. Der Ausbau der Ganztagsschulen wurde vorangetrieben und das Gymnasium zum G8 verkürzt.

Wie Untersuchungen zeigen, greifen die Reformen. Ob Deutschland durch die Veränderungen im Bildungssystem im internationalen Vergleich gut aufgestellt ist, steht bald wieder auf dem Prüfstand.

Alle drei Jahre steht der PISA-Test steht an, und die Nation wird wieder mit fiebern, wie unsere Kinder den Test bestehen werden.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: April 2015

   

 
 

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