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Das Wochenbett danach

Das Wochenbett danach

Früher galt es als üblich, dass sich die junge Mutter - die sogenannte "Wöchnerin" - nach der Geburt für etwa sechs bis acht Wochen zurückzieht, um sich zu erholen.

Die Zeit des Wochenbetts braucht der Körper für die hormonelle Umstellung nach der Schwangerschaft und die Regeneration nach der Geburt. Selbst wenn das nach einer natürlichen Entbindung vielleicht nicht immer nötig ist, nach einem Kaiserschnitt sollten Sie sich diese Ruhephase unbedingt gönnen.

Schmerzen

Wie fit Sie sich direkt nach der Kaiserschnitt-Operation fühlen werden, hängt sicher auch davon ab, ob und wie lange Sie vorher in den Wehen gelegen sind und die Strapazen einer normalen Geburt aushalten mussten. In jedem Fall müssen Sie aber damit rechnen, dass Sie in den ersten Tagen Schmerzen haben werden, vor allem beim Aufstehen und wenn Sie sich bewegen. Das ist völlig normal, denn ein Kaiserschnitt ist schließlich eine große Bauchoperation, bei der viele Nerven verletzt werden. Wahrscheinlich werden Sie anfangs kaum in der Lage sein, Ihr Baby selber hoch zu nehmen. Der Vater und die Krankenschwestern sind Ihnen aber gerne dabei behilflich. Am nächsten Tag fühlen Sie sich vielleicht schon wieder so wohl, dass Sie vorsichtig ein bisschen herumlaufen und sogar unter die Dusche gehen können. Bis Sie sich wieder schmerzfrei bewegen können, werden aber sicher noch ein paar weitere Tage vergehen. Aber keine Sorge, diesen postoperativen Schmerzen sind Sie nicht hilflos ausgeliefert. Sie können jederzeit ein Schmerzmittel bekommen, das auch für Ihr Baby, wenn Sie stillen, nicht schädlich ist.

Wann nach Hause?

Nach einem Kaiserschnitt bleiben die Mütter meist etwas länger in der Klinik als nach einer normalen Geburt, im Durchschnitt etwa 5 bis 7 Tage. Gerade nach der "sanfteren" Misgav-Ladach-Methode gehen manche aber schon nach 4 Tagen wieder nach Hause. Selbstverständlich steht Ihnen auch nach einem Kaiserschnitt die Hilfe einer Hebamme zu, die Sie zuhause besucht und sich auch um das Verheilen Ihrer Kaiserschnitt-Naht kümmert. Außerdem sollte Ihnen im Idealfall in den ersten Tagen zuhause eine zweite Person - Papa, Oma oder Freundin - zur Seite stehen, vor allem wenn noch Geschwisterkinder zu versorgen sind.

Stillen

Nach einem Kaiserschnitt ist es problemlos möglich, dass Sie Ihr Baby stillen. Meistens wird es schon im Aufwachraum, wo Sie zur Sicherheit noch etwa 2 Stunden nach der OP bleiben müssen, das erste Mal angelegt. Oft ist das Baby nach einem Kaiserschnitt nicht ganz so agil und munter, wie nach einer spontanen Geburt, und saugt noch nicht so kräftig, weil es vielleicht doch ein bisschen was von der Narkose abbekommen hat. Mit etwas Geduld und der Hilfe Ihrer Hebamme wird es aber schon klappen. In den ersten Tagen haben Sie wahrscheinlich Schmerzen beim aufrecht Sitzen, deshalb sollten Sie Ihr Baby besser auf der Seite liegend im Bett stillen.

Gut zu wissen: Nach einem Kaiserschnitt dauert es durchschnittlich einen Tag länger, bis der Milcheinschuss erfolgt, meistens also am vierten statt am dritten Tag. Wenn die ersten kleinen Anfangsschwierigkeiten überwunden sind - die übrigens auch viele Mütter nach einer spontanen Geburt kennen -, steht einer erfolgreichen Stillbeziehung aber nichts im Wege.

Nachwehen

Auch nach einem Kaiserschnitt werden Sie Nachwehen haben. Diese teilweise heftigen Krämpfe entstehen, weil sich die Gebärmutter, um die Blutungsfläche zu verringern, relativ schnell wieder zusammenziehen muss. Unabhängig ob spontane oder Schnitt-Geburt werden die Nachwehen meist mit jedem Kind etwas stärker. Oft bekommen Sie aber nach dem Kaiserschnitt ohnehin Schmerzmittel gegen die Wundschmerzen, die Ihnen gleichzeitig auch gegen die Nachwehen helfen werden. Unabhängig davon können Sie die Schwestern immer nach einem Schmerzmittel fragen, das Sie auch beim Stillen problemlos nehmen dürfen.

