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Entwicklung von Siebenjährigen: Edle Wilde

Entwicklung von Siebenjährigen: Edle Wilde

Siebenjährige sind neugierig, wollen lernen und entdecken und wissen dabei schon ganz gut, was sie können und was noch nicht. Was siebenjährige Kinder sonst noch für typische Eigenschaften zeigen, lesen Sie hier.

Was sollte ein Siebenjähriger können? Lesen, Schreiben und Rechnen - zumindest ein bisschen. Und vielleicht auch ein paar Noten auf seinem Instrument, dass er gerade angefangen hat zu lernen. Als Eltern wollten wir unseren Sohn ermutigen, ihn für das Neue begeistern. Wir sagten dann so Sätze wie: "Hey Ben, Du kannst ja jetzt schon richtig gut Klavier spielen!" Bis Ben uns auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Etwas genervt und sehr bestimmt antwortete er: "Ich kann erst fünf Noten und noch überhaupt nicht mit allen Fingern gleichzeitig spielen."

Ben hat recht: Mit seinem musikalischen Grundwissen kann er gerade mal "Alle meine Entchen" flüssig spielen. Aber er erstaunt uns trotzdem: Mit sieben Jahren weiß er, dass er noch nicht viel weiß und ist somit Platon schon dicht auf den Fersen. Er ahnt auch, dass er noch viel mehr lernen wird und das es noch etwas dauert, bis er zum ersten Mal mit allen Fingern gleichzeitig Klavier spielen kann.

Reflektierte Monsterjäger

So viel Erkenntnis über das eigene Vermögen oder besser Unvermögen ist für Siebenjährige ganz normal, sagen Entwicklungspsychologen. Die Fähigkeit zur Reflexion sei altertypisch, liest man als Eltern und staunt. ABC-Schützen können über sich nachdenken und sie können auch schon kleinere Vorhaben planen. Sie beginnen abstrakt und symbolisch zu denken und können sogar logische Schlüsse daraus ziehen. Das klappt zwar nicht immer - aber das tut es bei uns Erwachsenen ja auch nicht. Bei aller Reflexion kennen siebenjährige Mädchen und Jungs aber auch irrationale Ängste, beispielsweise vor Dunkelheit, vor Gespenstern, Geistern und Monstern. "Vernichtungsangst" nennen Kinderpsychologen dieses Phänomen. Nur all zu schnell versuchen Eltern ihre Kinder mit Sätzen wie: "Da musst Du doch keine Angst haben", oder "Es gibt gar keine Monster" zu beruhigen. Diese Sätze helfen genauso wenig, wie wenn ein Hundebesitzer seinem verängstigten Gegenüber zuruft: "Mein Rottweiler tut nichts, der will nur spielen."

Damit man sein Kind mit seiner Angst nicht alleine lässt, ist es besser, danach zu fragen, wie das Monster denn aussieht und was es gemacht hat. Und dann kann man gemeinsam überlegen, wie man den nächsten Monsterbesuch verhindern könnte. In manchen Fällen hilft auch "Monsterspray", dass man unters Bett sprüht. Etwas Raumduft oder ein Deospray kann da Wunder wirken und die ungebetenen Gäste für ein paar Nächte fern halten. 

Körper-Kontrolle

Ansonsten haben Siebenjährige alle Hände voll damit zu tun, ihren Körper unter Kontrolle zu bringen. Sechs Zentimeter wachsen sie durchschnittlich im Jahr. Grund genug für Ben regelmäßig auszuprobieren, ob er endlich ans Süßigkeitenregal kommt.

Mit seinen Freunden spielt er im Moment am liebsten Nahkampf. Es vergeht keine Woche, in der er nicht mit einer Blessur nach Hause kommt. Gestern hatte er sogar eine blutende Schramme hinterm Ohr. "Macht nichts, das hat Anton nicht absichtlich gemacht", meinte Ben nachsichtig. Vor einem halben Jahr hätte er bitterlich geweint und wäre seinem Freund ernsthaft beleidigt gewesen. Und auch Frida, das gleichaltrige Mädchen aus der Nachbarschaft, sieht man im Moment nur noch mit Löchern in den Strumpfhosen. "Ständig fällt sie hin", wundert sich ihre Mutter über die Ungeschicklichkeit der Tochter. Doch auch an seine langen Beine muss man sich erst gewöhnen. Wildes Toben, raufen, sich ausprobieren und freundschaftliches Kräftemessen sind typisch für Siebenjährige.

Gerade weil Siebenjährige ihren Körper kennenlernen müssen, ist Bewegung für sie extrem wichtig. Das Sitzen und konzentrierte Arbeiten in der Schule fällt vielen schwer, deshalb kribbelt es ihnen förmlich in den Beinen, wenn die Schulglocke mittags bimmelt. Es ist kein Zufall, dass mit Schuleintritt viele Kinder auch mit ihren ersten sportlichen Hobbys beginnen, denn Siebenjährige beginnen ihren Horizont zu erweitern und erste Interessen ernsthaft zu verfolgen: Ballett, Judo, Fußball stehen dann nachmittags auf dem Programm. Oder auch das erste Instrument. Ein guter Ausgleich zum Schulalltag ist jetzt wichtig, doch auch hier gilt: Nicht zuviel Aktivitäten auf einmal - schließlich muss noch genug Zeit zum Toben und Knieaufschürfen bleiben.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: April 2017

   

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