Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Toast vs. Brot

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Kann man Vollkorntoast als vollwertigen Ersatz für z.B. Dinkel oder Roggenbrot anbieten?

Unsere Maus ist 2,5 Jahre alt und mag zur Zeit gar nicht gern essen. Am liebsten würde sie sich nur noch von Kaba, Eiern, Schokolade, Butter (lutscht sie vom Brot ab), Streichkäse und "nackten" Nudeln ernähren. Hin und wieder mal einen Löffel Obstmus (normales Obst verweigert sie) oder mal ne kleine Scheibe Gurke, das wars. Sobald Karotten, Tomaten oder anderes Gemüse ins Spiel kommt hat sie keinen Hunger mehr. Ist das nur ne Phase (die leider schon seit Monaten anhält)? Ich mache mir halt immer wieder Gedanken wegen der gesunden Ernährung, wobei meine Kinderärztin meinte, daß alles OK ist. Sie wiegt bei einer Größe von ca. 98 cm bissl über 14 Kg. Ist das zuviel fettes Zeug (Streichkäse, Butter, Quarkjoghurt...) und zu ungesund? Ach ja, Fleisch mag sie zur Zeit auch nicht. Höchstens mal einen Bissen, Fischstäbchen (gebacken, nicht gebraten) mag sie allerdings gerne!

LG von einer leicht verzweifelten Sandra

von Fröschlein Luisa am 08.01.2008, 10:26 Uhr

 

Antwort auf:

Toast vs. Brot

Hallo Sandra
wenn dein Kind momentan lieber nur Toastbrot essen mag, dann ist das schon okay. Immerhin isst deine Tochter ja dann das Brot und lutscht nicht nur die Butter runter :-)
Starte immer mal wieder Versuche, und biete auch mal andere Brotsorten an. Knäckebrot, Knusperbrot, Reiswaffeln, Brötchen, Brezel oder eben gewöhnliches Brot.
Jedes Kind hat seine Vorlieben und Abneigungen. Und besonders in diesem Alter müssen dieses die Kinder oft selbst erst herausfinden. Dazu ist es wichtig, dass ein Kind aus einem großen Repertoire schöpfen kann. Das bedeutet, dass möglichst viel probiert werden sollte. Manchmal ist so eine Probiersituation nicht der Esstisch, sondern vielleicht der Spielplatz, bei der Oma, im Urlaub, im Restaurant etc.

Die Verdauung desselben ist jedoch individuell verschieden. Was dem einen gut bekommt, kann eim anderen zu Unwohlsein führen. Deswegen mögen viele Kinder Gemüse oft weniger gerne essen. Gemüse hat zwar Vitamine Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe aber bringt (im Vergleich zu Obst) keine Sättigung. Die enthaltenen ekundären Pflanzenstoffe sind manchmal schwerer verdaulich. Deshalb wird Gemüse oft akzeptiert, wenn es entsprechend zubereitet wurde, weil die Zubereitungsweise eine direkte Auswirkung auf die Verdauunng/Verdaulichkeit hat. Mit viel Fett (z.B.Rahmspinat) werden Ballaststoffe verträglicher. Ketchup bspw. hat einen hohen Zuckeranteil. Die Säure wird abgemildert und Kalorien kommen hinzu. Erbsen haben von Natur aus einen leicht süßlichen Geschmack. Pizza ist auch fettreicher wegen dem Käse und Öl. Deswegen akzeptieren Kinder oft mit Gemüse belegte Pizza.
Babies, Kleinkinder und Kinder, auch Erwachsene, haben noch dazu eine sog. Neophobie. Eine Angst vor dem Neuen (essen). Auch hier wieder, evolutionsbiologisch betrachtet, eine gute Schutzfunktion. Gegessen wird nur das, was man kennt. Denn Unbekanntes könnte giftig sein. Besonders bittere Speisen sind oft giftig. Deswegen wird ein bitterer Geschmack von Kindern meistens abgelehnt. Grüne Paprika schemcken gekocht meist bitter. Aber auch alte Möhren können manchmal bitterer sein.
Auch das Mundgefühl ist für Kinder wichtig. Sie mögen es lieber knackig. Leiber in eine frische Möhre reinbeissen, statt gekochte Möhren essen. Bestimmt gibt es ein paar wenige Sorten, die auch dein Kind begeistern können. Gerichte, die ein bisschen Gemüse enthalten. Denn sonst ist die Auswahl ja wirklich etwas eingeschränkt.
Isst dein Kind Tomatensosse? Sosse von bspw Fleischbraten? Da kann ja theoretisch auch Gemüse drinnen sein.
Avocado? Saure Gurken? Kartoffeln?
Die Kinder beurteilen das Essen auch nach der Verträglichkeit. Diese Veträglichkeit ist subjektiv und von Aussenstehenden nicht immer direkt nachvollziehbar.
Übrigens ist Obst deswegen beliebter, weil es im Vergleich zum Gemüse einfach nahrhafter ist. Es liefert auf kleinstem Raum viel Nahrungsenergie, d.h. Kalorien und sättigt besser, bei vergleichsweise weniger störenden Begleitstoffen.
Dein Kind mag die gekauften Obstbreie im Gläschen. Sie sind säurearm, haben wenig Faserstoffe und ein homogenes Mundgefühl, erfordern keinen Kauaufwand.
Gruss Birgit

von Birgit Neumann am 09.01.2008

Antwort:

Nachtrag!

Sie isst auch hin und wieder mal Kartoffelbrei und das Obstmus ist nicht selbstpüriert, das mag sie auch nicht, nur die kleinen Becher von Hipp!

LG

von Fröschlein Luisa am 08.01.2008

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