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Der ungeplante Kaiserschnitt

Der ungeplante Kaiserschnitt

Eine werdende Mutter befasst sich meist schon Wochen vor dem Entbindungstermin mit dem Ereignis der Geburt. Der Gedanke an einen möglichen Kaiserschnitt liegt dabei in weiter Ferne, vor allem wenn die Schwangerschaft bis dahin völlig problemlos verlaufen ist.

Wenn dann mitten unter der Geburt - manchmal nach stundenlangen, erfolglosen Wehen - die Entscheidung zur Schnittoperation fällt, ist das oft ein echter Schock. Deshalb macht es durchaus Sinn, sich bei aller Vorfreude auf eine natürliche Geburt im Vorfeld auch mal mit dem Gedanken an einen möglichen Kaiserschnitt auseinanderzusetzen.

Der Kaiserschnitt als Notfallmaßnahme

Etwa die Hälfte aller Kaiserschnitt-Operationen steht nicht von vornherein fest, sondern erfolgt unvorhergesehen, aus einer Notsituation heraus. Von einem ungeplanten oder "sekundären" Kaiserschnitt spricht man deshalb, wenn die Geburt bereits fortgeschritten ist, die Frau richtige Wehen hat oder die Fruchtblase bereits gesprungen ist.

Die Entscheidung zur Operation erfolgt dann entweder, weil eine plötzliche Notlage für Mutter oder Kind eingetreten ist oder aber weil die Geburt einfach nicht weitergeht. In jedem Fall muss das Kind so rasch wie möglich auf die Welt gebracht werden, und zwischen der Entscheidung zum Kaiserschnitt und der tatsächlichen Entbindung vergehen oft nicht mehr als 20 Minuten.

Indikationen für einen ungeplanten Kaiserschnitt

  • Komplikationen bei der Mutter
    z.B. Gebärmutterriss, Blutungen, Bluthochdruck, vorzeitige Plazentaablösung, HELLP-Syndrom, Eklampsie. Solche unvorhersehbare Komplikationen machen einen Kaiserschnitt unumgänglich.
  • Komplikationen beim Baby:
    z.B. plötzliche Verschlechterung der Herztöne, eingeklemmte Nabelschnur, Sauerstoffmangel Häufig gerät das Baby während der Geburt in eine Stresssituation. Hier liegt es oft im Ermessen der Ärzte und Hebammen zu entscheiden, wann eine natürliche Geburt zu riskant wird.
  • Geburtsstillstand
    z.B. weil sich das Köpfchen nicht richtig ins Becken dreht oder das Baby mit dem Gesicht voraus liegt. Oft auch, wenn der Kopf wider Erwarten doch nicht durch das mütterliche Becken hindurch passt. Mangelnde Wehentätigkeit.
  • Erschöpfung der Mutter oder mangelnde Kooperationsbereitschaft

Das Operationsverfahren bei einem ungeplanten Kaiserschnitt

Die Operation verläuft im Prinzip genauso wie bei einem geplanten Kaiserschnitt. Oft muss es allerdings aufgrund der akuten Notlage sehr schnell gehen. Ein Notkaiserschnitt erfolgt deshalb häufig in Vollnarkose, weil die Zeit für das Wirken einer PDA oder Spinalanästhesie einfach nicht bleibt. Anders als beim geplanten Kaiserschnitt darf der Partner hier normalerweise nicht im OP anwesend sein, weil er in der Hektik stören würde. Er bekommt aber das Baby in den Arm gelegt, sobald es von der Hebamme versorgt wurde, und kümmert sich um sein Kind, bis die Mutter aus der Narkose aufgewacht ist.

Risiken eines Notkaiserschnittes

Bei einem ungeplanten Kaiserschnitt bleibt den Ärzten manchmal nicht die Zeit, so sorgfältig vorzugehen, wie dies bei einer geplanten Schnittentbindung der Fall wäre. Deshalb kann es bei Notkaiserschnitten leichter zu Komplikationen wie Verletzungen der umliegenden Organe (Blase und Darm) oder zu Blutungen kommen. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Ärzte lieber im Vorfeld einmal zu früh für einen geplanten Kaiserschnitt, als später in Hektik operieren zu müssen.

Ist der Notkaiserschnitt immer notwendig?

In vielen Fällen ist der Kaiserschnitt ein großer Segen, weil er das Leben von Mutter oder Kind - und oft genug von allen beiden - rettet. Dennoch gibt es auch Situationen, in denen ein erfahrener Geburtshelfer das Baby auf dem normalen Weg gesund auf die Welt gebracht hätte. Später kann man die Entscheidung, die in der Hektik des Geburtsverlaufes oft sehr schnell getroffen werden muss, kaum mehr hinterfragen. Wenn Sie allerdings fest entschlossen sind, Ihr Kind soweit möglich auf natürlichem Weg zu bekommen, sollten Sie sich bereits im Vorfeld nach einer Entbindungsklinik mit niedriger Kaiserschnittrate umsehen, und den Ärzten erklären, dass Sie zunächst alle Möglichkeiten einer natürlichen Geburt ausschöpfen möchten.

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: August 2016

   

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