Wochenfluss

Der Wochenfluss dauert nach einer Kaiserschnittentbindung meistens etwas länger als nach einer spontanen Geburt - durchschnittlich so etwa sechs Wochen -, ist dafür aber schwächer. In vielen Krankenhäusern wird während der Operation der Muttermund mit dem Finger etwas aufgedehnt, wenn er sich nicht bereits durch muttermundwirksame Wehen geöffnet hatte, damit der Wochenfluss besser abfließen kann.

Wie pflege ich die Kaiserschnittnarbe?

Am Tag nach der OP werden der Verband und eventuell auch die Wunddrainage entfernt. Die Naht darf dann auch nass werden, so dass Sie jederzeit duschen können. Sie sollten aber darauf achten, dass Sie sie hinterher immer vorsichtig mit einem sauberen Handtuch trocken tupfen. Die Operationsnarbe wird inzwischen häufig mit Fäden vernäht, die sich nach etwa drei Wochen von selber auflösen. Ansonsten sollten die Fäden oder Klammern nach etwa 7 bis 10 Tagen entfernt werden. Wenn in dieser Zeit plötzlich Anzeichen wie Rötungen, Schwellungen und Wundflüssigkeit auftreten, die für eine Entzündung der Naht sprechen, sollten Sie umgehend einem Arzt oder Ihrer Hebamme Bescheid geben.

Bis Ihre Narbe innerlich und äußerlich vollständig verheilt ist, dauert es etwa sechs Wochen, und diese Zeit sollten Sie sich auch wirklich zur Erholung gönnen. Wenn die Wunde oberflächlich abgeheilt ist, können Sie die Narbe mit einer dexpanthenolhaltigen Creme oder Ringelblumensalbe behandeln. In den ersten Monaten wird die Nahtstelle noch schwulstig und rötlich sein, verblasst dann aber immer mehr und ist nach ein bis zwei Jahren nur noch als heller, dünner Strich erkennbar. Manche Frauen haben noch einige Zeit danach ein "taubes Gefühl" im Bereich der Narbe. Das kann ein paar Wochen, manchmal sogar Monate, anhalten, verschwindet aber normalerweise wieder.

Psychische Auswirkungen

Viele Frauen leiden nach einem Kaiserschnitt weniger unter den körperlichen als unter den psychischen Folgen der Schnittgeburt. Sie trauern um das verlorene Geburtserlebnis und fühlen sich vielleicht sogar schuldig, weil sie es nicht geschafft haben, ihr Kind auf die Welt zu bringen, - vor allem wenn sie im Vorfeld keine Zeit hatten, sich mit dem Gedanken an einen Kaiserschnitt anzufreunden, weil er ungeplant aus einer Notsituation heraus erfolgen musste. Zu Trauer und Schuldgefühlen kommt dann noch der ganz normale "Babyblues" durch den Hormonabfall nach der Geburt hinzu. Der wohlgemeinte Rat vom Partner oder von Freunden, sich doch "über das gesunde Kind zu freuen", hilft da oft auch nicht weiter. Lassen Sie diese Gefühle zu, trauern Sie und sprechen Sie möglichst viel darüber. Andere Mütter mit Kaiserschnitt-Erfahrungen, Ihre Hebamme oder auch Ihr Frauenarzt sind hier die richtigen Gesprächspartner. Oft kann es auch hilfreich sein, wenn Sie sich von den Ärzten noch einmal den Grund und die Unvermeidlichkeit der Operation erklären lassen.

Rückbildung - wann beginnen

Selbst wenn Ihre Vaginalmuskulatur nicht durch eine normale Geburt in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollten Sie nach einem Kaiserschnitt Rückbildungsgymnastik machen. Ursache für die Schwäche der Beckenbodenmuskulatur ist nämlich das Gewicht der Gebärmutter, das monatelang auf Ihren Beckenboden gedrückt hat - und nicht die Anstrengungen der Geburt selber. Es kann also durchaus sein, dass Sie auch nach einem Kaiserschnitt unter den typischen Anzeichen, wie etwa vorübergehender Harninkontinenz beim Lachen, Niesen, Heben, etc. leiden. Leichte Übungen für den Beckenboden können Sie schon bald nach der Geburt wieder machen. Mit Gymnastik und Sport, der die Bauchmuskeln beansprucht, sollten Sie aber noch warten, bis Ihre Narbe wirklich verheilt ist. Einen Rückbildungskurs beginnt man am besten so etwa sechs Wochen nach der Geburt.

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: August 2016

   

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