Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Von gläschen auf normale Kost

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo

meine Frage ist. Wie kann ich meine Tochter ans normale Familien Essen ranführen?
Frühstück ist sie schon so gut wie mit.
Sie bekommt abwechslungsreiche Mahlzeiten zum Frühstück.
Auch Yoghurt Gläschen vom Hipp mag sie sehr
Gerne zwischendurch..

Mittags bekommt sie Hipp Gläschen.
Im Moment bekommt sie Ihre oberen Backenzähne. Und Eckzähne wo die Lücke schließen.
Ab und zu isst sie auch Mittagessen vom Tisch.
Jetzt wo sie Ihre Zähne bekommt.
Mach ich mehr Gläschen.

Ich koche Ihr ab und zu frische Kartoffeln mit Karotten. Und geb Butter und wenig Salz hinzu.
Das schmeckt Ihr.
Wenn sie etwas neues isst wie Reis mit Erbsen.
Isst sie zwei drei Löffel und dann will sie nicht mehr…
Meine Frage wie stell ich das ganze um?
Nach mein Gefühl. Wegen Backenzähne würde ich die Umstellung erst machen. Wenn alle Zähne da sind.
Was meinen Sie?
Lg

von Silke Sch. am 21.07.2022, 12:49 Uhr

 

Antwort auf:

Von gläschen auf normale Kost

Hallo Silke Sch.
wie alt ist denn deine Tochter?
Grüße
Birgit N.

von Birgit Neumann am 22.07.2022

Antwort auf:

Von gläschen auf normale Kost

Hallo Frau Neumann,

meine Tochter ist 18Mon alt.
Hab vergessen das mit anzugeben.

Schönes Wochenende.
Und vielen lieben Dank.

von Silke Sch. am 22.07.2022

Antwort auf:

Von gläschen auf normale Kost

Hallo Silke Sch.
ah, okay, danke. Ja, wenn deine Tochter schon 18 Monate alt ist, dann seid ihr ja schon mittendrin im Abenteuer Familienkost. Deine Tochter kann und will mitessen was ihr Eltern esst. Auch wenn die Essmenge für dein Empfinden beim erstmaligen Probieren einer neuen Speise scheinbar nur klein ausfällt, so hast du dein Bestes getan um deine Tochter an eure Familienkost heranzuführen.
Gläschen und sonstige Babykost oder Brei bräuchte deine Tochter jetzt nur noch für die Phase der Umgewöhnung um auch etwas Vertrautes zu haben und drum bald nur noch mal ausnahmsweise und bald gar nicht mehr.
Du kannst jetzt auf jeden Fall auf eine gewöhnliche, vollwertige, weitestgehend naturbelassene umschwenken und möglichst nur noch wenig oder keine Fertigkost mehr anbieten. Naturjoghurt mit Obst wäre bspw wunderbar. Den kannst du geschmacklich immer mal wieder variieren und trainierst dadurch den Geschmackssinn. Beim Frühstück klappt das mit der Vielfalt und gewöhnlichen Lebensmitteln doch auch schon ganz prima wie du schreibst.
Bei der Familienkost geht es jetzt auch um den Geschmack und um die selbständige Essweise, mit der dein Kind die neuen Speisenangebote vom Familientisch selbständig und zwanglos kennenlernen kann und dürfen sollte. Kleinkinderkost sollte im Wesentlichen gesund und frisch sein. Den Geschmack, den euer Kind jetzt lieben lernt, den wird es ein Leben lang lieben.
Jetzt ist es für dein Kind besonders wichtig, dass sie am reichhaltig bestückten Esstisch viele verschiedene und im Besonderen selbständige Esserfahrungen machen kann.
Deine Tochter sollte viele Gelegenheiten haben, um das einfache und auch manchmal raffinierter gewürzte Familienessen authentisch und in selbständiger Weise erleben zu können. Spielen und Matschen ist mit den Händen dabei auch ein wichtiger Baustein beim ganzheitlichen Erleben und Erfahren von Speisen. Das Anfassen und Befühlen gibt deinem Kind einen Eindruck der Speise. Noch vor dem Fühlen sollte dein Kind die Speise natürlich sehen. Und genau aus diesem Grund ist der gedeckte Tisch wichtig. Hier sollten die Speisen appetitlich bereit stehen. Je häufiger deine Tochter hier Wiederholungen erkennt, desto lieber möchte sie davon probieren. Und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es ihr schmecken wird und sich langfristig die Essmengen steigern werden.
"Essen" ist anfangs oft nur eine Umschreibung für das imitierende Verhalten. Denn Vieles nehmen Kleinkinder zwar in den Mund, beißen darauf herum, aber spucken es wieder aus. Trotzdem ist alles genau richtig und gut.
Biete deiner Tochter Geschmack und verschiedene Konsistenzen.
Biete deiner Tochter eine altersentsprechende, ungefährliche, vollwertige Kost.
Esst gemeinsam und sei ihr beim Essen eine liebevolle Begleitung und biete ihr Unterstützung, wenn Hilfe benötigt wird.
Sie muss ihre ganz eigenen Erfahrungen machen. Das braucht Zeit. Gib deinem Kind viele Möglichkeiten, um Vielfalt kennen zu lernen.
Leite deine Tochter zunächst vor allem zur Selbständigkeit an und zelebriert euere gemeinsamen Mahlzeiten in schöner Atmosphäre - am besten mit einem einleitenden Ritual. Kinder lieben Rituale, denn sie geben ihnen Sicherheit.
Wie du selbst schon gemerkt hast, bereichern einfach weich gegarte Gemüse/Kartoffelstückchen jede Mahlzeit unkompliziert.
Dein Kind kann sich somit ganz einfach und langsam an Geschmack, Konsistenz, Mundgefühl, Verdaulichkeit, Bekömmlichkeit von (auch) einfachen Speisen herantasten und erkennt dabei die Geschmacksnuancen aus der Breizeit, Stillzeit und Schwangerschaft wieder.
Koche also ruhig solche Sachen (kleinkindgerecht), die du und Papa gerne essen. Das ist eure Familientradition, eure Esskultur. Diese kulinarischen Erfahrungen prägen die Kinder langfristig. Sie müssen sich ein Geschmacksgedächtnis aufbauen. Das braucht Zeit. Es ist aber die Basis für den später daraus resultierenden Appetit.
Also dann
Grüße
Birgit N.

