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Ablauf - was passiert bei der Operation?

Ablauf - was passiert bei der Operation?

Grundsätzlich ist der Ablauf einer Kaiserschnitt-Entbindung immer in etwa gleich, egal ob sie geplant erfolgt oder ob die Entscheidung erst während der Geburt fällt.

Allerdings muss bei einer Notlage natürlich alles sehr schnell gehen und Vorbereitung, Narkose und tatsächliche Entbindung laufen dann unter Umständen sehr hektisch und unter Zeitdruck ab.

Vorbereitung auf die Kaiserschnitt-OP

Bei einem geplanten Kaiserschnitt werden Sie schon am Tag vorher in die Klinik eingewiesen, gründlich untersucht und vom Anästhesisten genauestens über den Verlauf der Geburt und über die Risiken ausgeklärt. Er wird mit Ihnen auch besprechen, welche Form der Narkose angewandt werden soll. Direkt vor der OP werden Sie zur Vorbereitung im oberen Schambereich rasiert, da Haare ein potenzieller Keimträger sind. Außerdem bekommen Sie einen Blasenkatheter gelegt, der dafür sorgt, dass sich die Harnblase während der Operation nicht füllt. Wie bei jeder anderen OP müssen Sie Schmuck und Prothesen ablegen und Ihre Kleidung gegen ein OP-Hemd und Anti-Thrombose-Strümpfe eintauschen. Vor der Fahrt in den Operationssaal bekommen Sie eine Citrat-Lösung zu trinken. Sie schmeckt nicht besonders, verhindert aber Übelkeit und Erbrechen.

Im Operationssaal

Vor der eigentlichen Narkose wird die Stelle örtlich betäubt, so dass Sie von der Spritze gar nichts spüren sollten. Für die Operation wird der OP-Tisch leicht zur Seite gekippt, um den Druck des Kindes auf die untere Hohlvene der Mutter (Vena cava) zu verringern. Manche Frauen haben dabei ein Gefühl von Unsicherheit. Es kann aber nichts passieren, da Sie vorher entsprechend gesichert wurden. Nachdem die Bauchdecke desinfiziert und Sie mit sterilen Tüchern abgedeckt wurden, darf der Papa in den OP hinein (Bitte fragen Sie vorher in Ihrer Klinik, das wird nicht überall gleich gehandhabt). Seien Sie nicht enttäuscht, wenn nicht viel zu sehen ist. Die Hygiene geht vor, deshalb darf Ihr Partner nur bei Ihnen am Kopfende sitzen und Ihnen gut zureden. Sie selbst haben auch keinen Blick auf das OP-Feld, da vor Ihnen ein steriles Tuch gespannt ist. Sollte bei Ihnen eine Vollnarkose gemacht werden, muss Ihr Partner vermutlich draußen vor dem OP warten. Sobald das Baby da ist, darf er es aber gleich auf den Arm nehmen.

Klassischer Kaiserschnitt nach Pfannenstiel

Der Schnitt selber ist etwa 15 cm lang und wird normalerweise horizontal über der unteren Bauchdecke etwa an der Schamhaargrenze durchgeführt. So verläuft die Narbe in der Bikinizone, wo man sie später, wenn sie gut verheilt ist, mit etwas Glück kaum mehr entdecken wird. Die frühere Methode vom Bauchnabel längs nach unten Richtung Schambein wird heute nur noch bei sehr kleinen Frühchen verwendet, weil sie schlechter heilt und bei weiteren Geburten häufig zu Komplikationen führt. Zunächst durchtrennt der Arzt vorsichtig die Haut und die verschiedenen Schichten der Bauchdecke. Bauchmuskeln und Blase werden dabei zur Seite geschoben. Dann öffnet er den Uterus und holt das Baby heraus. Dieser Moment kann etwas unangenehm sein, weil der Arzt das Kind mit Druck in Richtung Ausgang schieben muss. Anschließend werden noch Plazenta und Eihäute gelöst und der Gebärmutterhals eventuell etwas geweitet, damit der Wochenfluss besser abfließen kann. Abschließend müssen alle durchtrennten Gewebsschichten einzeln wieder vernäht werden. Das nimmt die meiste Zeit der Operation in Anspruch.

Die Misgav-Ladach-Methode

Seit ein paar Jahren wird in Deutschland überwiegend nach der sogenannten "Misgav-Ladach-Technik" operiert. Benannt wurde die Methode nach einem Krankenhaus in Israel, wo sie in den 90er Jahren erstmals erfolgreich durchgeführt wurde. Dabei wird im Vergleich zum klassischen Kaiserschnitt so wenig wie möglich geschnitten, stattdessen werden Muskeln und Gewebe größtenteils per Hand beiseitegeschoben, gedehnt und gerissen. Die dabei entstehenden Verletzungen sind kleiner und verheilen, weil weniger große Blutgefäße und Nerven durchtrennt werden, besser. Auch das abschließende Nähen geht schneller, weil nicht alle Schichten der Bauchdecke, sondern nur Gebärmutter und Haut verschlossen werden. Dadurch verkürzt sich die Operationsdauer von insgesamt 50 Minuten auf etwa 25 bis 30 Minuten. Die Mutter verliert weniger Blut und erholt sich eher, so dass sie oft nach wenigen Tagen die Klinik verlassen kann. Häufig wird die Methode deshalb als "sanfter Kaiserschnitt" bezeichnet, obwohl dieses Wort in Verbindung mit einer Operation und den Schmerzen danach eigentlich etwas irreführend ist.

Das Baby ist da!

Sobald Ihr Baby auf der Welt ist, dürfen Sie es - nachdem die Hebamme sich von seiner Vitalität überzeugt hat - in Empfang nehmen. Dieses erste "Beschnuppern" ist wichtig für Sie beide, damit sich möglichst schnell eine Bindung entwickeln kann. Dann wird das Baby für weitere Untersuchungen mit in den Kreißsaal genommen und im Anschluss dem frisch gebackenen Vater übergeben, während der Arzt bei Ihnen noch die Wunde verschließt. Auf Papas Arm wartet Ihr Baby, bis die Mama fertig versorgt ist und auch in den Kreißsaal gefahren wird. Hier wird es dann normalerweise auch gleich an die Brust angelegt. Das kann manchmal mit all den Schläuchen von der OP etwas schwierig sein. Gerade bei Kaiserschnittkindern wird das erste Stillen aber sehr empfohlen, weil das Baby keine Bakterien aus der mütterlichen Vaginalflora mitbekommt, die seine Darmflora ausbilden.

Im Kreißsaal bleiben Mutter und Kind noch einige Zeit unter Beobachtung, während die Wirkung der örtlichen Betäubung langsam nachlässt. Etwa nach zwei Stunden (manchmal dauert es auch länger) werden Sie langsam Ihre Beine wieder spüren. Die Schwestern werden Sie vermutlich ermuntern, möglichst bald vorsichtig aufzustehen, weil dadurch das Risiko einer Thrombose deutlich gesenkt wird.

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: August 2016

   

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