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Die Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase Die erste Phase der Geburt ist meistens die längste. Denn der Muttermund muss sich vollständig öffnen, was mehrere Stunden dauert. Es ist gut, dass er sich nicht schnell öffnen lässt, denn er hat vor der Geburt eine wichtige Funktion:
Er schützt Ihr Kind vor möglichen Infektionen von außen.

Zu Beginn dieser Phase sind viele Frauen noch recht entspannt und ein gemeinsamer Spaziergang lässt die Zeit vergehen. Eine Massage vom Partner, ein Entspannungsbad mit Ihrem Lieblingsduft, einen leckeren Tee - alles Möglichkeiten um es Ihnen unter zunehmender Wehentätigkeit so angenehm wie möglich zu machen.

Wenn die Wehen kräftiger werden und Sie sich auf das Atmen konzentrieren müssen, dann helfen verschiedene Körperhaltungen um dem Kind den Weg durchs Becken zu erleichtern! Bewegen Sie sich beispielsweise auf dem Gymnastikball, hängen Sie sich in das Seil im Kreissaal und kreisen Sie Ihr Becken. Während dieser Phase fühlen Sie die Wehen meistens im Unterbauch, manche Frauen spüren sie auch im unteren Teil des Rückens.

Zu Beginn der Eröffnungsphase setzen die Wehen mit regelmäßig auftretenden, leichten bis mittleren Kontraktionen ein. Ziel dieser Wehen ist die Verkürzung des Gebärmutterhalses (Zervix) und die Erweiterung des Muttermundes. (Der Gebärmutterhals ist eine Art Zapfen, der die Gebärmutter in der Schwangerschaft verschlossen hält. In der Schwangerschaft ist dieser in die Scheide rein ragender Zapfen ca. drei bis fünf Zentimeter lang.) Durch die Vorwehen wird die Zervix weicher und verkürzt sich schon etwas. Während der Geburt verschwindet sie völlig, erst danach kann sich der Muttermund vollständig öffnen. Durch die gleichmäßigen Wehen öffnet sich der Muttermund immer mehr, bis auf einen Durchmesser von zehn Zentimetern - dem Durchmesser des kindlichen Kopfes.

Im Frühstadium der Wehen dehnt sich der Muttermund durch die leichten bis mäßigen Kontraktionen von null bis vier Zentimeter aus. Diese Wehen dauern im Normalfall dreißig bis sechzig Sekunden und treten im Abstand von fünf bis zwanzig Minuten auf. In manchen Fällen sind die Abstände allerdings um einiges größer - ganz individuell und von Frau zu Frau verschieden. Was tun? Haben Sie Wehen in einem sehr großen Abstand, gehen Sie so gut es geht Ihrem normalen Tagesablauf nach und versuchen Sie nachts zu schlafen. Sie können die Wehentätigkeit unterstützen, indem sie immer wieder zwischen Aktivität und Ruhephase wechseln, also aufstehen, herumlaufen, hinlegen, wieder aufstehen etwas spazieren gehen usw.

Die Wehen nehmen an Stärke und Dauer zu. Wenn sie alle zwei bis fünf Minuten auftreten und etwa sechzig Sekunden dauern, beginnt die sogenannte aktive Phase in der Eröffnungsphase. Meistens kommt es jetzt zum Blasensprung - die Fruchtblase platzt. In diesem Stadium dehnt sich der Muttermund von vier auf acht Zentimeter und Ihr Baby sinkt in die Beckenhöhle. Durch die Wehen wird es zunehmend weiter ins Becken gedrückt. Durch den gleichmäßigen Druck auf den Muttermund vom Kopf des Babys, öffnet sich der Muttermund zusätzlich.

Die Wehen können bis zu zwei Minuten dauern und werden durch den Druck des Kopfes zusätzlich verstärkt. Zu dieser Zeit schüttet Ihr Körper schon schmerzlindernde Hormone aus, die Endorphine. Doch die Eröffnungsphase hat viel Kraft gekostet. Vielleicht werden Sie gerade jetzt das Gefühl haben, nicht mehr zu können und vor allem nicht mehr zu wollen. Doch auch das ist ein normaler Schritt im Geburtsprozess. In dieser Phase sind manche Frauen verzweifelt, weil sie keinen Fortschritt erkennen und die Angst erwacht, dass sie ihr Baby nicht auf natürlichem Weg auf die Welt bringen können. Doch diese Gedanken und Gefühle sind ein sicheres Zeichen dafür, dass sich die Austreibungsphase ankündigt. Sie kommen in die sogenannte Übergangsphase. In dieser Phase öffnet sich der Muttermund ganz - Ihr Baby kann jetzt auf die Welt kommen.

 
von Stephanie Helsper
 


   
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