P.S.
hier noch Inspiration:1 Becher Naturjoghurt (150g) 3,5% Fett
cremig rühren.
Nimm ein kleines Küchensieb und lege 1-2 Lagen Küchenkrepp (Küchentücher von der Rolle) hinein. Lege das Sieb über eine Tasse und gib den gerührten Joghurt in das Sieb. Decke den Joghurt ab und stelle ihn (mit der Tasse drunter) in den Kühlschrank - für ca 12-24 h. Das Ergebnis schmeckt sahnig und kaum sauer.
optional mit
15 ml Sahne (geschlagen) vermischen
und den Nachtisch mit einem alternativen Süßungsmittel oder Zucker, oder mit Fruchtmus, was gefällt, süßen und geschmacklich aufpeppen.
Die gesammelte Flüssigkeit (=Molke) in der Tasse kannst du weiterverwenden, zum Backen bspw

Jetzt im Sommer, wenn es ohnehin so heiß ist, ist selbstgemachtes (Milch)Eis der Hit.
Nimm (Bio-)Fruchtjoghurt und friere ihn ein.

Frischkäse selbst gemacht
500 ml Kuhmilch aufkochen und Zitronensaft zugeben, ca 1-2 EL. Rühren und zuschauen, wie die Milch ausflockt. Es trennt sich Flüssigkeit ab. Die Masse in ein Sieb geben. Das Sieb vorher mit einem Mulltuch (oder Passiertuch oder einfach Küchenkrepp/Küchentuch) auslegen. Das Sieb in eine ausreichend großes Gefäß stellen. Die Flüssigkeit tropft hier hinein. Der Frischkäse bleibt oben im Tuch. Stehen lassen, bis sich ein Klumpen gebildet hat, (ggf über Nacht) im Kühlschrank. Den Klumpen entnehmen, in eine Schüssel geben und ggf etwas Salz zugeben, Gewürze, Kräuter nach Belieben. Die Masse nochmals durchmischen. Fertig.
Falls sie Masse du fest oder krümelig ist, kannst du Sahne zugeben für eine bessere Cremigkeit.
Tipp:
Die Flüssigkeit in der Schüssel (Molke) kannst du zum Backen (Brötchen) verwenden.

von Birgit Neumann am 22.07.2022

Antwort auf:

Von gläschen auf normale Kost

Hallo Frau Neumann,

Vielen lieben Dank für Ihre tolle ausführliche Antwort.
Das ist ja ganz lieb

Dankeschön

von Silke Sch. am 23.07.2022

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